KRITIK

Terminator 3 – Der Aufstand der Maschinen

Terminator 3 - Der Aufstand der Maschinen Es gab eine Zeit, in der Arnold Schwarzenegger durch nichts zu erschüttern war. Egal ob Kritikerhäme, Erfolgsdruck, Drehbuchinhalt, einfach alles prallte damals, auf dem Höhepunkt seiner Herkules-Karriere, an der alpenglühenden Bodybuilder-Brust ab. Der Mann verdiente Millionen und war als „Conan – Der Barbar“, vor allem aber als „Terminator“ längst zur Ikone des Krawall-Genres erstarrt. Eigentlich gab es niemanden, der ihm in dieser Rolle den Patronengurt reichen konnte, nicht mal Stallones „Rambo“ hielt das Tempo und die Coolness des sonnenbebrillten Ein-Satz-Rächers.
Im Orwell-Jahr 1984 stapfte das österreichische Akzent-Wunder zum ersten Mal als zeitreisende Killermaschine in schwarzem Leder durch ein gegenwärtiges Los Angeles, um die Mutter des zukünftigen Weltenretters John Connor zu eliminieren. Ein B-Movie mit 6-Millionen-Dollar-Budget in der Regie von Newcomer James Cameron, bleihart und in etwa so humorvoll wie ein FPÖ-Parteitag. Ein Welterfolg.
Dann aber kamen die 90er, und in der Zwischenzeit hatte Hollywood entdeckt, dass auch Frauen Eintrittskarten kaufen, allerdings nicht, um Muskelprotze zwischen zwei Grunzlauten die Rabatten niederbrennen zu sehen. Also schnitten sich die Männer die Schulterpolster aus den Jacketts und wurden lustig. Auch Schwarzenegger trainierte nun sein Komödientalent und gab den Zwillingsbruder von Danny DeVito, was seine Fans eher fassungslos zurückließ. Zum Glück aber hatte Regisseur Cameron, der irgendwann die einspielreichste Romanze aller Zeiten drehen sollte, das rettende „T 2“-Skript zur Hand: Aus dem blechernen Vernichter wurde eine humorbegabte Vaterfigur, hilfsbereit bis zur Selbstaufopferung und auf T-Shirt-Sentenzen à la „Hasta la vista, Baby“ in Serie programmiert, während Linda Hamilton, muskulöse Mutter Maria der Atombomben-Epoche, sich im ärmellosen Hemdchen gegen Patriarchat und Weltuntergang stemmte. Die Mischung aus innovativen Special-Effects, diffusem Neo-Noir-Mystizismus, Gender-Trouble und blanker Selbstironie schlug ein. Und wie.
Wenn Arnold Schwarzenegger heute, wiederum mehr als zehn Jahre später, noch einmal den Terminator gibt, schwingt indes Verzweiflung mit. Und es tröstet kaum, dass er sich in einer Szene selbst metallzwinkernden Auges als „veraltetes Modell“ bezeichnet. Seine letzten Actionfilme waren Kassengift, seine Komödien – darunter ein Auftritt als schwangerer Mann – gerieten grauslich.
Doch gerade weil im Vorfeld niemand mehr einen Pfifferling auf das Altersvehikel „T 3“ gab, das statt James Cameron nun auch noch der relativ unbekannte Jonathan Mostow („Breakdown“) inszenierte, überrascht das Ergebnis angenehm, was weniger an der Story liegt. Die Apokalypse mit anschließender Herrschaft der Maschinen ist im zweiten Teil doch nicht verhindert, sondern nur aufgeschoben worden, weswegen John Connor (Nick Stahl in Vertretung von Edward Furlong) und seine zukünftige Frau Kate (Claire Danes), vor dem neuesten, aus der Zukunft gesandten Terminator-Modell beschützt werden müssen. Dieser T-X erscheint in Gestalt des Models Kristanna Loken, die sehr schön unbeweglich schauen kann und sich einen brachialen, keramikdonnernden Toiletten-Kampf mit der guten Maschine Arnie liefert. Doch ach, die Zukunft ändert es nicht.
Tatsächlich kann und will „T 3“ trotz Mega-Budgets dabei nicht mit der digitalen „Matrix“-Akrobatik konkurrieren, sondern verlässt sich weitgehend auf gigantische Blech-Kollisionen. Ein nostalgischer Zug, der einnehmend wirkt, genau so wie der wundervolle Hauch von Vergeblichkeit, der über dem ganzen Unternehmen liegt. Arnold Schwarzenegger weiß wohl, dass er seine besten Zeiten hinter sich hat. Aber er kämpft trotzdem weiter.



