KRITIK

The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro (mit Gewinnspiel)

Bild (c) Sony Pictures Realeasing GmbH.

Bild (c) Sony Pictures Realeasing GmbH.

Als die Verantwortlichen von Sony Pictures im Jahr 2010 auf die Idee kamen, ihre sehr erfolgreiche Comic-Adaption vom marvelschen Wandkletterer neu zu inszenieren und noch einmal ins Kino zu bringen, konnte das Vorhaben unmöglich umfassenden Jubel auslösen. Zu eng stehen in dieser Zeit die Grenzzäune innerhalb der modernen Blockbuster-Unterhaltung zusammen, als das – anders als beispielsweise auf anderen Gebieten der bildenden Kunst, wie etwa im Regietheater – eine komplette Neu-Interpretation einer Figur vom (jungen) Zielpublikum ohne Murren akzeptiert wird. Doch es hätte schlimmer kommen können.

Produzent und Comic-Enthusiast Avi Arad wollte es noch einmal wissen. Ein junges, talentiertes Autoren-Duo (James Vanderbilt, Steve Kloves) durfte an der Seite eines alten Hasen (Alvin Sargent, „Spider-Man 2„, „Spider-Man 3„) die Geschichte vom jungen Peter Parker, der bekanntermaßen von einer genmanipulierten Spinne gebissen wird, noch näher an die Zielgruppe heranrücken. Und der inzwischen etablierte Turbo, in Form der innovativen 3D-Technik, sollte das Genre der Comicverfilmung mit passenden (Flug-)Bildern auf ein neues Level heben. Für die große Überraschung sorgten darüber hinaus zwei junge, kreative Front-Kämpfer: Zum einen (Video-)Regisseur Marc Webb (Jahrgang 1974), der zuvor mit seiner ersten Regiearbeit „(500) Days of Summer“ für Begeisterungsstürme unter den jungen Filmfans gesorgt hatte, und Hauptdarsteller Andrew Garfield („The Social Network„), der seine erste Hauptrolle zur großen Verzückung der Fans mit Bravour und einer überraschend großen Portion Glaubhaftigkeit meisterte.

Das 230-Mio.-Dollar-Produkt spielte im Sommer 2012 allein an den weltweiten Kinokassen knapp ein Vierfaches seiner Kosten wieder ein. Und das langanhaltende Staunen über die jugendlich, frische und im Vergleich zum Sam Raimi-Spidey weitaus weniger nuancierte Inszenierung sowie die atemberaubenden Flugszenen ließen sogar den farblosen Gegenspieler (Wer war das noch einmal?) und die simple Charakterzeichnung von Peter Parkers´ Jugendliebe Mary Jane … pardon Gwen Stacy, uninspiriert gespielt von Emma Stone, schnell in Vergessenheit geraten.

Szene_Amazing_Spider_2Mit den letzten Metern des bis dato weltweit nahezu einzigartig breitgefächerten PR- und Werbefeldzuges für „The Amazing Spider-Man“ begannen bereits die Planungen für „The Amazing Spider-Man 2“, der – und das stand bereits sehr früh fest – einen neuen Gegenspieler aus dem Marvel-Universum vorstellen sollte: Electro.

Die simple Metapher für Größenwahn aus der Marvel-Historie als elektrifizierte (digitale) Antipode zur Menschlichkeit namens „Electro“ wird auch in „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ obligatorisch in einer Exposition vorgestellt und von keinem geringeren als von Oscar-Preisträger Jamie Foxx („Ray„) verkörpert. Wie schon in seinen letzten Leinwand-Auftritten („Django Unchained“) gelingt es Jamie Foxx jedoch nicht, abseits der visuell beeindruckenden Auftritte als mutierter Elektro-Ingenieur, die an die Wolkenkratzer-Eskapaden alter Stummfilme mit Harold Lloyds erinnern, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Was aber auch an den diffusen Drehbuchentscheidungen des TV-erprobten Trios Kurtzman/Orci/Pinkner („Alias“, „Fringe“, „Lost“) liegt, dem es ebensowenig gelingt, bei zahlreichen Nebensträngen ihre Hauptfigur im Auge zu behalten, geschweige denn – elementar wichtig für einen zweiten Teil – diese weiter zu entwickeln.

Somit verkommt Mark Webbs ordentliche Inszenierung zum fragmentarischen Potpourri visueller Einfälle, angereichert mit überflüssigen Slapstick-Nummern und Sub-Plot-Löchern, die sich ärgerlicherweise mit einer dramaturgischen Achterbahnfahrt verbrüdern müssen – ganz zu schweigen vom inflationären Figurenverschleiß sowie dem verschwenderischen Umgang mit der Materie. Ließ man Sam Raimi beispielsweise drei Filme Zeit, um die Beziehung der Hauptfigur zu seinem Schulfreund und späteren Konkurrenten Harry Osborne zu erklären, soll Mark Webb dies im zweiten Teil des Reboots im letzten Drittel unterbringen. Das ist am Ende dann doch des Guten zu viel.

 

 

Morphsuit_Amazing_Spider-ManSony Pictures hat uns für den Filmstart ein tolles Fanpaket zur Verfügung gestellt:  Gewinnt bei uns ein ORIGINAL-KOSTÜM, einen MORPHSUIT, vom „Amazing Spider-Man“ in der Größe XL!

Schickt dazu einfach die Antwort auf die Frage: „Wie heißt der elektrifizierte Gegenspieler von Peter Parker im Film „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ mit Vor- und Nachnamen?“ per eMail an redaktion´at´mehrfilm.de! Viel Glück!

 

Nachtrag: Herzlichen Glückwunsch an Gewinnerin Melanie Althage aus Münster!

 

 

 

 

 



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Eure Kritiken zu The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro (mit Gewinnspiel)

  1. Jan Kliemann

    Bei der Kritik kann ich teilweise mitgehen. ich denke auch, dass es den Green Goblin nicht gebraucht hätte. Der Kampf Spider-Man gegen Electro hätte wahrscheinlich vollends gereicht. Aber dennoch fand ich, wenn diese auch etwas schnell vonstatten ging, die Entwicklung der Bösewichte gut nachvollziehbar.

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