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The Commuter

Plakat zum Film The Commuter mit Hauptdarsteller Liam Neeson und Vera Farmiga im Zug.

Bild (c) 2017 StudioCanal.

Der spanische Regisseur Jaume Collet-Serra und der irisch-stämmige Hollywoodstar Liam Neeson kennen sich gut. Sie haben bereits dreimal zusammengearbeitet. Sowohl in „Unknown Identity“ als auch im Nachfolgefilm „Non-Stop“ inszenierte Collet-Serra seinen charismatischen Hauptdarsteller als Alleingänger, der sich in einer aus den Fugen geratenen Welt zurechtfinden und über sich hinauswachsen musste. Gemeinsam mit der „Taken“-Reihe trugen diese Filme dazu bei, dass Liam Neeson im fortgeschrittenen Alter noch zu einem veritablen Actionfilmstar heranreifte. An diese Erfolge wollten die beiden mit ihrem vierten gemeinsamen Film „The Commuter“ wieder anknüpfen. Ob es gelingt?

Der Actionthriller setzt auf eine ganz ähnliche Prämisse wie die vorherigen Zusammenarbeiten, muss in seiner Umsetzung aber als der am wenigsten gelungene der Filme bezeichnet werden. Worum geht es? Michael McCauley (Liam Neeson) war früher Polizist, arbeitet aber schon seit einigen Jahren als Versicherungsvertreter. Völlig überraschend verliert er mit 60 Jahren seinen Job, was ihn vor enorme Probleme stellt. Noch bevor er seiner Familie die schlechten Neuigkeiten überbringen kann, nimmt eine geheimnisvolle Frau (Vera Farmiga, „Up in the Air„) in seinem Pendlerzug Kontakt mit ihm auf.

Die attraktive Blondine bietet dem frisch entlassenen Versicherungsvertreter sensationelle 100.000 Dollar an, falls er im Zug eine Person ausfindig machen kann, die nicht dorthin gehört, um deren Tasche mit einem Sender zu markieren. Diese nicht gerade sehr üppigen Informationen erhalten zusätzliches Gewicht durch die Tatsache, dass die geheimnisvollen Hintermänner seine Familie in ihre Gewalt gebracht haben und diese töten werden, falls Michael seiner Aufgabe nicht nachkommt.

Szene aus dem Film The Commuter mit Hauptdarsteller Liam Neeson und Vera Farmiga im Zug.Ein bekanntes Storygerüst? – Ja, natürlich! Klar deshalb, dass man bei diesen und ähnlichen „One-Man-Shows“ die Story in der Regel nicht auf ihre Glaubwürdigkeit hin abklopfen darf. Diesem Test würde wohl kaum einer von ihnen wirklich standhalten. Aber bei „The Commuter“ haben die Drehbuchautoren Byron Willinger und Philip de Blasi den Bogen allzu sehr überspannt. In diesem Road-Movie stimmt fast nichts mehr, obwohl die Ausgangssituation doch aus dem Alltag seiner Hauptfigur heraus entstehen soll.

Die Tatsache, dass man die zahlreichen Zugaufnahmen im Computer entstehen ließ, nehmen dem Film zusätzlich Potenzial, weil man ihnen ihre Künstlichkeit allzu deutlich ansieht. Man sollte also schon mehr als ein Auge zudrücken, um sich nicht an diesen ganzen Unzulänglichkeiten zu stoßen. Immerhin ist Jaume Collet-Serra als Regisseur erfahren genug, um trotzdem eine gewisse Spannung zu erzeugen und sein Publikum einigermaßen interessiert an den Vorkommnissen teilhaben zu lassen. Dafür sorgt auch einmal mehr der gewohnt überzeugende Liam Neeson.

 

Kritikerspiegel The Commuter



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Frank Brenner
choices, FRESH, etc.
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


Stefan Turiak
Widescreen, mehrfilm.de
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Durchschnitt
5.5/10 ★★★★★½☆☆☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du in unserem Kritikerspiegel.



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INHALT

Seit 10 Jahren pendelt der Versicherungsmakler Michael MacCauley (Liam Neeson) jeden Tag aus seinem beschaulichen Vorort nach Manhattan und zurück. Doch als er nach einem harten Tag mal wieder in den ewig gleichen Zug einsteigt, ist alles anders. Die Fremde Joanna (Vera Farmiga) setzt sich zu ihm und verspricht ihm eine hohe Belohnung, wenn er für sie einen ganz bestimmten Passagier findet, der etwas sehr Wertvolles zu transportieren scheint. Michael erhält nur zwei Hinweise: Einen falschen Namen und den Zielbahnhof des Unbekannten. Als er zögert, macht Joanna ihm unmissverständlich klar: Sie hat nicht nur das Leben der Passagiere in ihrer Hand, sondern auch das von Michaels Familie. Michael ist Teil einer kriminellen Verschwörung geworden. Er kann nur mitspielen, oder einen Ausweg finden – und ihm bleibt nur eine Stunde Zeit. (Text: StudioCanal Filmverleih)
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