KRITIK

Siegfried

Siegfried
Es gab mal eine Zeit, irgendwann kurz nach der Entstehung der Nibelungen-Sage, da war die Krawall-Komik von Tom Gerhardt, dem Mofa-Mann mit den ungezählten Proll-PS, noch neu und von der Faszinationskraft des Abartigen beflügelt. Doch wie so viele Spaßmacher hat auch der studierte Germanist Gerhardt es versäumt, mit seinem rülpsübersättigten Ballermann-Programm rechtzeitig abzutreten, oder sich eine halbwegs frische Masche zuzulegen.

Nein, der Blödler mit dem Dackelblick kaspert seine traurige „Boh suuuper“-Nummer zu Tode, nur eben in wechselnden Leindwand-Kulissen. Für den jüngsten Klamauk haben er und Regisseur Sven Unterwaldt („7 Zwerge – Männer allein im Wald“) dann mal ganz tief in die Mythenkiste gegriffen und die Miss-Geschichte des legendären Nibelungen-Dummkopfes Siegfried hervorgeholt.

Der in glühend-unerwiderter Liebe zur schönen Kriemhild (Dorkas Kiefer) entbrannte Bastkörbchen-Findling erscheint in der Unterwaldt-Version des kultisch verehrten Ringelpiezes aus dem Rheinischen indes nicht als strahlender Drachentöter mit Achilles-Schulter, sondern als strohblonder Schwachkopf in steter Schweinebegleitung. Tom Gerhardts Siegfried, hier von einem sprechenden Ferkel umschwärmt, weicht überhaupt von der Wagner-Norm ab. Er stirbt auch nicht, wie es sich gehört, sondern heiratet am Ende eine Küchenmagd. Aber zu diesem Zeitpunkt ist das kölsche Gekalauere um Schmied Mime, Bösewicht Hagen von Tronje und Zicken- Kriemhild längst so unlustig ausgeufert, dass es kein Schwein mehr interessiert.



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INHALT

Lange vor unserer Zeit, als das Rheinland von Schlachten und Kriegen zerrüttet daniederliegt, schwimmt in einem Körbchen ein Neugeborenes den Rhein herunter und macht sich mit einem beeindruckenden Faustschlag bemerkbar: Dem Stroh entspringt ein junger Recke, ja, es ist Tom Gerhardt alias Siegfried, der die Heimat heldenhafter Weise wieder aufrichten, Drachen töten, Zwergenkönige bezwingen, sich in Kriemhild verknallen und von Hagen getötet werden wird.
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Eure Kritiken zu Siegfried

  1. Udo

    oh oh, habe den Film gestern gesehen. Ich weiss auch nicht, was mich dazu bewogen hat. Ich wollte ein bisschen Spaß haben und etwas lachen. Aber statt Spaß gab es nur Bauchkrämpfe.. Diese ewigen Witz-Wiederholungen – schrecklich! Nein, ich schäme mich, dafür Geld ausgegeben zu haben.

  2. Krause

    Hallo Leute, man muss schon auf den Humor von Tom Gehrhard stehen, ihr humorlosen Zeitgenossen. Ok, einige Witze wiederholen sich ein paar Mal. Aber der der Film ist witzig, denn Witzischkeit kennt keine Grenzen…

  3. Schappi

    Cooler Film. Habe mich köstlich amüsiert.Unbedingt ansehen….

  4. Dagobert

    Das stimmt! Siegfried reicht um Längen nicht an „Die 7 Zwerge“ heran. Das ist Schade. Tom Gerhard floppt hier!

  5. Susann

    Der Film war wirklich richtig schrecklich. Ich kann nur jedem davon abraten. Schöne Seite.

  6. betty

    siegfried – nur coolUnbedingt reingehn!!! Hab mich totgelacht

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