KRITIK

The First Avenger: Civil War

Bild (c) Walt Disney Motion Pictures Studio Germany.

Bild (c) Walt Disney Motion Pictures Studio Germany.

Feinfühlige Marvel-Fans dürften sie bereits in „Age of Ultron“ gespürt haben, die latente Zwietracht unter den Superhelden-Kollegen. Wer sich noch erinnern kann: Mit der Entwicklungsstufe 2 im Marvel Cinematic Universe (MCU) wurde der Kollegenkreis noch einmal vergrößert, Positionen neu abgesteckt. Eine Künstliche Intelligenz namens Ultron hatte sich vorgenommen, die Avengers zu trennen, um sie dann zu zerstören. Dies erledigen die Superhelden in „Civil War“ nun selbst. Denn mit der Einmischung der Vereinten Nationen, einer übergeordneten Gewalt, sollen dem Superhelden-Kollektiv fortan Grenzen gesetzt werden, um weitere Kollateralschäden zu vermeiden.

Handeln unter staatlicher Kontrolle? Kein Thema für Captain America und Co., die ihr Recht auf Selbstbestimmung nicht in fremde Hände legen wollen. Was jedoch im Gegensatz dazu Iron Man und Black Widow ganz anders sehen. Somit geht es diesmal um einen inneren Kampf, den die Avengers untereinander oder mit ihren Gewissen austragen. Sehr zur Freude der Fans verengt sich die Welt also wieder auf die einzelnen Avengers, detaillierter Blick auf die Charaktere inklusive.

Als bei einem Staatsakt in Wien zur Ratifizierung eines Abkommens eine Bombe gezündet wird und der Verdacht auf einen ehemaligen Verbündeten von Captain America gelenkt wird, ist es soweit: Der Krieg der Superhelden beginnt. Handeln auf eigene Faust: Team Cap.. Handeln im Auftrag der Vereinten Nationen: Team Iron Man. Die Fetzen fliegen, Fronten verschieben sich. Und weil man sich beim Kampf am besten Unterstützung holt, laufen nicht nur Captain America und Iron Man gegeneinander auf, sondern auch noch Hawkeye gegen Black Widow, Scarlet Witch gegen Vision, War Machine gegen Winter Soldier, Ant-Man gegen Black Panther und Falcon gegen Spider-Man. Wer? Wie? Was?

Szene_First_Avenger_Civil_War_2Wie dieser kurze Umriss der Handlung deutlich macht, wird es Nichtkennern, für die all die gelisteten Namen leere Worthülsen darstellen, schwerfallen, den Film zu genießen. Denn mit „The First Avenger: Civil War“ geht es nicht nur um einen inneren Kampf sondern auch um Phase 3 in der Entwicklung des MCU. Mit anderen Worten: Wenn es sich auch um einen „Captain America“-Film handelt, sollte er keineswegs ausschließlich als Stand-Alone-Film verstanden werden. Das Hauptaugenmerk liegt zwar immer auf der Figur Steve Rogers (Chris Evans) a.k.a. Captain America, dessen innerer Kampf mit der Wahl zwischen Teamplayer und Einzelgänger zusätzliche Sympathien evoziert. Doch besonders im dritten Kapitel ist „Civil War“ näher am „Avengers 3“ als am „The First Avenger 3“.

Szene_First_Avenger_Civil_War_3Ist der Erzählstoff bis zur Lagerbildung aufgebraucht, also einschließlich der schnell abbgehakten Inthronisierung der neuen Figuren Black Panther (Chadwick Boseman) und Spider-Man (Tom Holland), fällt fast kaum auf, dass ein weiterer Superschurke abseits des Kampfes Team gegen Team zu einer weiteren, großen Gefahr wird: Als Bösewicht des in Berlin und auf dem Flughafen von Leipzig/Halle gedrehten Action-Thrillers schleicht sich Daniel Brühl als General Zemo ins Geschehen, der mit einer eigenen Todesschwadron die Welt bedrohen will. Ein großes Verdienst von Daniel Brühl und sicherlich auch vom Regisseur-Duo Anthony Russo und Joe Russo ist es, dass nicht nur zahlreiche Szene aus dem internen Mehrkampf sondern auch von der Figur Zemo im Gedächtnis haften bleiben. Und diese haben eine längere Halbwertszeit als die Dauer des Nachhauseweges. Ein sehenswertes Vergnügen.

 

 

Kritikerspiegel The First Avenger: Civil War



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Stefan Turiak
WIDESCREEN, dramadandy.de, etc.
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Julius Zunker
kinofans.com
9/10 ★★★★★★★★★☆ 


Durchschnitt
8.5/10 ★★★★★★★★½☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du bei uns im Kritikerspiegel.



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