KRITIK

Speed Racer

Speed Racer Wer bremst, verliert. Okay, im gewöhnlichen Straßenverkehr vielleicht nicht, aber im gepixelten Hochgeschwindigkeitskosmos, den die Gebrüder Wachowski hier zu entfesseln versuchen, gilt das definitiv. Beschleunigung ist alles – und Figuren, Story, Spannung verblassen darüber im Dunst der virtuellen Abgase. Aber wen kümmert das? Seit ihrer „Matrix“-Trilogie gelten die Regisseure Larry und Andy Wachowski in Hollywood als Wunderknaben, vergessen ist, dass nur der erste Teil ihrer Erlöser-Saga wirklich mitreißend und revolutionär war und sich die Serie danach in eine verstiegene Sphäre der Comic-Esoterik schraubte. Im Falle des „Speed Racer“ jedenfalls durften sie wohl schalten, wie sie wollten, solange nur die Schauwerte stimmten.

Zu viel Freiheit aber ist in mehrfacher Hinsicht tödlich. Irgendwer hätte den Wachowskis bedeuten müssen, dass „Speed Racer“ mit 135 Minuten Rennzeit ungefähr eine Stunde zu lang ist. Und irgendwer hätte ihnen sagen müssen, dass dort, wo alles möglich ist, wo keine Gesetze der Physik, der Psychologie, kurzum der Plausibilität mehr gelten, sich nicht die unendlichen Möglichkeiten auftun, sondern die totale Beliebigkeit gähnt.

Der Film, den eine Spezialisten-Armada an Rechnern zusammengeschraubt hat und der teilweise mit deutschem Geld sowie deutschen Nebendarstellern in Babelsberg entstanden ist, erzählt die Geschichte der Rennfahrerfamilie Racer, deren talentiertester Filius Speed vom übermächtigen Konzern Royalton Industries abgeworben werden soll.

Emile Hirsch spielt diesen Jungen, und wer ihn unlängst in Sean Penns „Into the Wild“ gesehen hat, der kann erahnen, wie unterfordert er hier vor dem Green Screen agiert. Speed aber schlägt das Angebot aus und spürt gleichzeitig eine Verschwörung auf: Die Rennen sind manipuliert! Nur einmal kurz, während man bonbonbunte Boliden umeinander sausen sieht, muss man dabei an das Wagenrennen aus „Ben Hur“ denken. Es scheint unendlich fern. Ein Jammer.



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INHALT

Nach dem Unfalltod seines Bruders Rex tritt Speed dessen Erbe als vielleicht bester Rennfahrer an. Als das Supertalent aber ablehnt, für einen Großkonzern zu fahren, erklärt dieser ihm den Krieg. Mit Hilfe seiner Familie versucht Speed zu beweisen, dass er auch manipulierte Rennen gewinnen kann. Doch die Gegner zeigen dem Meisterfahrer, wie rücksichtslos sie ihre wirtschaftlichen Interessen durchsetzen.
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Eure Kritiken zu Speed Racer

  1. Jana66

    Ein kunterbuner Spaß. Rasant, spannend, witzg, Ich fand den Film richtig gut. Auch wegen Emile Hirsch!

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