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INHALT

Eine Dekade ist vergangen. Vor zehn Jahren gelang es John Connor, den „Tag der Abrechnung“ zu verhindern – den Tag, an dem das hoch entwickelte Maschinen-Netzwerk der Firma Skynet die Menschheit vernichten sollte. Der 29. August 1997 kam – und ging, obwohl Skynet zweimal versucht hatte, Connor zu töten und die Menschheit in den Krieg zu reißen.
Mittlerweile ist Connor 22 Jahre alt und lebt im Untergrund. Ohne Wohnung, Kreditkarten, Telefon und ohne Job. Es gibt keinen Beweis für seine Existenz. Und keine Möglichkeit für Skynet, ihn zu finden. Doch dann tritt T-X (KRISTANNA LOKEN) aus der Dunkelheit – Skynets hoch entwickelter, neuer Killer-Cyborg, deren schöne menschliche Gestalt nur von ihrer Unbarmherzigkeit übertroffen wird. Sie kommt aus der Zukunft, um den Job zu erledigen, den ihr Vorgänger T-1000 nicht zu Ende bringen konnte. Und T-X ist weitaus mächtiger, gefährlicher und zerstörerischer als jeder Terminator vor ihr.
Doch diesmal ist John Connor nicht das einzige Ziel. Die unauffällige Tierärztin Kate Brewster sieht ihre Vergangenheit und ihre viel versprechende Gegenwart mit einer unvorstellbaren Zukunft zusammenprallen – wenn sie es nicht schafft, der unbesiegbaren T-X zu entkommen. Connor und Kate erkennen, dass der „Tag der Abrechung“ längst angebrochen ist – das Ende der Welt ist nur drei Stunden entfernt. Ihre einzige Hoffnung ist eine Replik des Terminators, Connors mysteriösem – mittlerweile technisch veralteten – früheren Attentäter. Zusammen müssen sie die überlegene T-X besiegen und den „Tag der Abrechnung“ aufhalten – oder sie werden die Zivilisation, wie wir sie kennen, untergehen sehen...
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Eure Kritiken zu Terminator 3 – Der Aufstand der Maschinen

  1. murakamisch

    Manchmal ist altbacken ganz nettAlle haben sie draufhingewiesen, als hätten sie Mitleid mit dem Terminatorunternehmen III: Hier wurde der Digitalisierungs-Regler ein wenig zurückgefahren, statt sich durchdringender Materie durchdringen allein wieder Kugel menschliches Fleisch und das Zuschauerauge wundert sich nicht, die Flugbahn en der Geschosse einfach nicht nachvollziehen zu können … ästhetisierende Zeitlupenanalysen a la Matrix wären in diesem film ohnehin fehl am Platz.

    Also Hausmannskost und die ist, gemessen an den Teilen davor, fast schon richtig altbacken anzusehen, die Dialoge haben endgültig aufgehört Sinn zu machen, sie knüpfen blosz noch an an das, was wir in den Teilen 1 und 2 schon sahen … echohaft, unscharf, uneigendeutig. Winzig selbstironische Partikelchen – Schwarzenegger mit Gary-Glitter-Strass-Brille -oder die Aufforderung eines Bullen, die Waffe wegzulegen und den Sarg von der Schulter zu nehmen werden durch ein ärgerliches Kitschbildchen am Ende – der latente Kitsch durchzog den Film bisher eher diskret – vergessen gemacht. Das Liebespärchen (Adam und Eva für die neu zu produzierende Menschheit … in Zukunft gibt es nur Wei?e!) zieht den Film ins tränig Nette, schade drum.

  2. murakamisch

    Manchmal ist altbacken ganz nettEin wenig muteten viele Kritiken zum dritten Terminatorunternehmen wie mitleidiges „Kopf hoch, so schlimm ist es doch auch wieder nicht“ an. Die auffällige Armut an digitalen Specialeffekten wurde fast schon gefeiert als Rückkehr zum ehrlichen Stuntaktionkino, das weniger auf eine mittlerweile abgedroschene weil vielkopierte Matrix.Bilderästhetik verlangsamter Geschossbahnen und in den Hüften schwingender Selbstverteidiger setzt als vielmehr auf krachende Fäuste in beispielsweise gekachelte Toilettenwände.

