KRITIK

Silent Hill

Silent Hill Rose Da Silva (Radha Mitchell) liebt ihre Adoptivtochter Sharon so sehr, dass sie für das Mädchen durch die Hölle gehen würde. Und das muss sie auch. Um dem Kind zu helfen, das von wiederkehrenden Albträumen gepeinigt wird und bis an den Klippenrand schlafwandelt, sucht Rose die Geisterstadt, die Sharon im Schlaf immer erwähnt: Silent Hill. Ein abgeriegeltes Kaff in West Virginia, das nach einem schweren Brandunglück unter Quarantäne steht und im Schweldunst der Kohleflözen begraben liegt. Doch noch bevor Rose und Sharon die Stadt erreicht haben, verschuldet die Mutter einen Autounfall. Als sie erwacht, ist ihre Tochter verschwunden. Allein macht sie sich auf den Weg durch den Nebelschleier und den Ascheregen des Ortes, um ins Herz von Silent Hill und gleichsam zum dunklen Geheimnis ihrer Tochter vorzudringen. Es wird eine Odyssee durch eine gottverlassene Twilightzone, ein Abstieg ins Purgatorium.

Der französische Regisseur Christophe Gans, der mit dem reißerischen Gruselthriller „Pakt der Wölfe“ Bekanntheit erlangt hat, verfilmte mit „Silent Hill“ eine erfolgreiche Computerspielserie. Man merkt der Geschichte ihre Herkunft allerdings nicht an, was als Kompliment zu werten ist, schließlich glückt der Story-Transfer von der Playstation auf die Leinwand so gut wie nie. Gans und sein Autor Roger Avary, der „Killing Zoë“-Regisseur und „Pulp Fiction“-Mitdichter, erschaffen jedoch eine bedrückend-hermetische Welt des schleichenden Horrors, die für durchaus subtilen Schrecken sorgt und sich nicht auf den plakativen Kitzel verlässt – mal abgesehen von einigen Nachtschattenkreaturen, die aus den Winkeln der Stadt gekrochen kommen und Hui-Buh-Furcht verbreiten.

Die schuldhaft lastende Vergangenheit der Stadt Silent Hill aber, von der Gans und Avary erzählen, zieht zunehmend in den Bann und verdichtet sich zu einem blutrünstigen Morality Play im Sinne von Arthur Millers „Hexenjagd“. Eine visuell unterkühlte, kompromisslose Fabel über die zerstörerische Kraft des Glaubens wie des Aberglaubens.



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INHALT

Rose befindet sich mit ihrer an einer unheilbaren Krankheit erkrankten Tochter Sharon gegen die Proteste ihres Ehemanns auf dem Weg zu einem Wunderheiler. Dabei passiert sie ein Portal in eine andere Realität. Kurz vor der verlassenen Stadt Silent Hill hat sie einen Unfall und Sharon verschwindet spurlos. Rose folgt ihrer Silhouette in das Dorf, in dem sie auf schreckliche Kreaturen stößt, die die Bevölkerung bis auf wenige Ausnahmen ausgerottet haben. Mit der Polizistin Cybil macht sich Rose daran, das Geheimnis von Silent Hill aufzuklären und lebend aus der Angelegenheit herauszukommen.
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Eure Kritiken zu Silent Hill

  1. Stefan

    Endlich mal wieder ein Horrorfilm, der das Gehirn anstrengt. Spannend u super inszeniert. für Fans ein Muss!

  2. Videofrek

    Der Franzose Christopher Gans hat hier nach seinem „Pakt der Wölfe“ mal wieder ganze (spannende) Arbeit geleistet. Der Film fasziniert auf ganzer Linie. Wie schon mein Vorredner: Für Fans ein Muss!

  3. Twickers

    Spielumsetzung mit NiveauWer hätte geglaubt, dass es so etwas je geben würde – eine Spiellizenz, die nicht durch Uwe Boll in Ungnade fällt. Noch dazu schafft Christophe Gans es, die Atmosphäre einzufangen, Spielekennern bekannte Details zu präsentieren, den Urplot neu zu gestalten und dabei ein Fest für die Sinne zu produzieren. Man kann sich auf der Leinwand kaum satt sehen an den herlich morbiden Sets und Kreaturen. Pluspunkte gibt es auf jedenfall, weil die richtige Entscheidung getroffen wurde Akira Yamaokas Originalscore beizubehalten – der ist immer der letzte Schliff für den Abstieg in die Hölle. Obendrauf ein Finale, das sich nicht hinter Genreklassikern wie Hellraiser zu verstecken braucht und den neuen Umgang mit Blut in Horrorfilmen dank wunderbarer Inszenierung locker in die Tasche steckt.

    Einige Punkte in der Erzählweise kratzen leider an der Euphorie, so hinterläßt vor allem Sean Beans Rolle einen faden Nachgeschmack, als sei er nur hineingebaut um einerseits eine Männerquote zu erfüllen und andererseits um auch dem unkonzentriertestem Zuschauer eine Zusammenfassung zu liefern. Das nimmt einige Male die Dynamik und wirkt zu aufgesetzt. Auch der große Schlächter des Films (der Pyramidenkopf) bleibt für Spielekenner leider zu starr in seiner exekutiven Position und man wünscht sich neben dem ganzen Gerede von Hexenverfolgung und Kohlefeuern mehr Bezug zum Innenleben der Hauptcharaktere aus unserer Welt, die Silent Hill nur besuchen.

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