KRITIK

Star Trek – Into Darkness

Filmplakat Star Trek Into DarknessYou think you´re safe? You´re not.“ – Abramsverse”, ungezügelter, bereits entschuldigter „Playboy-Sexismus”, Geek-orientierte, sinnentleerte Action-Achterbahn -Sause… Betrachtet man im Feuilleton die Kritiken zu J.J. Abrams Fortsetzung zum furiosen 2009er Star-Trek-Reboot „Star Trek – Die Zukunft hat begonnen”, wird man mit einigen Begriffen konfrontiert, die es wahrlich in sich haben … Denn obgleich J.J. Abrams „Star-Trek” Neubeginn als „nerdige” Referenz an das althergebrachte „Star-Trek” Schinkentum, inklusive der verspielten, unterbudgetierten wie trashigen 1960er Ur-Alt-Serie und den teilweise mythologisierten 80er Jahre Cowboy-Diplomatie / Gut Vs. Böse Blockbuster-Klassikern, zu überzeugen wusste, da ein gewisser Esprit auf der Leinwand verströmt wurde, sehen sich J.J Abrams als Regisseur und die weiteren Macher hinter dem aktuellen „Star-Trek” Franchise selbst mit ihrem Nachzügler „Star Trek – Into Darkness” aktuell mehr denn je scharfer Kritik diverser Filmkritiker ausgesetzt … Und Dank einiger Aspekte manchmal „nicht ganz” zu Unrecht, trotz überwiegender Liebesbekundung / Gegenwehr des modernen Publikums.

„Star Trek – Into Darkness” erweist sich nach Gewichtung aller Vor- und Nachteile als insgesamt am Ende sehenswerter Vertreter der Blockbuster-Zunft im Science-Fiction-Genre … Sofern man sich an dessen (nochmals gesteigerte) Abläufe gewöhnen kann … Und keineswegs als das „epische” zu erwartende Meisterwerk, welches das gesamte Genre neu definieren sollte. Und damit selbstverständlich eine falsche Erwartungshaltung und folgerichtige Enttäuschung bei angestammten Kritikern und auch bei einem gewissen Teil des Publikums evoziert…

„Darkness is coming.” – Im Grunde genommen wurde allen Filmliebhabern „Star Trek” als Franchise ja schon immer als die „Krone” und DER Meilenstein des „Science Fiction Genres” verkauft… Aber betrachtet man sämtliche Leinwandableger (bis auf „Into Darkness” sind es 11 an der Zahl), offenbarten sich diese stets als schematisch-konstruierte Crowdpleaser, mit mal mehr, mal weniger emotional wirksamen Effekt, welche stets genauestens die entsprechenden Knöpfe zwecks „reiner” Unterhaltung beim Publikum zu bedienen wussten. Ja, der selbst als Actionachterbahnfahrt konzipierte und gelungenste Ableger der „Next – Generation-Crew”, „Star Trek – der erste Kontakt”, konnte am Ende nie in Schlagdistanz zu den Meilensteinen des Science Fiction Genres wie „2001 A Space Odyssey“, „Blade Runner” oder gar „Alien”, trotz einprägsamer One-Liner, treten.

Denn einen ebenbürtig-großen Raum zum Nachdenken über das gesehene / über eine größere Anzahl von verborgenen Metaebenen als geistiges Angebot ans Publikum zum referieren über das „eigene” SEIN verfügte „Star Trek” nach Ablauf der Credits bis heute nie … Lediglich die etablierten Serienableger konnten sich mit diesem Thema des öfteren auseinander setzen, verströmtem am Ende dann aber auch wieder einen reaktionären, spassigen Abenteuer-Gestus / Charakter bzw. besannen sich am Ende aus Angst vor zu viel langweilig vorexerzierten, geistigen Tiefgang für das avisierte Publikum wieder auf die seichten Unterhaltungsmechanismen der TV- und Film-Branche. Genauso wie J.J Abrams aktueller Blockbuster „Star Trek – Into Darkness”, welcher sich mühelos in dieses etablierte Schema einfügt, und nicht als „Überflieger” des Genres gehandelt bzw. rezipiert werden sollte.