    Doch der dritte Terminatorfilm hat die Chance der Rückkehr zum Ballerfilm mit großflächiger Zerstörung und blutbadenden Helden nicht so ganz genutzt, wie er auch weniger selbstironisch und welterklärerisch daherkommt. Also irgendwie Hausmannskost mit Anspruchswollen was dann, verglichen mit den Teilen davor, etwas altbacken anzusehen ist. Die ohnehin kaum sinn- wie wertvollen Dialoge haben endgültig aufgehört, Sinn zu vermitteln und knüpfen blosz noch an dem das, was wir in den Teilen 1 und 2 schon sahen. So wirkt der Film trotz neuer Bilder (neu in dem Sinne, das wir die in den Teilen davor noch nicht sahen, ansonsten haben wir das schon hundertmal gesehen das Autoverfolgen Schlagen Durchladen Ballern Schulterklopfen und brechende Blicke in blutrotverbrandten Gesichtern) echohaft, ständig zitierend, wohl aus Angst, einen Faden zu verlieren, den es aber nie gegeben hat. Winzig selbstironische Partikelchen – Schwarzenegger mit Gary-Glitter-Strass-Brille oder die Aufforderung eines Bullen, die Waffe wegzulegen und den Sarg von der Schulter zu nehmen – werden durch ein ärgerliches weil dümmliches Kitschbildchen am Ende vergessen gemacht – der latente Kitsch durchzog den Film bisher eher diskret. Das händchenhal-tende Liebespärchen im Atombunker ohne Coca Cola und Chease Burger, dafür mit Staatsflagge (Adam und Eva für die neu zu produzierende Menschheit … in Zukunft gibt es nur Weiße!) zieht den Film ins tränig Nette, auch patriotisch Pathetische. Obs an Erneys Kandidatur fürs politische Amt gelegen hat oder seiner Musterknabenauftritte vor Soldaten im Irak? Dem Präsidentfreund hätten wir ein !Hasta la Vista! ohnehin nicht mehr abgenommen. Damit bleibt: die dritte Terminatorauflage; und Nummer vier kann kommen.

  3. Tom

    Apokalypse NewDer Terminator einmal mehr als Spezies-Mensch-rettendes-Mettalungeheuer. In den Zeiten von bildgewaltigen Kampfkunstspektakeln a la Hero oder Sci-fi-Martial-Arts-Epen a la Matrix kommt einem dieses 180Mio. Dollar teures Machwerk doch etwas verrostet vor. Ob es an der Lust von Herrn Schwarzenegger lag, noch einmal für sein Lederoutfit zu trainieren – na, pass ich noch rein?? Der Film war nach dem fulminanten T-2-Abenteuer in den 90ern einfach überflüssig. Schade, dass uns T-3 noch auf ein weiteres Abenteuer von Arnie vorbereitet.

  4. Gouvernator

    Jetzt in die PolitikHallo, bin auch mal wieder auf der Seite, nettes Layout, gefällt mir. Die Politik-Sensation mit Arnie in Kalifornien nehme ich nun mal zum Anlass, etwas über T-3 zu schreiben. Vermutlich wollte Arnie mit einem richtigen Spektakel seine Schauspiel-Laufbahn beenden. Und das ist ihm wohl gelungen. Schade, dass James Cameron nicht auf dem Regiestuhl Platz genommen hat, sonst wäre der Film noch besser geworden. Doch Story und Action passen perfekt zusammen, wie ich finde. Der Film hat mich trotz der hohen Erwartungen begeistert. Bin jetzt mal gespannt, was Arnie in der Politik so reisst.

  5. arnie

    ein held!wenn man den dritten teil vor den ersten beiden sieht und zum allerersten mal den „californischen superhelden“ nackt sieht, dann… naja, dann kann man sich auch noch eine hübsche frau angucken, die halt nicht viel sagen muss um zu überzeugen. das geballere macht dann zwar nicht mehr sinn, ist aber mal etwas neues. trotzdem doof (schließlich weiß man doch vorher schon, dass er wiederkommt).

  6. Sim

    GutWenn Arnie am Schluss eine typische Wir-sehen-uns-wieder-Handbewegung macht, weiss man, man hat einen sehr guten Actionfilm gesehen. Kein neuer Standard in Sachen Effekte aber ein grund solider Actionfilm. Sehenswert!

  7. Kreutzer

    Coool…Jetzt habe ich auch schon Matrix 3 gesehen und muss sagen, dass im Vergleich T-3 ziemlich gut wegkommt. Für mich der bessere Film von beiden…

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