KRITIK

Sing

Bild (c) 2016 Universal Pictures International.

Bild (c) 2016 Universal Pictures International.

Illumination Entertainment hat sich mit seinen CGI-Trickfilmen in den letzten Jahren zur ernstzunehmenden Konkurrenz für Disney gemausert. Doch während die beiden „Ich – einfach unverbesserlich„-Teile moderne Klassiker sind, blieben „Minions“ und „Pets“ zuletzt hinter den Erwartungen zurück. Nicht an der Kasse, aber in Sachen Plot und Originalität. Ein wenig gilt das auch für „Sing“, das neue Illumination-Werk. Die Figuren sind toll, die Gags auch, doch Autor und Spielfilm-Regisseur Garth Jennings („Der Sohn von Rambow“), der mit „Sing“ erstmals einen Animationsfilm inszenierte, legt anstelle einer ausgereiften Komödie eher eine rasante Nummernrevue vor.

Die Idee ist gut: eine Casting-Show der Tiere, parodistisch angelehnt an die Reality-TV-Formate, die das Unterhaltungsfernsehen seit ewig in Geiselhaft halten. Hier ist es ein finanziell klammer Koalabär, der eine Talentshow ins Leben ruft, um sein darbendes Theater zu retten. Weil seine senile Sekretärin zwei Nullen zu viel ans ausgelobte Preisgeld hängt, ist das Medieninteresse größer als erwartet.

szene_sing-castingWie in „Deutschland sucht den Superstar“ und Co. schaut man zunächst einer Parade skurriler Zählkandidaten zu, bis sich die wahren Talente herauskristallisieren: darunter eine Schweinehausfrau mit 25 Ferkeln, ein schwuler Eber, ein introvertierter Gorilla, ein Stachelschwein mit Punk-Ethos, eine Maus mit Sinatra-Gen und eine Elefantin mit Lampenfieber. Das Casting-Motiv wird irgendwann ruckzuck fallengelassen, um Platz zu machen für ein packendes Show-Finale voller gecoverter Pophits von Katy Perry bis Bananarama. Vor allem in den Details ist das irrsinnig komisch, am Ende auch gebührend kitschig – nur eine runde Story ergibt sich nicht daraus. Am Pixar/Disney-Standard à la „Zoomania“ lässt sich das nicht messen.

szene_sing_daniel_hartwichWie üblich gilt für US-Animationsfilme: Wer die Chance hat, die Originalfassung zu sehen, sollte diese nutzen. Denn wo dort zahlreiche Stars wie Matthew McConaughey, Scarlett Johansson oder Reese Witherspoon am Mikro stehen, muss man in der deutschen Fassung mit Daniel Hartwich, Alexandra Maria Lara, Iris Berben und Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß, nun ja, Abstriche machen. Für einen amüsanten Advent-Spaß reicht es aber definitiv in beiden Fällen.

 

 

 

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