KRITIK

Sunshine Cleaning

Sunshine Cleaning Es ist ein schmutziger Job, aber einer muss ihn ja machen. Gewöhnlich allerdings stehen diejenigen, die am Schauplatz eines Verbrechens das Blut wegwischen, nachdem die Cops wieder abgezogen sind, nicht unbedingt im Fokus – Putzkräfte führen im Kino eben meist ein Schattendasein. Nicht so in Christine Jeffs schwarzer Komödie „Sunshine Cleaning“. Die erzählt von der allein erziehenden Mutter Rose Lorkowski (Amy Adams), die aus finanzieller Not in das durchaus lukrative Geschäft mit der Beseitigung unappetitlicher menschlicher Hinterlassenschaften einzusteigen versucht, um ihrem leicht wunderlichen Sohn den Privatschulbesuch zu ermöglichen. Rose holt sich ihre jüngere Schwester Norah (Emily Blunt) mit ins Boot, die ihr Ziel im Leben ohnehin noch nicht gefunden hat, und gründet den Spezialreinigungs-Service Sunshine Cleaning, der nach Morden und Suiziden aller Art auf den Plan tritt. „Man gewöhnt sich dran“, das ist das selbstbeschwörerische Arbeitsmantra der beiden.

Diese hübsch-morbide Geschichte ist in Albuquerque, New Mexico, angesiedelt, wo schon der Flughafen „Sunport“ heißt, und wer sich bei all dieser Sonnigkeit an die Komödie „Little Miss Sunshine“ erinnert fühlt, liegt nicht ganz falsch, denn zu Teilen war hier dasselbe Produzenten-Team am Werk. Man hat es allerdings nicht mit einem Abklatsch dieses Independent-Hits zu tun, bloß mit einem Film, der geistesverwandt die amerikanische Selfmade-Erfolgs-Ideologie auf die Schippe nimmt.

Die Absurdität des freien Unternehmertums verkörpert wunderbar auch Alan Arkin, Oscar-Gewinner für „Little Miss Sunshine“, der den Vater der Schwestern spielt, einen Kauz, der mit Schwarzmarkt-Shrimps bei Restaurants hausieren geht. Wobei diese Familienbande eine tragische, bei aller Skurrilität sehr berührende Vergangenheit hat. In einer wunderschönen Szene stoßen Rose und Norah durch Zufall im Fernsehen auf einen Film, in dem ihre verstorbene Mutter ihre fünfzehn Sekunden Ruhm erleben und einen einzigen Satz sagen durfte.



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INHALT

Früher war Rose ein Cheerleader-Traum, nun ist sie über 30 und schlägt sich als Putzfrau durch. Ihr 8-jähriger Sohn Oscar ist verhaltensauffällig, die jüngere Schwester Norah arbeits- und prinzipienlos, der kauzige Vater Joe ein Eigenbrötler. Dann bringt Rose ausgerechnet der verheiratete Cop Mac, mit dem sie eine unglückliche Affäre hat, auf eine geniale Idee: Sie reinigt Tatorte von Blutspuren.
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Eure Kritiken zu Sunshine Cleaning

  1. ratte77

    Ganz klasse Film er ist frisch zeit angepassst mit leichtem Humor dennoch nich volle zehn Punkte den der Film fehlt die nötige Spannung

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