KRITIK

The Bling Ring

Plakat zum Film The Bling RingAls 1999 „The Virgin Suicides“ – Sofia Coppolas Erstling und Romanverfilmung nach Jeffrey Eugenides – in die Kinos kam, war zu ahnen, dass Beachtliches folgen wird. Der große Erfolg stellte sich mit „Lost in Translation“ ein. „The Bling Ring“ ist Coppolas fünfter Langspielfilm (Buch & Regie). In diesem erzählt sie, inspiriert durch einen Artikel in der „Vanity Fair“, über die Kids der Generation Facebook an der amerikanischen Westküste.

Jede Nacht steigen Marc (Israel Broussard), Rebecca (Katie Chang), Nicki (Emma Watson) und Cloe (Claire Julien) in den Hollywood Hills in die Häuser der Stars ein, Menschen, die sie aus der Yellow Press und dem Internet kennen. Sie nehmen mit, was sie finden können. Der Überfluss in den Villen steht im krassen Gegensatz zu dem, wie leer die Kids sich in ihrem Inneren fühlen mögen; in einem Leben dessen Füllmaterialien Selbstdarstellung, Fetischismus, Parties und Drogen sind. Sofia Coppola begegnet ihren tragischen Helden ohne Verachtung. Sie zeigt wie dreist und zielsicher die Kids sind, wie fasziniert, wenn sie Nachts in der Maßlosigkeit anderer kramen, in Handtaschen im Wert eines Kleinwagens, in Tonnen von Accessoires, Rolex, Schuhen und Fummel.

Die Fotos aus den Palästen der Paris Hiltons und Lindsay Lohans dieser Welt posten Marc, Rebecca und die anderen der Gang auf Facebook. Dadurch werden sie zu Stars – zumindest auf den Parties ihrer Mitschüler. Diese Aufnahmen werden mit einer abstoßend wirkenden Professionalität erstellt, um das Facebook-Profil auf Hochglanz bringen zu können. Letztendlich verhökern sie aber nicht nur das Diebesgut unter Wert, sie verhökern vor allem sich selbst.

An der Kraft von jugendlichen Träumen und Illusionen und den Reizen unserer auf Selbstdarstellung ausgerichteten Gesellschaft lässt Sofia Coppola keinen Zweifel, aber auch nicht an den traurigen und zerstörerischen Aspekten dessen. Ein Film, der etwas in einem hinterlässt. Was das ist, muss jeder selbst herausfinden. Filme, die das schaffen, sind jedoch in jedem Fall die besseren Filme.

  



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INHALT

Tagsüber schwänzen sie die Schule und hängen lieber am Strand ab, die Nächte durchtanzen sie in LAs angesagten Clubs, immer auf der Suche nach dem nächsten Kick. Bis die Teenagerclique um Anführerin Rebecca (Katie Chang) und Kumpel Mark (Israel Broussard) den ultimativen Thrill entdeckt: Einbruch in vorübergehend leerstehende Häuser der Hollywoodstars! Es beginnt eine ausgelassene „Shopping“-Tour durch die Luxusvillen von Beverly Hills, zu der sich auch Nicki (Emma Watson), ihre Schwester Sam (Taissa Farmiga) und Freundin Cleo (Claire Julien) mitreißen lassen. Die Eltern – ahnungslos. Die Freunde – voller Bewunderung. Die Polizei – abgehängt. Doch schafft es die Clique, rechtzeitig wieder auszusteigen? Oder endet die Party schon mit dem nächsten Einbruch?
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