KRITIK

The Da Vinci Code

The Da Vinci Code Dan Browns Thriller „Sakrileg“ ist ein geheimnisloses Buch. Es birgt noch nicht mal ein Erfolgsgeheimnis, obschon es sich weltweit 50 Millionen Mal verkauft hat, man darf vermuten, besonders häufig in Bahnhofsbuchhandlungen und Supermärkten. Browns vulgärpopulärer Mythenmix aus Verschwörungstheorie, Historienklitterung und Krimiplot ist, wie viele verwandte Schauerschundgeschichten, eine Art literarischer Jahrmarkt – für alle Kitzel-Bedürfnisse ist was dabei.

Außerdem bemäntelt sich „The Da Vinci Code“, wie das Werk im Original heißt, mit dem Ruch welterschütternder Brisanz – stellt doch Dan Browns ansonsten kreuzbrave Pulp-Fiction die These auf, dass Jesus mit Maria Magdalena verheiratet war und Kinder mit ihr zeugte, was finstere Kirchenkreise, um ihre weltliche Macht fürchtend, seit Jahrhunderten geheimzuhalten trachten. Mal abgesehen davon, dass man mit Islambeleidigungen heutzutage gefährlicher lebt, rüttelt derlei Katholiken-Ketzerei ja nicht am christlichen Glaubensfundament, sondern stellt höchstens das Dogma des Zölibats infrage. Was selbst unter Christen vorkommen soll.

Wenn aber das Buch nun schon derart ist, welche Überraschung soll dann seine Verfilmung noch bieten? Die Frage werden sich auch der Hollywood-Regisseur Ron Howard und sein produzierendes Studio gestellt haben, als sie sich an die Adaption des „Da Vinci Code“ machten. Und sie haben auch eine Antwort gefunden: keine Überraschung. Möglichst massengeschmackgetreu herunterfilmen, mit Stars besetzen und vorab nicht der Presse vorführen, das genügt. Den Rest erledigen der übliche Blockbuster-Hype und jene Journalisten, die ihn im Truggefühl der Exklusivität brav mitbedienen. Das ist ein altes Spiel. Wie es allerdings gelingen konnte, diesen aufgeblasenen PR-Popanz als Eröffnungsfilm in Cannes zu platzieren, wird sich der dortige Festivalchef Thierry Frémaux noch eine ganze Weile lang fragen lassen müssen.

Tom Hanks spielt den Symbolistik-Professor Robert Langdon, der in die Suche nach dem heiligen Gral verwickelt wird, der mitnichten ein Wein-Becher war, sondern apartere Form besitzt. Hanks, über dessen lange Haare in Ermangelung von Filmfakten viel berichtet wurde, runzelt meist die Stirn und starrt angestrengt auf Kirchenstatuen. Blasser hat man ihn selten gesehen. Ihm zur Seite steht Frankreichs Star der Stunde, Audrey Tautou, die als Kryptologin im Polizeidienst zur Aufklärung einer Serie religiös motivierter Morde beitragen soll. Meist schaut sie Tom Hanks bewundernd von der Seite an, während der Rätsel löst. So düsen die beiden durch Paris und London, bis zur Mitte des Films die skandalöse Vermählungs- und Vermehrungsfreude des Heilands aufgedeckt wird – wonach dieser wirren Schnitzeljagd für Hobby-Obskurantisten, die mit Machenschaften der Opus-Dei-Bruderschaft, Tempelritter-Sagen und Kaiser Konstantins Vermächtnis aufzutrumpfen versucht, endgültig die Puste ausgeht. Doch die Geheimniskrämerei ist da längst noch nicht am Ende.



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INHALT

Der amerikanische Symbolologe Robert Langdon ist Verdächtiger im Fall Jacques Saunière, des ermordeten Direktors des Louvre, und gerät in die Fänge des gefürchteten Capitaine Bezu Fache. Mit Hilfe von Sophie Neveu, der Enkelin des Ermordeten, gelingt Langdon die Flucht - vor der Polizei und anderen finsteren Mächten, die Saunières Geheimnis kennen lernen wollen. Im Verlauf einer atemlosen Hatz von Frankreich nach England gilt es, zahllose Codes zu knacken, um Saunières Geheimnis zu lüften, der sich als Großmeister der Geheimorganisation Prieuré de Sion entpuppt.
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Eure Kritiken zu The Da Vinci Code

  1. Minweis

    Hab das Buch gelesen und fand auch den Film gut. Kein Meisterwerk, aber solide, spannende Unterhaltung und gegen Ende wurde einiges verändert. Tom Hanks hält sich sehr zurück, wirkt fast gelangweilt, aber das liegt an der Rolle, die nicht viel hergibt. Ganz im Gegensatz zu Ian McKellen und vorallem Paul Bettany.

  2. nina

    ohne…… das buch bisher gelesen zu haben, hab ich den film heute gesehen und bin positiv überrascht. die presse war schließlich nicht begeistert. mir gefällt das zusammenspiel audrey tautous und tom hanks‘. zu empfehlen ist die originalfassung!

  3. Christian

    Ich wiederum bin etwas enttäuscht. Der Film ist lediglich eine seelenlose und uninspirierte 1:1-Kopie des Buches, ohne dass hier Regisseur Ron Howard die „Instrumente, die das Kino bietet“ anwendet. Schauspielerisch ist der Film ok, nichts anderes durfte man allerdings erwarten bei dem Erfolg der Romanvorlage. Tom Hanks bleibt jedoch blass, Audrey Tautou ebenso, in den Nebenrollen brillieren jedoch Alfred Molina und Paul Bettany. Mich hat der Film nicht berührt.

  4. Margerie

    Der Film “ Da Vinci Code“ ist einfach sehr langweilig und vor allem dann auch noch zu lang geraten. Die Schauspieler agieren lustlos. Vor allem Tom Hanks hat seiner Karriere damit wohl echten Schaden zugefügt. Vielleicht ist er Kinogängern zu empfehlen, die noch nicht häufig in den Genuß spannender Unterhaltung gekommen sind. Erfahrene Cineasten machen besser einen großen Bogen um diesen Film, der nicht einmal einen unterhaltsamen Fernsehabend verspricht.

  5. Friend

    Ich weiß nicht was an dem Buch so besonders sein soll, außer das es vielleicht sehr gut geschrieben ist. Ich meine die Thematik ist mehr als ausgelutscht. Und das bereits seit Indiana Jones und Dogma… Möchte ich also wieder Gralssucher sehen oder irgendwelchen Humbug über alte Geschichten von einst…seh ich mir Indiana Jones oder Dogma an…

  6. Joerg

    Ich habe das Buch gelesen und war sehr gespannt auf diesen Film, wobei ich sämtliche Vorabkritiken ignoriert habe. Das Buch war zwar schon sehr fiktiv aber dennoch äußerst spannend. Der Film ist einfach nur schlecht….eine Aneinanderreihung von unglaubwürdigen Verschlüsselungsspielen. Es folgt eine hanebüchene Szene nach der nächsten, während kein Charakter wirklich ausgebildet wird. Einfach nur albern, wie Tom Hanks vor einer Geheimnachricht steht , diese problemlos löst und man anschließend zur nächsten weiter zieht.

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