KRITIK

Smokin` Aces

Smokin` Aces Kino um seiner selbst willen? Genau das. Destilliert man das Handlungsgerüst auf seine Grundsubstanz handelt es sich hier um eine Freakshow. Regisseur Joe Carnahan bedient sich hier geschickt aus dem Fundus der Filmgeschichte und schmeichelt dem Filmfan. Das muss denjenigen, die im Kino mindestens eine bedeutungsschwangere Charakterentwicklung sehen wollen, natürlich viel zu wenig sein. Diejenigen, die das Medium lieben und sich durchaus an coolen Schauwerten ergötzen können, ist dies gerade lieb und teuer. Das Medium feiert sich selbst. Die Freakshow setzt sich hier aus den unterschiedlichsten Darstellern zusammen: Dazu zählen neben Aushängeschild Ben Affleck noch Andy Garcia, Sängerin Alicia Keys, Chris Pine, Ray Liotta, der Rapper Common, Ryan Reynolds, Jeremy Piven und noch einige mehr. Allesamt kommen sie – und beinahe auch die Zuschauer – ins Schwitzen, wenn nach einer etwas längeren Aufwärmphase die ersten schnittschnellen Actionszenen – oder besser die Kampfmaschinengemetzel einsetzen.

Initialzündung des wilden Geschehens ist der Entertainer Buddy „Aces“ Israel, hervorragend verkörpert von Jeremy Piven („Das Urteil“, „Old School“). Er hat seine Karriere dem Mob zu verdanken, möchte nun aber aussteigen und als Kronzeuge eine Haftstrafe umgehen. Der Mafia-Boss, den er dem FBI ausliefern will, ahnt den Verrat und setzt eine Million Dollar Belohnung für denjenigen aus, der ihm Buddys Herz bringt. Unverzüglich setzt sich die Freakshow in Gang, die sich aus einer Schar professioneller Mörder zusammensetzt. Sie alle machen sich auf den Weg in ein Casino-Hotel, in dem sich das potenzielle Opfer aufhält.

Es braucht seine Zeit, um die diversen Handlungsstränge zu verstehen und ihre Zusammenhänge zusammenzusetzen. Doch zu einfach will es der Regisseur und Drehbuchautor Joe Carnahan den Zuschauern nicht machen. Die Killer sollen es zudem auch nicht zu leicht haben: Die FBI-Agenten Richard Messner (Ryan Reynolds) und Donald Carruthers (Ray Liotta), denen hier glücklicherweise mehr Spielzeit und somit keine persiflierte Statistenrolle zukommt, bekommen von ihrem Vorgesetzten Stanley Locke (Andy Garcia) den Auftrag, das Opfer zu beschützen.

Das, was den Film so besonders macht, ist nicht die gewollt schwarzhumorige und mitunter verwirrende Story. Es ist auch nicht das gnadenlose Actionfeuerwerk, das fast einem Bombardement im Krieg gleichkommt. Es sind auch nicht die kernigen Dialoge, die sich im Ton der eruptiven Gewalt des Films anpassen. Es ist vielmehr die Art der Darstellung, die stylischen Bilder und die Einstellungen, die rasanten Musikclip-ähnlichen Schnitte und der perfekt abgestimmte Soundtrack von Clint Mansell („The Fountain“). All diese Dinge formen sich zu einer cineastischen Achterbahnfahrt, die ungeheuer viel Spaß macht.

Obendrein lohnt der Film schon allein deshalb, weil die Charaktere so originell und die Darsteller so genial sind: Alicia Keys spielt in ihrer ersten Kinorolle die lesbische, sexy Scharfschützin Georgia, Ben Affleck ist der fertige Ex-Cop und jetzige Auftragskiller Jack Dupree, Ryan Reynolds darf als FBI-Agent ran. Und last but not least wäre da noch das völlig abgedrehte Killertrio Darwin (Chris Pine), Jeeves (Kevin Durand) und Lestor Tremor (Maury Serling), das keine Gnade kennt und Panzerknacker-gleich alles platt macht, was sich ihm in den Weg stellt. Eben Kino um seiner selbst willen.



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INHALT

Eine ganze Armada blutlüsterner Hit-Men will sich die Kopfgeld-Million verdienen, die Primo Sparazza ausgelobt hat, um Buddy "Aces" Israel das Lebenslicht ausblasen zu lassen. Genau gesagt soll ihm das Herz bei lebendigem Leib herausgeschnitten werden für den Verrat am erbosten Mafiaboss. Buddy, professioneller Falschspieler und Kartenhai, hat sich derweil ins High-Tech-Penthouse eines schicken Hotels zurückgezogen, bewacht vom FBI, das versprochen hat, ihn in ihr Zeugenschutzprogramm aufzunehmen.
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Eure Kritiken zu Smokin` Aces

  1. BastiFantasti

    klarer kultstatus!!! coole sprüche und charaktere mit reichlich witz und überzeugenden schauspielerischen leistungen.

  2. Elisa

    Witzig aber zu brutal.

  3. BastiFantasti

    Klarer Kultfilm. Witzig und blutig. Nicht verpassen!

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