KRITIK

Staub

Staub Über kleinere Dinge kann man keinen Film mehr machen, stellt Essayfilm- veteran Hartmut Bitomsky, heute Direktor der Berliner Filmakademie, gleich zu Beginn seines neuen Werks fest – bevor er filmtheoretisch Grundlegendes anfügt: „Film, das ist Staub, der im dunklen Kino aufleuchtet.“

Wem es zunächst eher fern liegt, sich einer Dokumentation über Staub auszusetzen, der lasse sich von Bitomskys ebenso unterhaltsamem wie geistreichem Streifzug durch die Welt der feinkörnigen Restbestände eines Besseren belehren. Egal, ob hier Reinigungskräfte, Wissenschaftler oder auch diverse Künstler über Staub informieren und philosophieren: Die Bandbreite der Betrachtungsweisen ist riesig, reicht vom Feinstaub-Gefährdungspotenzial bis zum bloß Lästigen (eine feudelfixierte Hausfrau schraubt wöchentlich ihren Fernseher auf, um ihn auszupinseln), vom wissenschaftlich Lebenswichtigen bis zum schier Poetischen.

Denn ohne Staub kein sichtbarer Himmel, „kein Blau, keine Morgenröte“. Der Staub, „Bodensatz der Schöpfung“ und „Evolution unterm Bett“, wird damit vom Zivilisationsrest zum Mittelpunkt des Interesses erhoben, und es macht Freude, Bitomsky auf seiner Forschungsreise zu begleiten. Sehenswert.



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INHALT

Putzkolonnen kämpfen gegen den Staub um Sauberkeit. Wissenschaftler analysieren die schädlichen Folgen von Feinstaub oder uranhaltiger Munition. Goldschmiede wiegen den Goldstaub und schmelzen ihn wieder ein. Nach der Sprengung eines historischen Gebäudes im Ruhrgebiet bleibt nur Schutt, Geröll und Staub übrig.
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