KRITIK

The Descent – Abgrund des Grauens

The Descent - Abgrund des Grauens

Der größte Horror lauert oft im Alltäglichen. Die wahren Gefahren tauchen auf, wo man sie nicht herausfordert. Nach einer Raftingtour, kaum dass der Wildwasser-Rausch verflogen wäre, wird die junge Sarah (Shauna MacDonald) in einen Autounfall verwickelt, bei dem ihr Mann und ihre kleine Tochter ums Leben kommen. Auch ein Jahr später noch wird sie von wiederkehrenden Albträumen gepeinigt.

Dennoch willigt sie ein, mit ihrer besten Freundin Beth und vier weiteren Extremsportgefährtinnen in den USA eine Höhlenerkundung zu unternehmen. Noch am Vorabend feiert das muntere Sextett, dessen jüngstes Mitglied die furchtlose Göre Holly ist, den eigenen Übermut bei Bier und Prahlereien. Doch erst einmal in der Höhle gelandet, vermeintlich bloß eine Touristenattraktion ohne Nervenkitzel-Potenzial, vergeht den sechs Frauen bald das Lachen.

Nachdem ein enger Durchgangsschacht hinter den Abenteurerinnen eingestürzt ist und den Rückweg abgeschnitten hat, muss die resolute Anführerin Juno zugeben, dass sie eine bislang unbekannte Höhle erkunden. Ungewiss, ob es einen zweiten Ausgang gibt. Gewiss wird nur, dass die Frauen nicht allein in der Dunkelheit sind.

Die Geschichte mag banal klingen, auch genrekonventionell, doch dieser abgründige Horrorfilm des britischen Regisseurs Neil Marshall hat es in sich. Noch bevor die ersten unmenschlichen Schattengestalten auftauchen und den Schrecken forcieren, versteht Marshall es vorzüglich, die dramatischen Höhen und Tiefen der Tropfstein-Höhle auszuloten, mit der klaustrophobischen Enge zu spielen und wie nebenbei ein packendes Psychogramm der Freundinnen-Gruppe zu entwerfen. Auch in den späteren Splatterpassagen entgleitet die Geschichte nie ins blödsinnig Blutige. Nein, „The Descent“ ist ein großartiger Horrorfilm über archaische Ängste und den nicht minder archaischen Überlebenswillen.



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INHALT

Traditionell unternehmen sechs junge Frauen gemeinsam waghalsige Ausflüge in die Natur. Das tun sie auch, obwohl eine von ihnen beim River-Rafting ums Leben gekommen ist. Nun erkunden sie ein weitverzweigtes unterirdisches Höhlenlabyrinth und müssen beim Aufstieg feststellen, dass der Ausgang vom Steinschlag verriegelt wurde. Beim Versuch, einen alternativen Ausweg zu finden, brechen allerhand interne Konflikte aus. Doch noch mehr Schwierigkeiten bereiten den Abenteurerinnen jene blutdürstigen Kreaturen, die dort unten im Dunkeln lauern.
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Eure Kritiken zu The Descent – Abgrund des Grauens

  1. Manni

    Spannend bis in die Haarspitzen, sehenswert!

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