KRITIK

Smaragdgrün

Bild (c) 2016 Concorde Filmverleih GmbH.

Bild (c) 2016 Concorde Filmverleih GmbH.

Verglichen mit den großen Kino-Fantasyreihen der letzten fünfzehn Jahre, von „Harry Potter“ bis „Die Tribute von Panem“, wirken die deutschen Verfilmungen von Kerstin Giers „Edelstein“-Bestsellern notgedrungen etwas schwach auf der Brust. „Smaragdgrün“ ist nach „Rubinrot“ und „Saphirblau“ der maue Abschluss der Reihe. Der wohl erhoffte ganz große Erfolg war ihnen mit einem Einspiel von jeweils knapp über 3 Mio. Euro bislang auch nicht beschieden. Dennoch sollte man es Regisseur Florian Fuchssteiner und der inzwischen von der Autorin zur Co-Regisseurin beförderten Katharina Schöde hoch anrechnen, dass sie dergleichen hierzulande überhaupt mal versuchen: Teen-Fantasy mit langem Atem zu erzählen. Und so ganz fürchterlich waren die ersten beiden Episoden ja nicht.

Dennoch ist „Smaragdgrün“, zugleich der aufwendigste Teil der Trilogie, ein eher enttäuschendes Finale geworden. Das liegt daran, dass der Plot keinen wirklich neuen Twist mehr bereithält und die schon etablierten Themen nur noch einmal rekapituliert. Heldin Gwen Shepherd (Maria Ehrich) ist mit ihrer Gabe, durch die Zeit reisen zu können, immer noch der sinistren Loge des Grafen von St. Germain auf der Spur, und nach wie vor weiß sie nicht, ob Gideon (Jannis Niewöhner), in den sie seit „Rubinrot“ heimlich verliebt ist, ein Agent der Gegenseite ist.

Szene_SmaragdgruenAußerdem hält sie den „Chronografen“ versteckt, mit dessen Hilfe der Graf und seine Schergen die Weltherrschaft erlangen wollen. Bald ist sie wieder auf diversen Zeitreisen unterwegs, deren paradoxe Konstruktion so windschief ist, dass man besser nicht dagegenpusten sollte. Garniert sind sie diesmal mit Anspielungen auf die krisenhaften Weltläufte von heute.

Den Grafen übrigens, den die in den schottischen Highlands alsbald zur Lara-Croft-haften Kampfamazone ausgebildete Gwen in der Vergangenheit besiegen will, spielt, mit Spaß am bösen Blick, Peter Simonischek, der ab dem 14.07. in Maren Ades „Toni Erdmann“ in der Rolle seines Lebens zu sehen sein wird. Wiedersehen macht Freude. Was man von Gwen, Gideon und Co. hier nicht unbedingt behaupten kann.

 

 

Kritikerspiegel Smaragdgrün



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


Frank Brenner
choices, FRESH, etc.
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Durchschnitt
5.5/10 ★★★★★½☆☆☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du in unserem Kritikerspiegel.

 

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