KRITIK

Shrek 2 – Der tollkühne Held kehrt zurück

Shrek 2 - Der tollkühne Held kehrt zurück Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. So endet jedes anständige Märchen, und so hätte auch die ziemlich unanständige und erfrischend komische Fabel vom grünen Sumpfmonster Shrek aus der Gattung der Oger enden können. Schließlich durfte der unmanierliche Koloss mit dem goldenen Herzen unter bärbeißigem Panzer zu guter Letzt seine geliebte Prinzessin Fiona vor den Altar führen – nachdem die sich, befreit vom Fluch der oberflächlichen Schönheit, in eine herzig-pummelige Oger-Braut verwandelt hatte.

Nun gibt es nicht gerade viele Romanzen, die über das Happyend hinausblicken. Die von der Zeit erzählen, da die Frischverliebten merken, dass es eine Katerstimmung namens Alltag gibt. „Shrek 2“ aber, das Sequel eines der erfolgreichsten Animationsfilme aller Zeiten, bürdet dem rülpsfidelen Monsterpärchen genau jenes unsanfte Erwachen auf. Nachdem schon die Flitterwochen im heimischen Morast nicht so turteltraut verliefen wie gewünscht, weil Shreks ständiger Begleiter, der dauerplappernde Esel, keine Rücksicht auf Bettruhe nimmt, muss der Oger-Ehemann nun den adeligen Schwiegereltern vor die Augen treten. Der Empfang im malerischen Königreiche Weit Weit Weg fällt indes denkbar frostig aus. Der König, erschüttert über die pfundige Verwandlung seiner Tochter und ihren Männergeschmack, engagiert nach einigen scharfen Tafelscharmützeln gar einen kleinwüchsigen Schnurrbart-Killer, den gestiefelten Kater (im Original von Antonio Banderas gesprochen), um Shrek zu beseitigen. Schließlich sähe er Fiona lieber mit dem blondgelockten Prince Charming liiert. Also müssen die grünen Riesen noch einmal um ihr Glück kämpfen.

„Shrek – Der tollkühne Held“, den Chef-Regisseur Andrew Adamson und sein Animationsteam vor drei Jahren für das DreamWorks-Studio realisierten, war nicht zuletzt eine hemmungslose Parodie auf die zwitscherbunte Unschuld der Disney-Zeichentrickfilme mit ihrem sprechenden Getier. Im zitatsatten Pop-Universum dieses Monster-Märchens zerplatzten etwa Piepmätze beim Singduell, wurden Frösche zu Luftballons aufgeblasen. DreamWorks-Manager Jeffrey Katzenberg, einst bei Disney unter Vertrag, ließ seiner Schadenfreude freien Lauf.
„Shrek 2“, den Andrew Adamson gemeinsam mit Kelly Asbury und Conrad Vernon inszeniert hat, nimmt da eher die silikonfalsche Glamourseligkeit Hollywoods im Allgemeinen aufs Korn. Schon der Schriftzug des Königreiches „Far Far Away“ prangt wie das Wahrzeichen der Traumfabrik auf waldigem Hügel, auf den Straßen flanieren die Untertanen an verulkten Nobelboutiquen im Beverly-Hills-Stil vorbei.

Dazu werden, wie schon im ersten Teil, die Märchen-Motive aller Zeiten fröhlich verquirlt. Sicher, der Humor hat hier insgesamt ein wenig an Schärfe eingebüßt, aber der detailverliebte Anspielungsreichtum und die sanfte Subversion wider die Makellosigkeit amüsieren doch ungebrochen. So dürfen Shrek und seine Fiona, noch filigraner animiert als zuvor, einmal mehr Mut zur inneren Schönheit beweisen.



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INHALT

Nach seinem Kampf gegen einen Feuer speienden Drachen und den bösen Lord Farquaad hatte Shrek es geschafft: Er rettete die schöne Prinzessin Fiona und für beide gab es ein Happy End. Nun aber muss sich Shrek der größten Herausforderung von allem stellen: der eigenen Verwandtschaft.

Denn als Shrek und Fiona aus ihren Flitterwochen zurückkehren, finden sie einen Brief von Fionas Eltern: Die laden ihre Tochter samt Anhang an den königlichen Hof ins Land Weit Weit Weg ein. Die Eltern freuen sich auf das Wiedersehen mit ihrer Tochter nebst Gatten – aber niemand hat sie auf den Anblick ihres neuen Schwiegersohns vorbereitet, und erst recht nicht darauf, wie sehr sich ihre hübsche Tochter... nun... verändert hat.

Shrek und Fiona haben keine Ahnung, dass ihre Hochzeit alle Zukunftspläne ihres Vaters vereitelt hatten - Pläne für Fiona… und für sich selbst. Nun ist der König gezwungen, die Dienste der mächtigen Guten Fee, des gutaussehenden Prinz Charming und des berühmt-berüchtigten Oger-Killers, dem Gestiefelten Kater, zu bemühen, um seine Version eines Happy Ends herbeizuführen.

Und so sorgen dunkle Geheimnisse am Königshof, ein Komplott und eine ganze Reihe bekannter Märchenhelden dafür, dass Shrek, sein geschwätziger Freund Esel und Prinzessin Fiona plötzlich mitten drin sind in einem neuen aufregenden Abenteuer.
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Eure Kritiken zu Shrek 2 – Der tollkühne Held kehrt zurück

  1. Filmfreak

    Was für ein Spaß!!Jawoll. Die ganze Zeit gelacht und nicht gedacht, dass Teil eins noch zu übertreffen ist. Aber falsch gedacht…

  2. Black

    PloppPlopp. Volles Vergnügen. Unglaublich was die Technik mittlerweile vermag. Und Pinocchio wird ein richtiger Junge – für ein paar Sekunden. Einziger Wehrmutstropfen: Mutter Beimer spricht die Königinmutter. Der gestiefelte Kater als Pussy Cat mit Niedlichkeitsgarantie und der Esel als Superhengst – wunderbar. Geschichte gut, Humor gut, alles gut.

  3. Carter

    Toll..Hab mich echt amüsiert.. Tolle Seite!

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