KRITIK

The Fast and the Furious

The Fast and the Furious Was haben wir hier? Einen Actionfilm über die Straßenrennszene von Los Angeles, zahlreiche Jungschauspieler auf dem Sprung zum Star (Vin Diesel („Pitch Black“), Michelle Rodriguez („Girlfight“)) und eine Story, die sich auf die alte Formel: Mitläufer, der sich undercover in eine kriminelle Vereinigung einschleicht, destillieren lässt.
Regisseur Rob Cohen muss sich die Frage gestellt haben, was mache ich mit diesen Bausteinen? Sein Film, so viel stand fest, sollte keine sozialkritischen Gesichtspunkte behandeln. Keine (Pseudo)Tiefe, die die schwierigen Bedingungen unter die Lupe nimmt, mit denen die Jugend im Moloch Los Angeles zu kämpfen hat. Also bediente er sich eines einfachen Konstrukts: des Westerns. Protagonist – Antagonist. Ein simples Rollenspiel vom Jäger und Gejagten. Hier der Milchbubi, dort der vor allem physisch präsente Bösewicht.

Da aber diese Auseinandersetzung in der Filmhistorie schon so ist alt wie der Tonfilm und Regisseur Rob Cohen („Daylight“, „Dragonheart“) auf eine differenzierte Figurenzeichnung nie viel Wert legte, müssen weitere Hauptdarsteller her. Und von denen gibt es reichlich, man entschuldige die plakative, filmtypische Wortwahl: in allen Farben und (fast) allen Formen: hochgezüchtete High-Tech-Autos, vornehmlich aus Japan, die hierzulande nur abwertend mit „Reisschüssel“ apostrophiert werden.

Paul Walker und Vin Diesel in "The Fast and the Furious"

Paul Walker und Vin Diesel in „The Fast and the Furious“

Aber in diesen, so viel darf man verraten, geht es dann famos zur Sache. Die digitale Nachbearbeitung sorgt für einen Geschwindigkeitsrausch, den man sonst nur in der Live-Inboard-Übertragung eines Autoralley-Weltmeisterschaft-Laufs im Sportfernsehen geboten bekommt. Einen Punkt für die Action! Was gibt es noch? – Fehlanzeige! Am Ende ist der Anti-Held nicht lediglich ein weiterer gebrochener Charakter, der im Autorennen versucht, seinen Kummer zu ersticken und sein seelisches Leid zu kompensieren. Sondern im Grunde ist er tatsächlich der rücksichtslose Verbrecher, dessen moralische Skrupel eher egozentrischer denn tatsächlich ethischer Natur sind.

Die Hauptdarsteller, allen voran der charismatische Vin Diesel, dürfen in erster Linie die coolen Antagonisten eines Zweikampfs geben und zudem noch cool aus der Wäsche gucken. Letzteres gilt leider auch für die überflüssigen Nebendarsteller und vor allem für die leicht-bekleideten Nebendarstellerinnen. Ein schmuckes Design mit wenig Inhalt und Tiefe also. Ein Film, der sich in erster Linie an die zahlreichen Highway-Rambos auf unseren Straßen richtet. Aber davon soll es auch, wie an den Einspielergebnissen in den USA (140 Mio.) abzulesen, eine ganze Menge geben.

 

 



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INHALT

Auf den Straßen von Los Angeles kommt es immer häufiger zu illegalen Straßenrennen und Raubüberfällen auf LKWs. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang zwischen beiden Brandherden und schleust den jungen Agenten Brian O´Connor undercover in die Straßenrennszene ein. Brian gelingt es, sich Respekt zu verschaffen, vor allem von Anführer Dominic „Dom“ Toretto gewinnt er das Vertrauen. Nach einem gemeinsamen Straßenwettkampf werden sie Freunde, stets missgünstig beäugt von der gesamten Gang. Nur Doms Schwester Mia findet immer mehr Gefallen an dem jungen Rookie. Als sich auch Brian bei den Ermittlungen in die hübsche Mia verliebt, gerät er zwischen die Fronten.
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Eure Kritiken zu The Fast and the Furious

  1. Cineast

    Der Film wird ein Erfolg…weil einfach die Action stimmt. Armaggedon und Top Gun sind die besten Beispiele für überflüssige Filme mit großen Einspielergebnissen. Leider!

  2. Andreas

    UnentschlossenIch weiß nicht so recht, wie ich den Film bewerten soll. Es ist ja nicht so das ich mich gelangweilt hätte, der Film war recht unterhaltsam. Aber wenn man im Nachhinein darauf zurück blickt, sollte man sich über die Story nicht zu viele Gedanken machen

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