KRITIK

Sie sind ein schöner Mann

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INHALT

Der Bauer Aymé und seine Frau Huguette bilden eher eine griesgrämige Zweckgemeinschaft als ein liebevolles Ehepaar. Gefühle sind ihnen nur aus dem Fernsehen bekannt, aus der Welt der Soaps, die sich die Bäuerin zum Ärger ihres Mannes während des Kartoffelstampfens gerührt ansieht. Ansonsten ist das Leben der beiden von mühevoller Arbeit bestimmt. Doch die muss Aymé nun alleine bewältigen, denn Huguette kommt durch einen Kurzschluss an einer defekten Melkmaschine ums Leben. Mit einem Mal türmt sich das schmutzige Geschirr, das Brot ist hart, die Kaffeefilter fehlen, die Waschmaschine sondert Massen von Schaum aus. Es vergehen gerade einmal zehn Tage, da wendet sich der verstockte Witwer an eine Heiratsvermittlung mit dem viel versprechenden Namen „Verliebt, verlobt, verheiratet“.

Zunächst kann sich Aymé mit der Leiterin dieser Institution, Madame Marais, nicht richtig verständigen. Sie fragt ihn nach Hobbys. Musik, Theater? „Ich liebe Tiere“, bringt der Bauer schließlich heraus. Dem Modell der romantischen Liebe steht er völlig verständnislos gegenüber, er beherrscht nicht einmal das gängige Gefühlsvokabular – Einsamkeit, Verlust, Schmerz, Glück kennt er nicht. Verliebtsein, ein Dessert mit zwei Löffeln essen, daran ist er nicht interessiert, eine Frau sollte vor allem eine zupackende Arbeitskraft sein. Madame Marais schlägt einen Trip nach Rumänien vor. Dort lässt sich bestimmt eine Frau finden, die für ein paar Euro bereit ist, ihr Leben mit einem Bauern zu teilen und sich auf seinem Hof nützlich zu machen. Auch wenn sich Aymé zunächst über diesen Vorschlag empört, willigt er ein und sitzt schon wenig später zitternd vor Angst im Flugzeug.
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