KRITIK

Streben nach Glück, Das

Streben nach Glück, Das Es ist eine dieser Geschichten, die einfach zu wahr sind, um schön zu sein: Der Amerikaner Chris Gardner hat es vom Obdachlosen zum Millionär gebracht. Als Inkarnation des amerikanischen Traums und des Versprechens der Unabhängigkeitserklärung, nach der ein jeder das Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück besitzt. „The Pursuit of Happyness“ ist dementsprechend pathetisch auch der Erfolgs-Film betitelt, den der italienische Regisseur Garbriele Muccino („Ein letzter Kuss“) als Hollywood-Debüt über diesen sagenhaften Mann drehen durfte – in der kuscheligen Gewissheit, dass die Realität seiner Biografie noch jeden Kitsch legitimiert.

Will Smith spielt den Gardner, und zwar ungefähr so, wie er auch den Date-Doktor oder den Boxer Mohammed Ali gegeben hat: immer eine Spur zu siegesgewiss. Muccino wiederum inszeniert Fall und Aufstieg dieses Selfmade-Optimisten, der als Vertreter tingelt, Frau und Wohnung verliert und mit seinem kleinen Sohn im Asyl landet, als rührseliges Stationen-Kommödchen. Über ein unbezahltes Praktikum (Achtung, Aktualität!) arbeitet sich Gardner, der sauberste Obdachlose aller Zeiten, zum Broker hoch.

Für wen eigentlich ist dieser Film gemacht? Werden die amerikanischen Obdachlosen die Einkaufswagen mit ihren Habseligkeiten vorm Multiplex parken und sich inspirieren lassen? Werden in Deutschland diejenigen ins Kino strömen, deren Glücksversprechen „Hartz IV“ heißt und die sich weder Urlaub noch Lustreise leisten können, denen aber ein paar Cent zur Teilhabe am kulturellen Leben reichen sollen? Adressat ist, egal wo, eine Mittelschicht, die sich ihre mangelnde Solidarität mit den Ausgeschlossenen und Abgehängten schönsehen darf. Wer`s wirklich will, der schafft es auch, alle anderen sind selbst schuld! Das ist die Botschaft. Oder, in den Worten von Ex-Kanzler Schröder: „Es gibt kein Recht auf Faulheit in dieser Gesellschaft.“



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INHALT

Chris Gardener ist zwar intelligent und talentiert, aber als Vertreter in San Francisco zu Beginn der 80er Jahre doch vom Glück verlassen. Seine ohnehin schon prekäre Lage verschärft sich, als seine Frau ihn und Sohn Sohn Christopher verlässt und er aus seiner Wohnung geworfen wird. Obwohl Vater und Sohn schließlich gezwungen sind, in Obdachlosenheimen zu übernachten, gibt Christopher seinen Traum vom Glück nicht auf. Als er bei einer angesehenen Maklerfirma ein Praktikum antreten kann, scheint sich das Blatt zu wenden.
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Eure Kritiken zu Streben nach Glück, Das

  1. Til

    Ein schöner kleiner Film über Niederlagen und Lebensmut. Will Smith zeigt, dass er mehr kann als cool sein; hier spielt er mit viel Herz und das wirklich gut. Der Film lebt von Smiths herzlichen Zusammenspiel mit seinem Sohn.

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