KRITIK

Sky Captain and the world of tomorrow

Sky Captain and the world of tomorrow
Ein wenig gespenstisch war es schon, den verstorbenen Brandon Lee, der während der Dreharbeiten der Fantasy-Moritat „The Crow“ versehentlich erschossen worden war, dank digitaler Trickserei als Wiederauferstandenen in posthum generierten Szenen zu erleben. Vielleicht, so wurde damals orakelt, bräuchte es eines Tages überhaupt keine Schauspieler mehr, sondern bloß genügend Rechner-Kapazität. Doch die Technik mag voranschreiten wie sie will, vollständig ersetzen wird sie den Menschen nie.

Eine Lektion, die Regisseur Kerry Conran bei aller Lust am kunstvollen und künstlichen Bild verstanden hat. Zwar lässt er in einigen Sequenzen seines schauprächtig-futuristischen Nostalgie-Abenteuers den lange begrabenen Sir Laurence Olivier erstaunlich munter erscheinen, aber der Rest seines Ensembles besteht aus vitalen Zeitgenossen. Soviel Fleisch und Blut sollte auch sein, denn die Schauspieler mussten durchweg vor dem Blue Screen agieren, die Kulissen wurden erst im Nachhinein im Computer erschaffen. Aber genug der Pixel-Protzerei.

Conrans zitatfanatische Comic-Extravaganza spielt im Jahre 1939 in einem bilderbuchimposanten Metropolis-New-York und erzählt die klassische James-Bond-Geschichte einer Weltverschwörung. Ein wahnsinniger Wissenschaftler namens Dr. Totenkopf, der Assoziation nach ein ominöser Nazi-Potentat, überzieht die Stadt mit fliegenden Killerrobotern und anderen Plagen. Allein der furchtlose Joe „Sky Captain“ Sullivan (Jude Law) kann ihm Einhalt gebieten und jagt den Finsterling an der Seite der hübschen Reporterin Polly Perkins (Gwyneth Paltrow) in Jules-Verne-Manier um den Erdball.

Conran mischt dabei mit der Verve des kinoenthusiastischen Video-Amateurs die Genres und Epochen, kreiert eine wilde Synthese aus 30er-Jahre-Romanze, Pulp Fiction, Film Noir und Indiana-Jones-Abenteuer – Cineasten werden mit Genuss die ungezählten Verweise zu dechiffrieren versuchen. Auch gefällt der detailverliebte, schwebend zeitlose Comic-Look des Films, der gar nicht seelenlos wirkt, sondern gar vergessen macht, dass die Geschichte nicht für fünf Cent taugt.



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INHALT

Im Jahre 1939 erschüttert eine Serie von Entführungen verdienter Wissenschaftler die freie Welt. "Chronicle"-Reporterin Polly Perkins aus New York lässt auf der Suche nach Hintergründen nicht locker und findet in dem Flieger-As "Sky Captain" einen kaum minder hartnäckigen und furchtlosen Verbündeten. Während New York bereits von fliegenden Robotermonstern attackiert wird, kommt man gemeinsam einer furchtbaren Verschwörung zur Vernichtung des Planeten auf die Schliche.
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Eure Kritiken zu Sky Captain and the world of tomorrow

  1. Udo

    Hallo Leute,….. mal wieder hier. Nett geworden. Ab und zu liest man ja was Neues. Zum Film: Habe mir mehr versprochen. Eine Mixtur aus alten Luftschlachten und moderner CGI-Action-Animation. Warum hier so eine Starriege bei dem schlechten Drehbuch engagiert werden konnte, dürfte ein geheimnis des Produzenten bleiben. Nein, auf DVD hötte der Film gereicht.

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