KRITIK

The Call – Leg nicht auf!

Plakat zum Film The Call leg nicht aufWenn im Kino das Telefon klingelt, bedeutet das meistens nichts Gutes – zumindest jenseits einschlägiger Liebeskomödien. Der Titel eines Hitchcock-Klassikers lautet „Bei Anruf Mord“, in einem Telefonzellenthriller mit Colin Farrell erklingt die Ansage „Nicht auflegen!“, Kim Basinger quasselte in „Final Call“ am Handy um ihr Leben, und in Takashi Miikes nervenzerrendem Horrorfilm „The Call“ war der, bei dem‘s klingelte, beinahe schon tot.

Den gleichen Titel wie dieser japanische Fon-Fröstler trägt der neue Film von Brad Anderson. Anderson ist als Regisseur nicht sehr bekannt, obwohl er in den Nullerjahren für zwei hochinteressante Qualitätsthriller verantwortlich zeichnete („Der Maschinist“ und „Transsiberian“). In seinem „The Call“ klingelt das Telefon bei Oscar-Preisträgerin Halle Berry, die hier ganz ungewohnt einen imposanten Afro auf dem Kopf spazieren trägt. Berry spielt Jordan Turner, eine langjährige Mitarbeiterin der Notrufannahme der Polizei von Los Angeles. Nachdem vor einiger Zeit eine junge Frau ermordet wurde, die sie persönlich am Hörer hatte, quittierte Jordan traumatisiert den Dienst, um als Notruf-Trainerin weiterzumachen. Bald muss sie aber wieder selbst ans Werk: Live aus einem Kofferraum meldet sich verzweifelt die junge Casey („Little Miss Sunshine“ Abigail Breslin). Sie wurde gekidnappt – und ihr Handy hat noch Empfang.

In effektiver Parallelmontage schneidet Anderson den Großteil des Films über zwischen der klaustrophobischen Enge in Caseys Gefängnis und dem unterkühlten Callcenter hin und her, wobei er den Ärgernissen des Technikalltags („Low Battery!“) jede Menge Panik-Spannung abzuringen versteht. Das ändert sich erst etwas, als Jordan später den Hörer weglegt und vor Ort zu ermitteln beginnt. Ihr Rachefeldzug gegen den psychopathischen Kidnapper (der an Buffalo Bill, den Serienmörder aus „Das Schweigen der Lämmer“, erinnert) rumpelt schließlich leicht unglaubwürdig ins Ziel dieses ansonsten durchaus knackig inszenierten Genrethrillers.

Eine Fazit-SMS würde lauten: Ordentlicher Thriller.

  



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INHALT

Inhalt: Jordan Turner (Halle Berry) arbeitet als Operator bei der Polizeinotrufnummer 911 von Los Angeles. Eines Tages führt ein fataler Fehler von Jordan dazu, dass ein Mädchen während seines Notrufs von einem Einbrecher getötet wird. Sechs Monate nach dem Vorfall versucht Jordan noch immer, diese grausame Erfahrung zu verarbeiten, als sie erneut vor eine ähnliche Situation gestellt wird. Die junge Casey (Abigail Breslin) ruft aus dem Kofferraum eines Autos an, nachdem sie von einem Unbekannten entführt wurde. Zahlreiche Versuche Jordans, dem Teenager am Telefon zu helfen, schlagen fehl. Als ihre Kollegen auch noch die Spur des Fluchtfahrzeugs verlieren, muss Jordan handeln. Denn mit jeder Sekunde, die verstreicht, sinkt die Wahrscheinlichkeit, Casey lebend retten zu können. Jordan beschließt, ihren Platz am Telefon zu verlassen und auf eigene Faust zu ermitteln. Sie ahnt nicht, in welche Gefahr sie sich damit begibt. (Text: Universum Film)
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