Also warum wird „Star-Trek Into Darkness” vom hiesigen Feuilleton dann teilweise in der Luft zerrissen? Man weiß es außer der vielleicht falschen Rezeptionshaltung ehrlich gesagt nicht genau… Lediglich in technischer Hinsicht setzte „Star – Trek” als Franchise in der Vergangenheit immer wieder neue Trends bzw. etablierte auf diesem Gebiet Errungenschaften, welche heute im Alltag ihre erstaunliche Daseinsberechtigung finden. Einen Trend, den J.J Abrams in „Star Trek – Into Darkness” aktuell zu vergessen haben scheint… Und entsprechend nicht entwickelte. Als eingefleischter Science-Fiction / eventueller „Star-Trek”-Liebhaber vermisst man aktuell neu geschaffene, „Bond-mäßige”, spacig-wirkende Gadgets, welche wieder einmal als zukünftige Ideengeber im Takt für unsere moderne Gesellschaft fungieren könnten. Etwas Kritik an mangelndem Ideenreichtum der Macher im Hinblick  auf den genannten Aspekt ist an dieser Stelle also durchaus angebracht…

My crew is my family, Kirk. Is there anything you would not do for your family?” – J.J Abrams versteht es unter Zuhilfenahme seiner Script-Writer Damon Lindelof, Alex Kurtzman und Roberto Orci und Dank einer in „Star Trek – die Zukunft hat begonnen” generierten, alternativen Zeitlinie, zwar geschickt, die aufgegriffenen Handlungsabläufe aus „Star Trek II” zu variieren, betreibt im Endeffekt mit seiner aufgegriffenen und seit den 80er Jahren im Blockbuster Segment etablierten „Cowboy Gut vs. Böse -Diplomatie” narrativen Stillstand auf höherem, technischen Niveau, kann wie seine Vorläufer auf dem Regiestuhl kaum neue Reizpunkte setzen. Er erzählt das, was eingefleischten „Trekkern” seit der Etablierung der Ur-Serie und den allersten „Trek Blockbustern” bereits bekannt ist/ zur Genüge eingeimpft wurde, verändert lediglich die gesetzten Vorzeichen … Und bringt das Publikum in einem unausweichlichen Schlüsselmoment der zwei bekanntesten Protagonisten des „Star Trek”-Universums und einer daraus resultierenden Referenz an „Star Trek II” wie in der Vergangenheit dann nicht „emotional” zu Fall, sondern strapaziert auf Grund eines kultigen, wieder auftretenden „Oneliners” vielleicht sogar die Lachmuskeln … J.J Abrams Herangehensweise an „Star -Trek” bleibt also Geschmackssache …

„Khaaaaaaaan….” – J.J Abrams neuester Franchise Ableger „Star Trek – Into Darkness” entpuppt sich bei genauerer Betrachtung nicht als sinnentleerte, menschenunfreundliche, technik-apologethisch selbstverliebte „Transformers” Blockbuster-Sause, welche prinzipiell in Sachen Erzählung gen Null zu tendieren droht, sondern als simplifizierte / auf eine im „Trek-Universum” narrativ auf das aktuell (manchmal) zu sehr Notwendigste beschränkte, mit viel Selbstironie anhaftende Spassgranate (ein Vulkanier muss in einem Vulkan gerettet werden (!) ), welche dem gesamten „Star Trek”-Franchise eine anhaftende, frühere, vor dem Publikum per Inszenierung meist geschickt- verborgene inhaltliche Dummheit entsprechend aufgreift und schon konsequent entstaubend persifliert (Die Enterprise unter Wasser!). Also sich nicht davor scheut, diese offen zur Schau zu stellen.. J.J Abrams ”Star Trek – Into Darkness” besitzt also etwas, vorüber man sich als bodenständiger Betrachter herrlich mokieren kann, aber legt dafür auch wieder erfrischende Ehrlichkeit an den Tag. Andererseits ist es natürlich schade, dass relevanten Themen wie das des öfter angesprochene Thema der Veränderungen der gesamten „Star-Trek” Gesellschaft zu einer „militaristischen” Vereinigung” keine inhaltliche Entwicklung zugestanden wird. Peter Weller´s Motive als Admiral Marcus werden am Ende dann doch etwas oberflächlich abgehandelt. Und „Star Trek – Into Darkness” kann folgerichtig den Geruch einer leicht oberflächlichen, aber durchweg gut inszenierten „Beinahe“-Franchise-Action-Geek- Persiflage, den Tenor einer leicht durchgeknallten Science-Fiction-Action (in Sachen Narration in einer etwas verschachtelteteren Struktur) Hommage / Komödie und die dann durchweg sympathischen Zwischentöne des Science Fiction-Liebhabers Abrams auf dem Regiestuhl nie zur Gänze abstreifen. Inklusive eines guten bis exzellent aufspielenden Casts…

