KRITIK

Stirb lansam 4.0

Stirb lansam 4 Rss-Feed, Web 2.0, Youtube. Dies sind Begriffe, mit denen Bruce Willis, mittlerweile 52 Jahre alt, laut eigener Aussagen, nichts anfangen kann. Bruce Willis ist Schauspieler. Er lernt Texte auswendig, schlüpft in verschiedene Rollen. Und er verdient nicht schlecht damit. Doch die IT-Branche ist ein weißes Tuch für den Mann aus Idar-Oberstein, Germany. Sein Spezialgebiet ist der Actionfilm. Hier gibt er alles. Und sein Publikum weiß das. Nicht wenige halten seinen ersten Auftritt als Cop John McLane in Stirb langsam (1988) für den besten Auftritt eines Actionhelden aller Zeiten. Auch der Film selbst gilt in Genrekreisen als bester Actionfilm überhaupt. Doch der Actionstar der 90er ist in die Jahre gekommen. Auf seinem Spezialgebiet gilt ein Mann über 40 als Auslaufmodell. Und was tut dann ein Mann über 50? Ganz einfach. Er zeigt es allen.

Das Drehbuch seines vierten Auftrittes als Cop John McLane könnte genau aus diesem Grund besser gar nicht sein. Ein Cop alter Schule trifft auf einen jungen Computerfreak. Gemeinsam müssen die beiden unterschiedlichen Protagonisten von „Stirb langsam 4.0“, die auch Vater und Sohn sein könnten, die Drahtzieher einer Terror-Computerhacker-Gruppe ausfindig machen. Gleichzeitig werden sie von einer schwer bewaffneten Söldnertruppe verfolgt.

Viele Freunde der alten „Stirb langsam“-Filme werden aufgeregt mit den Füßen tippeln. Jüngere Kinobesucher werden sich mit Justin Long in der Rolle des jungen Computerhackers Matt identifizieren. Jung trifft Alt. Digital trifft Analog. Das passt und bietet vor allem eine ganze Menge Spannung bis hin zur Explosionsgefahr. Was für ein Drehbuch! Und ein sehr passender Plot, den sich der relativ unbekannte Drehbuchautor Mark Bomback für den vierten Film der Reihe ausgedacht hat.

Die Idee ist so gut, dass sich Bruce Willis noch einmal richtig ins Zeug gelegt hat. Er wollte hier schließlich nicht wie ein Opa durch die Szenerie taumeln, wie es andere Kollegen seines Fachs in anderen Filmen vorgemacht haben. Nein. In seinem vierten Auftritt als New Yorker Cop John McLane wirkt Bruce Willis fitter denn je. Kein Bierbauch, kein Doppelripp, keine Augenringe. Willis erhebt hier zu Recht Anspruch auf den Titel des wahren `Last Action Hero`. Ein Willis weiß, was zu tun ist.

Doch weiß der Regisseur das auch? Len Wiseman („Underworld“) weiß auch, was zu tun ist. Seine Hochglanzbilder geben der „Die Hard“-Reihe einen ganz neuen Anstrich. Wiseman schert sich nicht um eine kurze, genre-typische Einführung der Charaktere. Er stellt diese anhand von krachenden Actionszenen vor. Bevor der Zuschauer das erste Mal zu Atem kommt, sind bereits Häuserblock und zahlreiche Autos fachgerecht zerlegt. Natürlich sollten Anspruch an Logik, Gefühle und Charakterzeichnung vor der Tür gelassen werden. Aber es kracht wieder einmal gewaltig. Action findet hier auf allerhöchstem Niveau statt. Und Figuren, die sich diesem Brimborium in den Weg stellen, braucht die Filmwelt. Figuren wie John McLane erst recht. Auch wenn alles in Schutt und Asche liegt und das Gute nur wenig Aussicht auf Erfolg hat: Es gibt immer noch irgendwo, irgendwann noch einYippie ya yeah, Schweinebacke!



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INHALT

Amerika wird bedroht - von innen! Eine Terror-Organisation um den genialen Greg plant, die Infrastruktur des Landes lahmzulegen, indem sämtliche Computerverbindungen abgeschaltet werden. Weil alle anderen Hilfsmittel versagen, ist es wieder einmal an John McClane, in die Bresche zu springen. Unterstützt von dem jungen Hacker Matt nimmt er den Kampf gegen die Terroristen auf, mit seinen ganz eigenen Old-School-Methoden.
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Eure Kritiken zu Stirb lansam 4.0

  1. Minweis

    OK. teil 1 war schon der beste aller stirb langsam teile. aber dieser ist auch grandios. ein meisterwerk an Action und Humor, ein fantastischer Bruce Willis und auch der Gegenspieler ist super. Gut, die Kampfjet-Brücken-Nummer ist schon etwas unnötig gewesen, aber ansonsten Daumen voll nach oben. So ein Film war längst überfällig.

  2. Udo

    Diese Leistungsshow von Mensch und Maschine überzeugt von der ersten bis zur letzten Minute. Old-School-Cop gegen High-Tech-Terroristen, eine geniale Idee. Der Computerhasser Willis kämpft sich in betont naiv-unschuldger Art und Weise durch die Szenerie. Und das so überzeugend, dass sein Auftritt eine wahre Wonne ist. Ein Actionfilm auf allerhöchstem Niveau, so viel, wie man(n) erwarten durfte und viel mehr als man(n) zunächst befürchtet hatte.

  3. albaseeker

    Ein richtig guter Actionfilm. Bruce Willis ist noch immer absolute Klasse. Ich hoffe nur, dass wir bis zum fünften Teil nicht wieder so lange warten müssen. 🙂

  4. DiDo

    Wunderbar! Action Action Action. Jung trifft Alt. Willis in Hochform. Gute Story, ein würdiger vierter Teil!

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