KRITIK

South

South „Keine Sorge, wenn Sie nicht von Anfang an alles verstehen. Das kommt schon.“ war vielleicht der wichtigste Hinweis, den die beiden Autoren und Regisseure Gerhard Fillei und Joachim Krenn dem Premierenpublikum in Köln vorab mit auf den Weg geben konnten. Denn sicher kann man sich nicht sein, ob alle Zuschauer das Verwirrspiel bis zur letzten Minute durchhalten. Doch wer aufgibt, verpasst etwas.

„South“, der erste Film des österreichischen Regieduos und unter unglaublichen Produktionsbedingungen über 12 Jahre hinweg entstanden, ist ein faszinierendes Werk. „Im Stil von Lost Highway und Memento“ heißt es im Presseheft, aber das stimmt so nicht ganz. Zum einen, weil die Arbeit an „South“ lange vor „Memento“ begonnen wurde, zum anderen, weil der Vergleich mit dem Lynch-Kosmos aus „Lost Highway“ auf eine falsche Fährte führt.

Die Frage „Wer ist Brue McGray?“, die sich durch „South“ zieht, wird tatsächlich am Schluss beantwortet. Darsteller Matthew Mark Meyer ist optisch eine Art junger Elvis Presley, so wie man überhaupt staunen kann über allerhand wahnsinnig ausdrucksstarke, völlig unbekannte Darsteller-Gesichter. Eingetaucht werden diese in stimmige und kunstvoll arrangierte schwarz-weiß-Bilder, die den Noir-Krimi huldigen und die oft mehr an Fotografien oder Comics als an bewegte Bilder erinnern. Erinnerungsfetzen.

Negativ anzumerken sind höchstens die zu anfangs zu stark eingesetzte wacklige Handkamera, die zwar Nähe suggerieren soll, hier aber ob des schwer durchschaubaren Gesamtkonzepts, eher verwirrt. Auch die sehr schnellen Schnitte und aufeinanderfolgenden Versatzstücke und Parallelmontagen erinnern eher an einen Experimentalfilm als an einen Krimi, erzählt mit einer herkömmlichen, linearen Narration. Dennoch, mit dem komplexen Verwirrspiel „South“ empfiehlt sich das österreichische Regie-Duo Fillei und Krenn durchaus für weitere Filme.



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INHALT

Nach einem dramatisch gescheiterten Raubüberfall auf eine Bank in Los Angeles, steht Bruce McGray am Tiefpunkt seines Lebens. Gejagt vom FBI und schwer verletzt flieht er nach New York. In ihm brennt die Sehnsucht, alles hinter sich zu lassen und ein neues Leben zu beginnen. Vielleicht sogar an jenem Ort in Südamerika, den eine junge, ihm unbekannte Frau in ihrem Tagebuch so eindringlich beschreibt.

Dieses Tagebuch erhielt Bruce von Maria aus Del Rio. Vor zehn Jahren hatten die beiden eine intensive Liebesbeziehung. Bruce versucht verzweifelt heraus zu bekommen, wer die Frau aus dem Tagebuch ist und warum Maria ihm dieses Buch gerade jetzt gesendet hat. Als Bruce in diesem Buch einige verstörende Fotografien findet, die ihm seltsam vertraut erscheinen, ahnt er, dass ihn etwas mit dieser mysteriösen jungen Frau verbindet. Ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit, dessen Bilder plötzlich immer wieder aus der Tiefe seiner längst verloren geglaubten Erinnerung auftauchen. In New York trifft er Dana die Nachbarin seines Unterschlupfs, deren Schicksal sich auf dramatische Weise mit seinem verbindet.

Als er Maria endlich erreichen kann, erfährt Bruce nur sehr wenige, dafür aber umso beunruhigendere Dinge über sich selbst. Während ihm die Bundesbehörde und die New Yorker Polizei immer dichter auf den Fersen sind, beginnt für ihn eine verzweifelte Suche nach seiner wahren Identität.
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