KRITIK

The Dish

The Dish Der Regisseur Rob Sitch hat eine australische Komödie gedreht, die sich auch jenseits des Kontinents sehen lassen kann. Er versucht, Witze über landestypische Traumata mit „Helden-der-Technik“-Filmen zu verbinden und hat durch Einblendungen von Orginalmaterial von 1969 einen starken Realitäts- und Wiedererkennungsbezug. Auch derjenige, der nicht aus „down-under“ kommt, wird über die vielen feinen Andeutungen und wenigen abgedroschenen Plattitüden (wie z.B. die Fahrkünste von Frauen) lachen können. Die Kleinstadtgesellschaft mit ihrer beschränkten Weltgewandtheit ist hier liebevoll in Szene gesetzt. Die Crew des Radioteleskopes steht zwar im Vordergrund der Handlung, aber es ist noch viel Platz für viele Nebendarsteller und Nebenschauplätze. So entgeht der Film dem Schemata amerikanischer Filme ähnlicher Konvenienz, die Hauptpersonen und den Konfliktstoff zu reduzieren. Die australische Lässigkeit hat jedoch hier die Folge, dass die Spannungsbögen etwas ausleiern. Doch wie die TV-Übertragung wendet sich alles zum Guten und der Film gelingt. Rainer Bach



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INHALT

Was wäre Neil Armstrongs Mondwanderung nur gewesen, wenn sie nicht von über hundert Millionen Menschen auf dem TV-Bildschirm zu sehen gewesen wäre? Nicht auszudenken, was ein Fehlschlag der damaligen Übertragungstechnik an Imageschaden für die NASA gebracht hätte. Dass aber das Gelingen nicht in erster Linie vom High-Tech-Land USA abhing, sondern auch andere Staaten wie z.B. Australien wesentlich mithalfen, das macht Regisseur Rob Sitch hier deutlich. Denn im kleinen australischen Ort Parkes steht das größte Radioteleskop der südlichen Hemisphäre, das den Kontakt zu den Astronauten im All hält. Blökend bewegen sich Schafe um die Schüssel (Dish), in der die kleine Crew auch mal Ballspiele veranstaltet. Wesentlicher als die Apollo-11-Mission scheinen Essen, oder erste freundschaftliche Kontakte zu weiblichen Besuchern usw. Erst als der Crew und den Bewohnern ihre Rolle im (trans-)globalen Geschehen deutlich wird, kommen die Wünsche und Träume auf den Tisch: Sam Neill, der Leiter der Teleskopmannschaft, der trotz des Todes seiner Frau an etwas Großem arbeiten wollte, die latenten Minderwertigkeitsgefühle der Australier gegenüber ihrem NASA-Begleiter Patrick Warburton, die brave Schülerband, die auch mal wild sein möchte und viele andere Kleinigkeiten. Und während in der Kleinstadt für den amerikanischen Konsul in Australien und den australischen Regierungschef ein Ball gegeben wird, bricht der Kontakt zur Apollo 11 ab. Das möchte aber niemand im Ort verbreiten, geschweige denn der übermächtigen NASA mitteilen. Und so arbeiten die Männer auf Hochtouren an der Wiederherstellung des Kontaktes.
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