KRITIK

The Black Dahlia

The Black Dahlia Seit fast zwanzig Jahren warten Fans von James Ellroy auf die Verfilmung seines Romans, der um einen berühmten ungelösten Mordfall aus dem Jahr 1947 gestrickt ist. Selbst nach dem Erfolg der ersten Ellroy-Verfilmung „L.A. Confidential“ dauerte es noch einmal fast zehn Jahre, bis De Palma auch mit deutschen Mitteln den Film in Bulgarien drehen konnte.

„The Black Dahlia” erzählt die Geschichte zweier Cops des Los Angeles Police Department (überzeugend: Josh Hartnett und Aaron Eckhart), die den brutalen Mord an der zweiundzwanzigjährigen Elizabeth Short untersuchen, deren verstümmelte Leiche auf einem leeren Grundstück gefunden wurde. Wegen ihrer Haare und einer Vorliebe für schwarze Kleider wurde sie von der Presse „schwarze Dahlie” getauft. Der Fall beschäftigte die Phantasie auch deshalb so dauerhaft, weil die unfaßbare Brutalität der Tat in Kontrast gesetzt wurde zur vermuteten Unschuld eines Mädchens, das wie so viele andere ihren Träumen nach Hollywood gefolgt war, um sich dort einen Namen zu machen.

Ellroy hat um das Opfer herum eine Geschichte entworfen, die direkt ins schwarze Herz Hollywoods führt, zum Stummfilm-Mogul Mack Sennett und den Grundstücksspekulanten, denen die Stadt letztlich die weltberühmten Buchstaben auf den Hügeln verdankt. Brian De Palma hat das aufgegriffen und eine Art Kompendium des Film Noir inszeniert, in dem es wie in seinem eigenen Werk von Doppelgängern nur so wimmelt. Die beiden unterschiedlichen Cops fühlen sich zum Bild einer Toten hingezogen. In diesem Netzwerk aus Lügen, Träumen und Gewalt geht es nicht nur aber auch um die zwei Cops, die genauso unterschiedlich sind wie die beiden Frauen, die blonde Scarlett Johansson, die zwischen den beiden Helden steht, und die schwarze Hilary Swank, die ein verwöhntes Gör aus reichem Hause mit einem Hang zu billigen Vergnügungen ist. Im Zentrum des Ganzen, das zuerst nicht leicht auszumachen ist, steht aber die Tote, und De Palma hat eine geniale Einstellung gefunden, mit der er den Leichenfund in Etappen inszeniert. Nach einer nicht immer leicht nachvollziehbaren detektivischen Aufklärungshatz ist de Palma mit der überzeugenden Besetzung ein furioser Vierziger-Jahre-Kostümfilm gelungen, der die Ästhetik des alten Kinos wiederbelebt.



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INHALT

Zwei Cops, die Ex-Boxer Lee Blanchard und Bucky Bleichert, untersuchen den Mord an der ehrgeizigen B-Film-Aktrice Betty Ann Short alias „Schwarze Dahlie“ – das Verbrechen wurde derart grausig ausgeführt, dass die Fotos vom Tatort unter Verschluss bleiben.

Während Blanchard sich so intensiv in den Sensationsfall verbeißt, dass seine Beziehung zu seiner Freundin Kay darunter leidet, fühlt sich sein Partner Bleichert von der rätselhaften Madeleine Linscott angezogen: Sie stammt aus einer sehr prominenten Familie und hatte zufällig ein anstößiges Verhältnis mit der Ermordeten.
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Eure Kritiken zu The Black Dahlia

  1. Sneaker

    Konfuser Film. Handlung hoffnungslos überfrachtet; Dialoge, die nach 40er klingen sollen aber einfach nur albern sind. Trotz der guten schausp. leistungen eine enttäuschung.

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