KRITIK

The Grandmaster

Plakat zum Film The Grandmaster

Wong Kar Wais "The Grandmaster"

Der Himmel über Berlin leuchtet heller an diesem Abend. Der Glanz, der nicht nur von den zahlreichen A-Stars ausgeht, das Blitzlichtgewitter, die Scheinwerfer lassen den Potsdamer Platz erstrahlen, das Leuchten wirkt weit über die Stadtgrenzen hinaus. Zum Festivalauftakt der 63. Berliner Internationalen Filmfestspiele gab es neben Schneeflocken von oben, weiter unten zahlreiche Abendroben und viele prominente Namen auf dem langen roten Teppich des Festivalkinos. Unter den 1600 Gästen u.a.: Isabella Rossellini, Nina Hoss, Jane Fonda, Senta Berger, Jürgen Vogel, Iris Berben, Hannelore Elsner, Heike Makatsch und Jessica Schwarz. Auch Hollywood-Kameramann Michael Ballhaus und die Regisseure Wim Wenders, Dani Levy, Tom Tykwer und Jury-Mitglied Andreas Dresen waren dabei.

Eröffnet wurde das Festival am Donnerstagabend außer Konkurrenz mit dem chinesischen Kung-Fu-Epos „The Grandmaster“ (Der Großmeister). Die Berlinale hatte schon immer einen beachtlichen Anteil asiatischer Produktionen im Programm, in diesem Jahr wird dem auch an prominenter Position Rechnung getragen: dem Regisseur Wong Kar Wai wurde nicht nur der Juryvorsitz des Wettbewerbs zugesprochen, er durfte zudem auch mit seinem Martial-Arts-Epos „The Grandmaster“ das Festival eröffnen. Die Ankündigung eines Arthouse-Kungfu-Spektakels mit den aufsehenerregenden Choreographien von Yuen Wo Ping („Matrix“) ließ einiges erhoffen, doch leider verheddert sich der Film in seinen multiplen Zeitebenen und Erzählsträngen, die für westliche Sehgewohnheiten schwerlich zu entschlüsseln sind.

So bleiben zwischen manchem Leerlauf letztlich nur vereinzelte beeindruckende Miniaturen übrig, wie etwa ein entfesselter Fight am Bahnsteig, aus dem die toughe Ziyi Zhang als Siegerin hervorgeht. Ansonsten wirkt „The Grandmaster“ streckenweise beinahe unfertig und unrhythmisch ge-timed. Dass die Story sich eher lose und kursorisch der Biographie von Ip Man bedient und diesen auch mal für längere Zeit aus den Augen verliert, ist am Ende kaum mehr als eine Fußnote wert – so wie die Texttafel mit dem abschließenden Zitat von Bruce Lee, dessen Lehrer Ip Man war, leidlich deplatziert wirkt.

  



Ähnliche Beiträge:

Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*