KRITIK

Spider-Man

Spider-Man Der Blockbuster des Jahres hat in den USA sämtliche Rekorde gebrochen: Bestes Startergebnis, bestes Wochenergebnis und nach nur 4 Wochen Laufzeit bereits einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Bei genauerer Betrachtung und unter Bereinigung der inflationären Entwicklung moderner Kinounterhaltung keine große Überraschung, hatten doch schon andere Sprösslinge aus dem Hause Marvel Comic oder DC ähnliche Erfolge erzielt. Superman in den späten 70ern, Batman in den späten 80ern und die X-Men in den späten 90ern.

Jetzt springt also der jüngste Spross aus dem Hause Marvel auf die Leinwand und sorgt für volle Kinosäle. Warum erst jetzt? Das hat nicht zuletzt mit langjährigen filmrechtlichen Auseinandersetzungen zu tun. Pläne für eine Verfilmung des überaus erfolgreichen Comics gab es schon Mitte der 80er.

Hier also der normalste aller Helden, der so recht kein Held sein will. Spider-Man ist anders. Schon die Comic-Zeichner Stan Lee und Steve Ditko hatten ihre Schöpfung ambivalent angelegt, anders als seine immer schon moralisch integren erwachsenen Superhelden-Vorfahren aus den dreißiger und vierziger Jahren.

Spider-Man ist ein amerikanischer Held der heilen Welt. So sagt der Schüler Peter Parker, der wenig später zum Spinnenmann mutiert, gleich am Anfang: „Es ist eine Geschichte über das Mädchen von nebenan.“ Spider-Man ist nicht sofort Spider-Man. Spider-Man geht über das schlichte Konzept „Held mit Problemen“ hinaus. Er ist so zu sagen das Aschenputtel unter den Superhelden. Sein ausgeprägt „realistisches“ Privatleben führt demnach zu einer anderen Form der Identifikation. Superman beispielsweise ist ein Erlöser, allenfalls ein „großer Bruder“, Spider-Man, Peter Parker im Privatleben – ein Superheld wie du und ich. Das überdeckt nicht einen Kern im Wesen eines Marvel-Helden: Einsamkeit und Selbstzweifel. Regisseur Sam Raimi (Ein einfacher Plan, The Gift – Die dunkle Gabe), selbst großer Marvel-Comic-Fan hat diese Essenz herausgearbeitet. Er fokussiert hier seine Comicadaption auf das rein menschliche, auf das größte Geschenk der Menschheit, auf die Liebe. Ursprung allen Handelns und Tun ist hier ein Mädchen aus der Nachbarschaft, die Jugendliebe von Nebenan, Mary Jane Watson. Jungstar Kirsten Dunst meistert diese Verkörperung mit Bravour. Sie hat nicht mehr zu tun, als unaufdringlich und doch auffallend präsent zu sein und mit einfachen Reizen zu jonglieren, was vom Zahnpasta-Lächeln bis zum innigen Kuss im nassen T-Shirt reicht.

Star des Films ist ganz klar Tobey Maguire, der es meisterlich versteht seelische Qualen, Gewissenskonflikte und Glücksgefühle mit einer kindlichen Direktheit in seinem Gesicht widerspiegeln zu lassen, dass man sich voll und ganz in die Figur hineinversetzen kann.
Das Problem anderer Comicverfilmungen, die Gratwanderung zwischen aufdringlicher Action und unterentwickeltem erzählerischem Tiefgang zu meistern, absorbiert sich an der Identifiaktion mit der Hauptfigur und der Freude und der Sogwirkung, die entstehen, wenn unser Spidey durch die überaus sexy aussehenden Hochhausschluchten von New York fliegt.



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INHALT

Dick bebrillt, schmal gebaut und loser-blass, so schleichen sie meist durch die Gegend, die wirklich intelligenten und wissbegierigen Menschen dieser Welt. Einer von ihnen ist Peter Parker - nur auf den ersten Blick ein ganz normaler Junge.
Peter lebt mit seiner Tante und seinem Onkel in New York, geht dort jeden morgen zur Schule, interessiert sich für die Wissenschaft und schwärmt für die schöne Mary Jane Watson. Geordnete Verhältnisse eines ganz normalen Außenseiters. Doch für diese besondere Spezies, so scheint es, hat man Hollywood (oder wie in diesem Fall die bebilderte Geschichte, das Comic) erfunden, hier werden Träume war und das Leben verändert sich an einem bestimmten Moment radikal.
Peter wird auf einer Schulexkursion von einer genetisch manipulierten Spinne gebissen. Schon bald bemerkt er die ersten körperlichen Veränderungen. Sein Körper nimmt plötzlich Modelmaße an, er wird geschmeidiger, vitaler, seine Sinne schärfen sich, wenn Gefahr droht, und das Beste ist, die Gesetze der Schwerkraft scheinen für ihn nicht zu existent zu sein. Er kann selbst die steilsten und höchsten Wände hochklettern und die unglaublichsten Distanzen überspringen. Zudem ist er in der Lage eine Netzflüssigkeit abzusondern, mit der er alles einfangen kann, was ihm in die Quere kommt. Kurzum – Peter Parker hat die Kräfte einer Spinne.
Mit diesen Fähigkeiten ausgerüstet, versucht er das Beste herauszuholen, was es für ihn gibt: Macht und Anerkennung. Er möchte seine große Liebe Mary Jane Watson beeindrucken und so schnell wie möglich Geld verdienen. Als Wrestler versucht er an ein Vermögen zu kommen, doch das geht zunächst schief. Nach einem brutalen Überfall stirbt auch noch sein geliebter Onkel Ben. Als dieser seinem Neffen ein Vermächtnis hinterlässt, scheint Peters Schicksal bestimmt zu sein: „Mit großer Kraft kommt große Verantwortung.“ Peter verinnerlicht diese Worte und widmet sich als Spider-Man fortan dem Kampf gegen das Verbrechen. Da kann er noch nicht wissen, dass sein härtester Gegner direkt aus seinem Umfeld kommen wird, das er seit vielen Jahren kennt...
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Eure Kritiken zu Spider-Man

