KRITIK

Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith

Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith
Der Vorhang hat für uns eine riesige Leinwand freigegeben. In den nächsten 140 Minuten soll sie unsere Augen fesseln. Die Fanfare des bekannten Filmverleihs ist verstummt. Und wie auf Bestellung legt der Meister der digitalen Bilder, George Lucas, sofort mächtig los. Raumschiffe und Kampfjäger wohin das Auge reicht kreuzen die digitale Projektionsfläche. Explosionen, zerstörtes Metall und andauerndes Munitionsfeuer bestimmen die Szenerie. Aus den Boxen, die uns umgeben, tönen aufdringlich laut die unterschiedlichsten Zisch-, Knall und Explosionslaute. Kampfgetümmel a la Lucas. “Das wollen die Fans sehen“, hatte der Meister gewarnt, noch bevor sich die Jugendschutz-Wächter der FSK zusammengesetzt hatten und sich erst kurz vor Kinostart zu einer Altersfreigabe ab 12 Jahren durchringen konnten.
Wird hier nun ein Versprechen eingelöst? Wird die Saga nun so vollendet, wie sie den Wünschen der weltweiten Fangemeinde entsprechend vollendet werden sollte?

16 Jahre hatte sich Märchenonkel Lucas Zeit gelassen, nachdem die Rebellen auf dem Waldmond Endor mit den Ewoks einen erbarmungswürdigen Sieg feierten. Lange 16 Jahre bis er begann, mit „Star Wars Epsiode I – The Phantom Menace“ (1999) seine Prequel-Trilogie über das Werden von Darth Vader und den Aufstieg des Imperiums zu erzählen.
Als George Lucas die Produktion dieser drei „Prequels“ ankündigte, war die Aufregung so groß, dass bereits die restaurierte Jubiläumsversion des Erstlings, die zum Anwärmen wieder ins Kino gebracht wurde, Rekorde verzeichnete. Im technoiden 21. Jahrhundert hatte er jetzt besseres Werkzeug zur Hand. Nun konnte er sich der digitalen Bildbearbeitung bedienen. Das Schauspiel der Protagonisten fand vornehmlich vor einer sogenannten Blue-Screen-Leinwand statt. Alles andere wurde später am Computer dazu „gerechnet“. Die Kämpfe gerieten somit noch bildgewaltiger, detailreicher und die Außerirdischen noch abstruser und weitaus „lebendiger“. Doch unter dieser visuellen Opulenz ging in den vorangegangenen Episoden die „Unbekümmertheit“, die Unschuld der Geschichte, das simple Schwarz gegen Weiß, Gut gegen Böse gänzlich verloren. Staunten noch wenige über die technischen Raffinessen, mit denen beispielsweise das Wüstenwettrennen in Episode I erzählt wurde, gähnte die Fangemeinde bereits im Kollektiv über den Romantikkitsch von Episode II. George Lucas hatte die Anakin-Amidala-Lovestory nicht in den Griff bekommen.

Nun der letzte Baustein – die Episode drei. Und mittendrin statt nur dabei: der junge Anakin Skywalker – seit „Episode II: Attack of the Clones“ gespielt von Hayden Christensen. Ihm wird nun die Aufgabe zuteil, vom verliebten Jungvater zum machtgeilen Lord des Bösen zu mutieren. Keine leichte Aufgabe für einen kanadischen Seriendarsteller. Doch Christensen meistert seine Aufgabe mit Bravour. Nur wenige Szenen thematisieren die für die weitere Story so wichtige Schwangerschaft Amidalas (Natalie Portmann) und Anakins Angst, seine Frau zu verlieren – das Hauptmotiv für seine Annäherung an die dunkle Seite, die ihm verspricht, den Tod zu überwinden. Lucas´ Hauptaugenmerk liegt auf der Vater-Sohn-Dynamik zwischen dem Jedi Skywalker und Senator Palpatine, der das Isolationsgefühl des Waisen benutzt, um ihn auf seine Seite zu ziehen. Das Gezänk der Handelsföderation, die Intrigen im Senat, die nervtötende Knabengeschichte Anakins – sie fügen sich zusammen mit der überzeugenden Metamorphose Skywalkers zu einem Gesamtstück, das nicht mehr in der zeitlosen Gegenwart des Mythos ruht, sondern fortwährend Fahrt aufnimmt bis zu seiner dunklen Auflösung. Wenn die alte Trilogie ein Mythos war, ist die neue eine Tragödie.

