KRITIK

The LEGO Batman Movie

Bild (c) Warner Bros. Picture Germany.

Im ersten LEGO-Film aus dem Jahr 2014 spielten die Plastik-Klötzchen selbst noch eine wichtige Rolle. Hier sind sie nur noch optisches Beiwerk. Als Comic-Parodie mit vielen Popkultur-Zitaten ist der LEGO Batman Film dennoch gelungen. Der erste Lego-Film war 2014 ein generationenübergreifender Hit, das Titellied „Everything is Awesome“ rockte die Oscars, und der selbstironische Einfall, eine einfache Lego-Arbeiterfigur zum Revoluzzer gegen ein System einer baulichen Gleichschaltung avancieren zu lassen, trug die rasante Anspielungsorgie im Alleingang und ging weit über andere Merchandising-Filme („Transformers“) hin­aus.

Im Nachfolger spielt Lego in seiner Funktion als Baumaterial nun leider keine Rolle mehr. Stattdessen sind alle Regler auf Parodie gedreht: Batman ist jetzt die Hauptfigur, er liefert sich einen Wettkampf der Eitelkeiten mit seiner ewigen Nemesis, dem Joker. Gotham City erstrahlt nach Art der dänischen Spielzeugfirma in schöner Bauklötzchen-Architektur und wird zur Bühne einer im irrwitzigen Tempo vorgetragenen Popkultur-Zitatparade, die in ihrer Komplettheit wohl nur die informiertesten Comic-Nerds erfassen werden.

Doch auch der in dieser Hinsicht nur mittelprächtig Bewanderte freut sich an visuellen wie akustischen Querverweisen auf alle Batman-Filme und -Serien, sieht fachfremde Schurken von Voldemort über Sauron bis King Kong ebenso vorbeischauen wie Batmans Feinde Bane und Harley Quinn . Natürlich spielen Robin, Butler Alfred und das Batgirl wichtige Rollen, während Superman eine Party feiert ­– ohne Batman.

In der Originalfassung ist viel Sprecherprominenz von Ralph Fiennes über Channing Tatum bis hin zu Mariah Carey zu hören, doch auch ohne diesen Wiedererkennungswert ist der neue Film zum Klötzchen ein Vergnügen. Für Comic-Fans und Freunde der Parodistik: sehenswert.

 

 

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