KRITIK

The Place Beyond the Pines

Plakat zum Film The Place beyond The PinesEin Film in drei Teilen. Im ersten Part sieht alles so aus wie eine Variation von „Drive„, dem oft hochgelobten Drama des Dänen Nicolas Winding Refn aus dem Jahre 2011, ebenfalls mit Ryan Gosling in der Hauptrolle. Wie in diesem stillen Thrillerdrama spielt Gosling einen Stuntman auf kriminellen Abwegen. Damals steuerte er noch den Fluchtwagen, diesmal raubt er als Motorradfahrer selbst Banken aus.

Tagsüber kurvt der introvertierte Einzelgänger mit seinem Bike in einem Käfig herum, gefangen auf der Resterampe des amerikanischen Traums. Als er in Schenectady ankommt, einer Provinzstadt, deren Name mit „Jenseits der Pinien“ aus der Mohawk-Indianer-Sprache übersetzt werden kann, erfährt er, dass seine Ex (Eva Mendes) ein Kind von ihm hat. Für dessen Wohlergehen begibt er sich nun auf besagte Raubzüge. Regisseur Derek Cianfrance, der mit Gosling zuletzt das Ehedrama „Blue Valentine“ drehte, kleidet das in überstilisierte Bilder. Wie in „Drive“ wird der motorisierte Hauptdarsteller dabei hemmungslos fetischisiert.

Szene aus dem Film The Place beyond The PinesTeil zwei, prosaischer inszeniert, stellt den aufrechten Polizisten Avery in den Fokus, gespielt vom omnipräsenten Bradley Cooper („Hangover 3„). Der vom Vater unterjochte Cop und Familienvater steht zum ersten Teil sehr bald in tragischer Verbindung und muss der allgegenwärtigen Korruption widerstehen. Ein dritter Teil springt kühn in die Zukunft, zeigt zwei gegensätzliche Teenager, deren Zusammenhang zum Rest des Films allmählich klar wird. In „Jenseits der Pinien“ kommt es zur Entscheidung.

Cianfrance bereitet dieses Schuld-und-Sühne-Triptychon in epischen zweieinhalb Stunden aus und beweist Mut zum dramaturgischen Riss. Immer wieder gelingen ihm grandiose (Dialog-)Szenen und Bild-Sequenzen. Dass „The Place Beyond the Pines“ dann doch am Gütesiegel „Meisterwerk“ vorbeischrammt, liegt am Zuvielwollen des Regisseurs: Vor allem gegen Ende lastet zu viel Konstruktion, zu viel Symmetriebedürfnis auf dem Plot, der zur bloßen Kunstanstrengung wird. Dennoch ist dies einer der interessantesten US-Independent-Filme des Jahres. Sehenswert.

  



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INHALT

Luke (Ryan Gosling) ist ein Motorradstuntman und ein wortkarger Einzelgänger. Seinen Lebensunterhalt verdient er auf einem Jahrmarkt, mit dem er von Stadt zu Stadt zieht. Avery Cross (Bradley Cooper) ist ein ehrgeiziger Kleinstadtpolizist, der versucht, sich durch einen rasanten Aufstieg auf der Karriereleiter von seinen familiären Problemen abzulenken – koste es was es wolle. Als Luke eines Tages seinen One-Night-Stand Romina (Eva Mendes) wieder trifft, erfährt er, dass er Vater geworden ist. Luke beschließt, Verantwortung für seinen Sohn zu übernehmen – auf seine Art: Mit Hilfe des Hinterwäldler-Mechanikers Robin (Ben Mendelsohn) beginnt er Banken auszurauben – und setzt dabei auf sein fahrerisches Können. Bei den waghalsigen Überfällen geht er immer dreister vor, bis eines Tages ein Coup schief läuft und Luke durch den Polizisten Avery Cross gestellt wird. Was beide Männer diesseits und jenseits des Gesetzes nicht ahnen können: Sie haben für die Zukunft ihrer Söhne folgenschwere Weichen gestellt… (Text: Studiocanal Filmverleih)
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