Und eine Tragödie mit vielen Parallelen zur aktuellen Tagespolitik: Da hält Anakin seinem ehemaligen Mentor Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor, stets gut gescheitelt) voller Hass entgegen: „Wenn du nicht für mich bist, bist du gegen mich.“ Oder Senator Palpatine erlässt Notstandsgesetze, als er die Föderation zu einem Imperium formt. Am Ende wird der oberste Sith-Lord die Demokratie eigenhändig auseinander nehmen, wenn er im riesigen Senatssaal die Balkone aus den Verankerungen reißt und sie wie gewaltige Frisbees nach Yoda wirft.
„Die Rache der Sith“ verändert das Gesicht der gesamten „Star-Wars“-Hexalogie. Diese Erzählung, in der Anakin alias Darth Vader derart düster scheitert, mit Jammer und Schrecken, wird das jugendliche Mainstreampublikum nur ertragen, weil es um die spätere Erlösung bereits weiß. Dank eines herausragenden Hayden Christensen, wird dieses Scheitern glaubhafter. Alles andere ist großes Kino, eine Oper aus digitaler Phantasie, Lärm, Effekten und Tempo. George Lucas inszeniert nicht nur Menschen und Worte, sondern vor allem Farben und Formen. „Die Rache der Sith“ zeigt ihn auf der Höhe seiner Kunst.



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INHALT

Während sich der Krieg der Republik gegen die Separatisten verschärft, benutzt Senator Palpatine die Situation zum Ausbau seiner Macht. Immer mehr zieht er den Jedi Skywalker auf seine Seite, missbraucht seine Angst um den Verlust der großen Liebe, um ihn für seine Pläne zu gewinnen. Schließlich vollzieht sich die Wende, die Anakins Familie, viele Leben und die Ordnung in der Galaxie zerstört.
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Eure Kritiken zu Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith

  1. Susanne

    Wow, was für ein Film! Meine Erwartungen wurden vollkommen erfüllt. Ein grandioser Schlußteil. Hat alles gestimmt, auch Hayden Christensen

  2. Udo

    Ja, George Lucas hat nach seinen unsäglichen ersten beiden Prequel-Episoden hier nun alles richtig gemacht. Spannung, Story, Effekte, schausp. Leistung, alles stimmt – super. Unbedingt ansehen!

  3. Vader

    Wusstet ihr…… dass Darth Vader aus dem holländischen kommt und übersetzt „Vater“ heitß?? Hiermit einen Gruß an unsere Nachbarn 🙂 Aber der Film ist geil! Hat alles gestimmt! Nette Seite…

  4. Critix

    Na ja.. ich will mich mal nicht in die ganzen lobeshymnen einreihen und ein paar kritische punkte anmerken. also hat schon mal jemand genau auf die Raumschiffe geachtet? ist es nicht so, dass die raumschiffe im verlauf des filmes immer älter werden. und hat hier niemand dass gefühl, dass auf teufel komm raus der anschluss an die episode 4 gefunden werden muss. und das zu lasten der story? achtet mal drauf…

  5. Philipp

    Weniger modern, mit moderneren Mittelnich glaube was Critix meint ist der Spagat zwischen den größeren Möglichkeiten der Tricktechnik und dem Zwang, die Technik im Film älter erscheinen zu lassen als in den älteren Teilen … ein echtes Problem, wahrscheinlich erst recht, wenn man alle sechs Teile hintereinander sieht.

    Die Szene, in der die Geburt der Zwillinge Leia und Luke mit der Wiederauferstehung Anakin Skywalkers als Darth Vader gegeneinandergeschnitten werden, hat geradezu was religiöses. Erst recht, wenn man beachtet, dass vorher Obi-Wan Kenobi Darth Vader halb tot in der Hölle (dem Lava-Planeten, wie hiess er noch) zurücklässt. Aber sowas war ja schon immer die Stärke von Star Wars.

  6. Cecilia

    Was auf dieser netten Seite…… doch auffällt ist, dass es wenig Frauen gibt. das will ich hiermit mal ändern. Der Film war meines erachtens sehr technisch. Was interessieren mich die ganzen Jäger und Raumschiffe, was soll hier die ganze Politik. Aber hier jetzt von einem Jungen-Film zu reden, wäre zu platt. Die Liebesgeschichte hat mir sehr gut gefallen – oder besser der Antrieb von Anakin, so für seine Ehefrau einzutreten. Ausserdem ist der Blondschopf sehr sexy… Ein netter Sci-Fi-Film…

  7. BratPit

    Ein klasse Film! Unbedingt anschauen. Ich habe ihn schon 3mal gesehen. Nette Seite..

  8. Amidala

    Nun habe ich den Film bbereits zum dritten Mal gesehen. Danke für informative Zeitleiste. Und ach ja, der Film ist der Hammer und verdient bei euch ein „Meisterwerk“…

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