Im Gegensatz zum Vorläufer und im Zuge der eigenen, inszenatorischen Euphorie / der wiederentdeckten Freude, Star-Trek wieder erfrischend durch den Wolf zu drehen, lässt J.J Abrams „Star Trek – Into Darkness” als spaßige Geek-Oberkeule aber des öfteren ein zu hohes Maß an Tempo angedeihen, er legt als Regisseur eine unglaublich atemberaubende Schnittfrequenz an den Tag, die dem Zuschauer nach gewisser Zeit in „Star Trek – Into Darkness” kaum Platz zum Luftholen lässt. „Star Trek – Into Darkness” fördert ebenso eine unnötige Überzeichnung einiger weniger „Star Trek”-Helden zu Tage und droht daher des öfteren gefährlich in den Bereich diverser Actionschlachtfeste (The Expendables 2 und Fast & Furious 6 lassen an dieser Stelle grüßen) abzurutschen, schlägt aber am Ende Dank der Besinnung auf die eigenen (zwischenmenschlichen) Star-Trek Werte und etablierten Tugenden immer wieder die Kurve zur Vernunft (und zum Publikum) … Natürlich bietet „Star Trek – Into Darkness” Dank einer roh und schmutzig inszenierten Zukunfts-Welt und durch den bereits durch die Medien bekannt gewordenen, terrorhaften Tenor auch aktuelle Bezüge zu den Befindlichkeiten in unserem (Makro)Kosmos. Und hinterlässt am Schluss eine etwas konservative Botschaft. Jedoch sollte man diese Aspekte nicht über Gebühr interpretieren. Denn am Ende offenbart sich alles nur als ein großer Spaß. Und alles ist so wie früher, zwar nicht unbedingt besser, aber auch nicht unbedingt schlechter. Und nur ein bisschen, bunter, lauter als auch lustiger. Und am Ende etwas schneller. Aber auch etwas verrückter.

 



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INHALT

Wenn die Mannschaft der Enterprise (unter anderem Zachary Quinto, Simon Pegg, Karl Urban, Zoe Saldana und Anton Yelchin) nach Hause gerufen wird, finden sie eine schier unaufhaltsame Kraft des Terrors vor, die aus den eigenen Reihen ihrer Organisation kommt und die Sternenflotte zerstört hat und damit alles wofür diese steht, so dass die Welt nun in einen Krisenzustand verfallen ist. Captain Kirk (Chris Pine) hat noch eine offene Rechnung zu begleichen und führt eine Fahndung im Kriegsgebiet an, um eine Ein-Mann-Massenvernichtungswaffe gefangen zu nehmen. Die Helden werden in ein episches Schachspiel um Leben und Tod getrieben, bei dem ihre Liebe herausgefordert, Freundschaften auseinander gerissen und Opfer für die einzige Familie, die Kirk noch bleibt, gebracht werden müssen: seine Crew.
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