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The Circle

Bild (c) Universum Filmverleih.

Mae Holland (Emma Watson), unzufrieden in ihrem aktuellen Job, bekommt durch ihre Freundin Annie (Karen Gillan) die Chance ihres Lebens: Sie wird „Guppy“ – Einsteiger – im Circle. Das Unternehmen „Circle“ dominiert die Internet-Welt. Firmengründer Eamon Bailey (Tom Hanks) verkauft sich seinen Anhängern als Weltverbesserer. Er will durch absolute „freiwillige“ Transparenz und Überwachung Kriminalität abschaffen und die Wissenschaft zu neuen Erkenntnissen führen.

Auch Mae gerät, wie fast alle Circler, in seinen Bann. Zu Beginn irritiert, reißen sie die Gruppenzugehörigkeit und die fantastischen positiven Möglichkeiten der totalen Vernetzung schließlich so mit, dass sie – manipuliert von Teilen der „führenden 40“ – schnell zu einer Führungsfigur des Unternehmens wird. Das geht so weit, dass sie selbst die radikalste Idee einbringt: Ein für alle Menschen verpflichtende Circle-Angehörigkeit.

Doch im Inneren Maes regen sich auch immer wieder Zweifel … verkörpert durch den mysteriösen Circler Ty (John Boyega) und ihren Freund Mercer (Ellar Coltrane), der ein völlig normales und sehr bodenständiges Offline-Leben führt. Da ihr Vater an MS leidet und das Unternehmen genau hier sein Wissen und damit seine Stärken ausspielt, fällt es ihr leicht, die Zweifel ihrer Freunde beiseite zu schieben.

Dann startet im Unternehmen das neueste Circle Projekt „See Change“. Technologisch wird die totale Überwachung durch eine quasi unsichtbare drahtlose Kamera mit perfekter Bildübertragung möglich. Das Geschäftsmodell „The Circle“ nimmt neue Dimensionen an und es geht nicht mehr nur um „freiwillig“. Damit beginnt eine Art Menschenjagd, bei der letztendlich der unschuldige und unbeteiligte Mercer stirbt.

Nach einer unglaubwürdig kurzen Trauerphase bei ihren Eltern – die inzwischen auch wieder ein normales Leben führen – kehrt Mae zurück. Augenscheinlich reiht sie sich wieder beim Circle ein. Doch nur, um mit Ty, von dem sie inzwischen weiß, dass er zu den Gründern von The Circle gehört, aber seine ehemals guten Absichten verraten wurden, das „Regime“ in einem äußerst intelligenten Schachzug zu stürzen. Die selbst geforderte totale Transparenz legt die Machenschaften von The Circle offen und wird den Führern zum Verhängnis. See Change jedoch überlebt.

Natürlich ist das Thema Überwachung – quasi das Update von George Orwells Roman „1984“ – nicht neu. Dessen Brisanz aber ist ungebrochen. Die latente Angst – egal ob man Social Media und die Verknüpfung in der digitalen Welt nutzt oder nicht – wird aufgegriffen. In einer Version, die mit etwas Fähigkeit zur Reflektion sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung der möglichen Vorteile eines weltumspannenden Austausches zum Denken anregt. Dieser Film war überfällig.

James Ponsoldts Verfilmung des gleichnamigen Dave Eggers Romans besticht durch eine eindringliche und punktuierte Kameraführung mit Bildern, die absolut beeindrucken und den Zuschauer lenken. Die Besetzung der Hautrollen durch Tom Hanks, Emma Watson und auch der Nebenrolle Ellar Coltrane könnte gelungener kaum sein. Einziges Manko: Der Anfang verzettelt und schleppt sich etwas. Erst nach einer guten halben Stunde ist der Zuschauer mittendrin im Geschehen … dann aber richtig. Knapp zwei Stunden packende, starbesetzte Kinostunden.

 

 

Kritikerspiegel The Circle



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
4/10 ★★★★☆☆☆☆☆☆ 


Bettina Harzig
mehrfilm.de
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Durchschnitt
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du in unserem Kritikerspiegel.

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