KRITIK

Terminator – Die Erlösung

Terminator - Die Erlösung Es ist schon fast rührend, welcher unverbrüchliche humanistische Glaube in diesem Action-Spektakel wirkt, in dem Freund und Feind nach der Frage unterschieden werden: Bist du geboren oder gebaut worden? Auch im vierten Teil der „Terminator“-Saga kämpfen die guten Menschen gegen die bösen Maschinen, die das global agierende Syndikat Skynet zwecks Übernahme der Weltherrschaft einzusetzen gedenkt, und wieder wird dabei die Blechdebatte geführt, ob es richtiges Leben im künstlichen Körper geben kann.

Der Film kennt eine klare Antwort darauf. Einmal fällt hier der Röntgenblick eines Terminators der 800er Serie – je höher die Nummer, desto fieser der Charakter – auf ein menschliches Herz, und sofort leuchtet auf dem Display der gefühllosen Killermaschine das Wort „Schwachstelle“ auf. Doch tatsächlich, so sagt uns „Terminator 4“, ist das Herz unsere einzige Stärke – auch in der Zukunft, wo längst Mischformen zwischen DNA und Eisenwaren existieren. Wie romantisch. Und wie altbacken. Überhaupt hat der Regisseur, der sich mit dem affigen Namenskürzel McG schmückt und der unter anderem mit der Bikinimoden-Kampfsport-Komödie „Drei Engel für Charlie“ aufgefallen ist, dem „Terminator“-Mythos nichts Neues abzugewinnen. Allenfalls verwirrt er noch weiter den ohnehin schon konfusen innerseriellen Zeitreiseverkehr.

Wir befinden uns mittlerweile im Jahr 2018. Rebellenführer John Connor, gespielt von Christian Bale (Foto), dessen grimmige Mine irgendwo zwischen Erlöser-Pathos und Hämorrhoiden-Leiden oszilliert, muss seinen eigenen Vater, der allerdings jünger ist als er selbst, vor den Maschinen beschützen. Sollen das mal die Hardcore-Exegeten der Saga entschlüsseln. Ansonsten hat der lange prophezeite Atomkrieg, den Skynet seit drei Folgen anzetteln wollte, mittlerweile stattgefunden, weswegen alle mit noch schlechterer Laune durch postapokalyptische Landschaften stapfen.

Die Ironie, die immer Markenzeichen der Filme war, als noch Arnold Schwarzenegger den Terminator verkörperte, ist dem Fallout gleich mit zum Opfer gefallen. Die Zeit der flotten Sprüche à la „Hasta la vista, Baby“, die sei vorbei, behauptete Bale kürzlich. Tatsächlich bestehen die Dialoge weiterhin aus Einzeilern. Sie sind nur nicht mehr lustig.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Amerika im postapokalyptischen Jahr 2018: John Connor führt den Widerstand der restlichen Menschheit gegen die Terminatoren-Armee von Skynet. Doch diese Zukunft ähnelt kaum der, auf die er sich jahrelang vorbereitete. Da taucht ein Fremder auf, der angeblich zum Tode verurteilte Marcus Wright. Während Skynet seinen finalen Schlag vorbereitet, spionieren sie die Organisation aus, um Skynets Geheimnis zu ergründen.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eure Kritiken zu Terminator – Die Erlösung

  1. Danny

    Ja, leider ein enttäuschender Film. Viel Geballer, eine wenig überzeugende Story und dazu leere Worthülsen von blassen Schauspielern. Das ist wohl das Ende der Reihe.

  2. Scandman

    Von Christian Bale und von dem Film hätte ich mehr erwartet. Das Schlachtengetümmel ist aber beeindruckend und spannend. Die Action ist klasse.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*