KRITIK

The Hitcher

The Hitcher „Das Böse ist immer und überall“ hatte einst eine Partyband in den 80ern gesungen. 20 Jahre ist das jetzt etwa her. Genauso lange hat es nun gedauert, bis ein weiterer Meilenstein aus dem Genre Psychothriller eine Huldigung durch ein Remake erfährt. Hier geht es um den 86er Robert Harmon Schocker „Hitcher, der Highway Killer“, einst mit Rutger Hauer in der Hauptrolle. Und wie in so vielen Derivaten des Genres, geht es auch hier um einen etwas verlebt ausschauenden und ungewaschenen Psychopathen, der eine blutige Spur der Verwüstung hinter sich herzieht. Sean Bean verkörpert in Dave Meyers Remake die Rolle des John Ryder, dem Anhalter zum Fürchten.

Es fällt auf, dass Sean Bean der bis dato bestaussehendste Psychopath ist, der je in den zahlreichen Remakes die Leinwand erblickt hat. Das heißt: Regisseur Dave Meyers muss sich schon ein bisschen anstrengen, damit so ein Mann, den viele noch als ehrenwerten Kämpfer aus der „Ringe“-Trilogie im Gedächtnis haben, dasselbe Grauen hervorruft wie seine „Kontrahenten“ vom Schlage eines Leatherface oder Jigsaw. Meyers bedient sich hier zahlreicher kleinen Einfälle, die sich bis zum blutigen Schluss aufsummieren, um am Ende das gleiche Grauen hervorzurufen, wie einst das Original mit Rutger Hauer.

Den ersten kleinen Einfall liefert uns Meyers gleich zu Beginn: Da hoppelt ein armer unschuldiger Hase über einen Highway in Amerika und wird – batsch – von einem Auto erwischt. Die Kamera erspart uns weder das Blut noch die kleine Tierleiche. Sicherlich eine Metapher für die Gefahr, die auf dem gefährlichen Highway lauert. Hallo – Gefahr! Wenig später taucht Sean Bean alias John Ryder auf, mitten auf der Strasse, triefnass und ohne jegliche Gesichtsregung mitten in der Nacht auf dem Highway und wird nur um haaresbreite vom müden College-Pärchen Jim und Grace verfehlt. Grace hat große Bedenken, Jim gibt Gas und beide lassen den Anhalter zurück. Das hätten sie besser nicht tun sollen. Denn schon an der nächsten Tankstelle taucht der böse Anhalter wieder auf.

Jim lässt sich überreden und nimmt den Hitcher mit. Damit nimmt auch das Unheil seinen Lauf und eine Kette von unzähligen Ungereimtheiten setzt sich in Gang. Dass Jim und Grace wie durch ein Wunder den Hitcher aus dem fahrenden Auto stoßen können, gehört hier ebenso dazu, wie die Tatsache, dass John Ryder immer dann gerade zufällig die richtige Waffe dabei hat, die er braucht, um alles – samt eines Helikopter-unterstützten Polizeiautokorsos – in Schutt und Asche zu legen. Haftete mordenden Anhaltern von einst noch eine lebensmüde Kaltschnäuzigkeit und Todesmut aus dem wahnhaften Glauben an die persönliche Unverwundbarkeit an, kommt der aktuelle Hitcher über weite Strecken des Films nur ungeschoren davon, weil sich potenzielle Opfer und die Polizei gleichermaßen dämlich anstellen.

Es muss die Star-Power des Produzenten und Genre-Verwursters Michael Bay („Texas Chainsaw Massacre“, „The Amityville Horror“) gewesen sein, die Sean Bean dazu bewegt haben mögen, in „The Hitcher“ mitzuwirken; das hanebüchene Skript und die restliche lausige Besetzung dürften es nicht gewesen sein.



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INHALT

Das College-Paar Grace und Jim begegnet auf dem Weg zum Spring Break-Partymarathon dem mysteriösen Anhalter John Ryder, der sich als wahnsinniger Serienkiller entpuppt. Grace und Jim gelingt zunächst die Flucht, aber der Hitcher heftet sich hartnäckig an ihre Fersen und zieht eine blutige Spur hinter sich her.
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