  1. Udo

    Ohne besondere..Erwartungen bin ich in diesen Film gegangen und bin doch absolut positiv ueberrascht worden. Nach den unzaehligen durchweg positiven Kritiken war die Vorfreude schon sehr groß. Doch was sollte schon den Reiz ausmachen? Die Essenz der Geschichte? Die Actionszenen? Alles ist vom feinsten gewesen. Der Plot nachvollziehbar, die Action am oberen Limit und die Schauspieler hervorragend. Kinounterhaltung in Hochgenuss…

  2. Peter

    Gute Unterhaltung..Bin zwar kein Fan und kein Comicfreak, habe dennoch am Wochenende eine Karte ergattern können und mir diesen Film angesehen. Man erhält hier über 2 Stunden sehr gute Kinounterhaltung mit einer nachvollziehbaren Geschichte und guten Actionszenen. Ein toller Film.

  3. M.J.

    Klasse FilmEndlich mal eine gute Comicverfilmung.. und Tobey Maguier ist dich wirkluich klasse als Spider-Man, oder? Ich habe diesen Film jetzt 3 mal gesehen und kann nur jedem empfehlen, sich dieses Actionabenteuer auch anzutun.

  4. Ralf

    Jetzt endlich auch gesehen…. und für sehenswert befunden. Sam Raimi hat es tatsächlich geschafft.

    Seine Comivcverfilmung ist besser als alle vorherhigen Comicverfilmungen. Er hat Spider-Man ein Gesicht gegeben, das Tobay Maguire hervorragend verkörpert. Aber auch Willem Dafoe kann überzeugen. Ein Film, den man nicht verpassen sollte.

  5. honnepon

    Super Film,super Darsteller, super Story (nicht zu einer Zeit ins Kino gehen, zu der alle (!!!) pubertierenden Kids unterwegs sind), super Kameraführung, super Intro, einfach nur klasse!!!! Geht rein, es lohnt sich. Ach, ja, ein paar Spinnenaufnahmen hätten die sich sparen können, lässt sich wohl aber nicht vermeiden 🙂

  6. Pete

    Gutes UnterhaltungskinoDer Film besitzt alle Zutaten für gutes Unterhaltungskino, nicht mehr und nicht weniger. Eine nette Liebesgeschichte, viele CGI Effekte, ausgefeilte Action und eine durchweg schlüssige Story, für eine Comicverfilmung natürlich…:-) Gruß

  7. tine

    prima.genau wie ich erwartete hat dieser film mich prima unterhalten. ich finde die mischung aus dem realen leben des peter parker (mit „normalen“ bildern und kamera) und dem leben als helden (sehr farbig, sehr bewegt) ziemlich gelungen. mich haben auch die (doch recht häufigen) romantischen, bzw. menschlichen szenen NICHT gestört, erklären sie doch wesentlich die entwicklung der geschichte. [gestört hat mich nur der teil des publikums der mit diesen szenen nicht klar kam und meinte das auch dem rest der zuschauer mitteilen zu müssen]

    tobey maguire ist ganz gross! …

  8. Eliza

    klebrig gutDieser Film hat es wirklich in sich – super Effekte, ein klasse Tobey Maguire, stimmige Geschichte und viel Action in der aufregendsten Stadt der Welt… einziger Wehrmutstropfen: ein bisschen weniger Gewalt in der Prügelszene hätte es auch getan… aber wir wollen ja nicht kleinlich sein. Spiderman erfindet das Popcorn-Kino neu!

  9. Tay

    Spider-manSpider-man ist ein wundervoller Film.Ich finde darin steckt etwas überragendes,was die anderen Filme nicht besitzen.Fast alles ist in diesem Kinohit enthalten.Humor,erotik,spannung,lehrreich und abenteurlich.Noch etwas was ich zu dem Bezug spider-man sagen will ist der Soundtrack von Chad Kroeger und Josey Scott.Er drückt aus das man spider-man einfach anschauen muss.Wer diesen Film verpasst(was eigentlich unwarscheinlich ist)hat sich etwas spektakuleres und fantstisches entgehen lassen.Wenn ihr mich fragt:Ich würde mir sogar die DVD oder das Video zu diesem Kult kaufen.
    Fazit:>Ein muss für jeden spinnenliebhaber.

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