KRITIK

Shrek der Dritte

Shrek der Dritte Und wieder eine Fortsetzung. In fast 80 Prozent aller Fälle gehen die vielen Fortsetzungen zu Lasten der Qualität der Ursprungsidee. Wie gesehen, auch im dritten Teil von Shrek.

Die Serie um den grünen Oger, die so herrlich zahlreiche Märchen zitiert und so humorvoll wie vorsichtig mit den Protagonisten der europäischen und amerikanischen Mythengeschichte jongliert, bekommt nun auch ihre zweite Fortsetzung. Und obwohl bei einem Budget von 160 Millionen Dollar für Teil 3 auf technischer Seite keine CGI-Wünsche offen bleiben, wird das große aber leider oft erfolglose Bemühen der Drehbuchentwickler um Chris Miller in punkto Timing, Witz und Inhalt in jeder Szene sichbar. Mit dieser Fortsetzung tritt das ein, was oft mit `auserzählt` oder `ausgelutscht` beschrieben wird. Während der zweite Teil noch an das Niveau des ersten Teils anknüpfen konnte, auch weil er die Entwicklung der Figuren voran trieb (und ein gestiefelter Kater hinzukam), bietet Shrek der dritte keine neuen Fortschritte. Ja schlimmer noch, sogar ein Rückschritt ist erkennbar.

Woran liegt das? Der dritte Teil beginnt mit dem Todeskampf von Shreks Schwiegervater, König Harold, einem Frosch: Als dieser die Hauptfigur Shrek in den (albernen) letzten Sekunden seines Lebens zum Thronfolger bestimmt, versucht sich der gruene Oger als Regierungsoberhaupt. Doch die Qualen, die damit verbunden sind, sind Shrek schnell zu viel. Die Suche nach einem geeigneteren Thronfolger beginnt. Shrek sticht in See und versucht stattdessen den jungen Artie, den einzigen weiteren Anwärter, zu dieser Ehre zu ueberreden. Doch auch Prinz Charming, der Bösewicht aus dem Vorgängerfilm, hat seine Ambitionen noch nicht aufgegeben und plant mit anderen finsteren Gestalten einen Angriff auf das Schloss des Landes.

„Settle down, find a girl..“ hatte Bob Dylan in den 70ern einst intoniert und damit die Weisheit des Älterwerdens in einen Song gekleidet. Shrek ist älter geworden, älter als das Zielpublikum der Filme über ihn. Die Unverfrorenheit der ersten beiden Teile, den zahlreichen Märchenfiguren ein ganz neues, anderes Bild zu geben, weicht hier nun auf und wird durch Milde und Weisheit ersetzt. Shrek fürchtet sich und flüchtet davor, Vater zu werden. In zahlreichen Träumen erscheinen ihm schreiende und speiende Säuglinge. Der eigentliche Witz der Serie, die Demaskierung der Legenden um Captain Hook, Merlin, Schneewittchen, Bambi und Co. fehlt es nun an Schlag- und Überzeugungskraft – ebenso wie dem Oger selbst. Shrek ist gutmütiger und glatter geworden. Und langweiliger. Andrew Adamson, Mastermind der ersten beiden Shrek-Auftritte, wollte sich den Stress, der mit der Umsetzung der ersten Idee bis hin zum Leinwandauftritt verbunden ist, nicht mehr antun. Er lässt Chris Miller, Storyentwickler des ersten Teils, den Vortritt, dessen Unerfahrenheit bei der filmischen Umsetzung hier negativ zu Buche schlägt. Da können am Ende auch die zahlreichen kleinen kotzenden Nachkommen der Oger-Familie den Film nicht mehr retten.



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INHALT

Als King Harold schwer erkrankt, wird ausgerechnet sein Schwiegersohn Shrek auserkoren, die Führung des Märchenlandes zu übernehmen. Das stößt beim Oger auf wenig Begeisterung: Eigentlich hat er keine Lust, seinem geliebten Sumpf den Rücken zu kehren. Mithilfe des Esels und des Gestiefelten Katers versucht er, den rebellischen Artie als König zu installieren. Prinzessin Fiona hat indes mit ihren Freundinnen alle Hände voll zu tun, Prinz Charming daran zu hindern, sich den Thron zu schnappen.
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Eure Kritiken zu Shrek der Dritte

  1. Colonia

    „Wo ist das Baby?“

    Für einige wenige gute Gags und den Spruch der Woche („Wo ist das Baby?“) ist der dritte Shrek immerhin noch gut. Der Rest ist aber eher lau und reichlich weichgespült oder besser gesagt „perfekt geeignet für die Bewerbung von Snacks und Junk Food“, wie es ein Kritiker schrieb.

    „Shrek“ stand mal für richtig freche Unterhaltung mit bösen Gags. Sechs Jahre, zwei Folgen und zig Milliarden Dollar Einnahmen später ist davon leider nicht mehr viel übrig.

    Fehlt nur noch, dass der grüne Kerl für Türkeireisen mit Oger-Tours wirbt!

    http://www.kalk-kultur.de

  2. Calvin

    Shrek ist und bleibt der beste Animationsfilm aller Zeiten. Schade, dass sich die Stimme des Esels verändert hat. TRotzdem ein würdiger dritter Teil.

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