KRITIK

Solange Du da bist

Solange Du da bist
Mit über sechs Millionen verkauften Büchern weltweit war es nur eine Frage der Zeit, bis Hollywood an die Tür des französischen Autoren Marc Levy klopft. Und die ersten Gespräche über eine Verfilmung seines ersten Romans „Solange Du da bist“ soll es bereits noch vor der Übersetzung ins Englische gegeben haben. Fünf Jahre später scheint die Zeit reif für eine Leinwandadaption seines Erstlings. Das Genre der romantischen Komödie ist in 2005 nun wahrlich nicht überpräsentiert.

Das erfolgreiche Produzententeam von SKG Laurie MacDonald und Walter F. Parkes, die das Buch genauso beeindruckt haben muss wie viele andere Million Leser oder vermutlich Leserinnen auch, schickten Regisseur Mark Waters ins Rennen, sich dieses einfachen Stoffes anzunehmen. Waters hatte bereits mit seinen erfrischenden Komödien „Hals über Kopf“ und zwei Jahre später mit „Freaky Friday“ sein handwerkliches Geschick für das Genre bewiesen.
Auf Waters´ Wunschzettel für die Besetzung standen die Namen Reese Witherspoon und Mark Ruffalo ganz oben auf der Liste. Und er bekam sein „Dreamteam“.

Dass diese Besetzung jedoch alles andere als ein „Dreamteam“ ist, beweisen die zwei bereits bei ihrem ersten übernatürlichen Aufeinandertreffen. Reese Withersppon ist in der Rolle der ehrgeizigen Ärztin Elizabeth Masterson tödlich verunglückt und darf im Aggregatzustand „Geist“ wieder auf die Erde zurück. Als sie ihr altes Apartment aufsucht, muss sie feststellen , dass ein Biertrinkender und Pizza-Vertilgender Sportfanatiker in ihrem Allerheiligsten haust. Dies ist der Startschuss für eine Romanze, wie sie sich wohl nur ein hoffnungslos romantischer französischer Romanautor und eben Hollywood ausdenken können. Waters geht im weiteren Verlauf keine Risiken ein und verfilmt das Buch nah an der Romanvorlage. Lediglich das Ende wurde für den Film etwas zusammengestrichen. Reese Witherspoon ist in der Rolle der verliebten Ärztin eine absolute Fehlbesetzung. Sie vermag dem Film nicht mehr zu geben als ihr typisch putziges Stirnrunzeln und weit aufgerissene Puppenaugen. Die zwischen den Hauptdarstellern so essentielle Chemie will hier zu keiner Zeit entstehen, und mehr noch, spätestens wenn Elizabeth (Witherspoon) in einer Szene mal durch den Tisch geht und in einer nächsten Szene auf diesem liegt, geht auch der letzte Anspruch in punkto Logik den Bach herunter. So sehr die beiden auch in anderen Filmen glänzen konnten, vor allem Reese Witherspoon in der kommenden Johnny Cash Biographie „Walk the Line“, so sehr misslingt hier ihre Interpretation einer übernatürlichen Liebesbeziehung.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Elizabeth Masterson ist Ärztin aus Leidenschaft. Ihre Doppelschichten in der Notaufnahme sind für sie normal, und nach einer kurzen Kaffeepause ist sie wieder ganz für ihre Patienten da. Da bleibt ihr Privatleben natürlich auf der Strecke. Das entgeht ihren Kollegen wie auch ihrer Schwester nicht, die sie zu einem netten Abendessen im Kreis der Familie und einem Freund eingeladen hat. Nach anfänglichem Zögern sagt Elizabeth zu und macht sich auf den Weg. Es ist sehr spät und zu allem Übel fängt es auch an zu regnen. Da geschieht das Unglück – sie wird von einem entgegen kommenden Laster gerammt. Elizabeth überlebt schwer verletzt und fällt in ein Koma.

Doch ihr Geist findet sich mit dem körperlichen Schicksal nicht so einfach ab. Von nun an unsichtbar, tritt sie in ihr altes Leben zurück. Dies spürt vor allem David, der auf der Suche nach einem neuen Appartement das von Elizabeth mietet. Völlig unwissend, was da auf ihn zukommt, macht er es sich auf der Couch mit ein paar Dosen Bier gemütlich und schaut sich immer wieder sein Hochzeitsvideo an. Davids Frau ist gerade gestorben – er kann nur schwer über ihren Tod hinweg kommen. In diesem Szenario taucht plötzlich Elizabeth auf und beschimpft David, dass er in ihre Wohnung eingebrochen sei. David versucht ihr zu erklären, dass er dieses Appartement gemietet und sie sofort zu verschwinden habe. Er wird sie zwar los, aber auf mysteriöse Weise taucht sie immer wieder auf, obwohl er die Schlösser ausgetauscht hat. Sie wird zu einem Quälgeist, da sie immerfort seinen Lebensstil kritisiert und ihm vorwirft, ihre Wohnung zu ruinieren. Das Merkwürdige ist, dass David der Einzige ist, der Elizabeth sehen und mit ihr sprechen kann. Er vertraut sich seinem besten Freund, dem Psychiater Jack an, doch der findet in Davids Aussage und Verhalten nur einen Grund: er ist stark depressiv und durch den Tod seiner Frau völlig verstört. David indessen versucht alles, um Elizabeth wieder loszuwerden. Er wendet sämtliche Formen der Geisteraustreibung an, doch immer wieder steht sie vor ihm. Aber schon langsam haben sie sich aneinaner gewöhnt .... sie haben sich verliebt. Gemeinsam streifen sie durch San Francisco, um das durchsichtige Durcheinander in Ordnung zu bringen. Die Zeit wird allerdings knapp, denn die Ärzte haben Elizabeths Schwester Abby überredet, sie nicht länger künstlich am Leben zu erhalten. David erfährt davon und will das Abschalten der Geräte auf jeden Fall verhindern. Es beginnt ein Lauf gegen die Zeit – und das Hoffen auf ein Wunder ...
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eure Kritiken zu Solange Du da bist

  1. Yasmin

    Reese Witherspoon wird von einem Augenschmaus (Ruffalo) aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt. Wer hat da schon einen Anspruch auf eine ernst zu nehmende Logik? Es ist ein Märchen. Und als solches funktioniert es ganz hervorragend.

  2. Catwoman

    Eine schöne Unterhaltung fürs Wochenende. Etwas fürs Herz. Ok, Anspruch auf Tiefgründigkeit darf der Zuschauer nicht stellen, doch die Darstellung geht zu Herzen. was will frau mehr?

  3. Nina

    Schade.Mich hat der Film leider enttäuscht. Reese Witherspoon spielt ihre Rolle viel zu hysterisch. Wer das Buch gelesen hat, hätte eine sanfte Hauptdarstellerin erwartet. Außerdem fehlt fast 1/3 des Inhalts, und das Ende ist (bei allem Kitsch) zuviel des guten…

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*