KRITIK

Showtime

Showtime Sicher, all die quotengeilen Reality-Shows aus lebensbejahender Kloschüsselperspektive sind ein Graus. Da herrscht Einigkeit unter den feuilletonistisch geschulten Kritikern des Privatfernsehens. Egal, ob entblößungsbereite Container-Bewohner vor gierigen Linsen ausgedehnte Schaumbäder und geistigen Schaden nehmen, oder wagemutige Polizisten ihr stilechtes Magnum-Gesicht in wirklich gefährlichen Fällen auf die Kamera-Probe stellen, es drohen Kulturverfall bis zum Abschalten sowie Grenzverlust zwischen Fake und Fakten.
Noch schlimmer als die fremdbeäugten Selbst-Inszenierungen alltäglicher Nichtsdarsteller sind jedoch meist die Satiren darüber. Denn zum einen ist den Auswüchsen des telegenerierten Voyeur-Wahns mit moralinsaurer Ironie kaum mehr beizukommen, zum anderen reiht sich jeder Mahner schnell ins Konsens-Kränzchen der freiwilligen Fernseh-Kontrolleure ein. Und das langweilt.
Regisseur Tom Dey („Shanghai Noon“) aber bemüht sich nun ungeachtet all seiner gescheiterten Vorgänger, die mediale Ruhmes-Sucht der 15-Minuten-Gesellschaft zu karikieren. Wo selbst die hehre Verbrechensbekämpfung nicht mehr unter dem Freund-und-Helfer-Slogan „To protect and to serve“ betrieben wird, sondern zur Jagd nach Markt- und Monetenanteil verkommt, da lässt es sich lustig belehren, so dachte Dey offenbar. Zumal ihm mit Robert De Niro und Eddie Murphy zwei Schauspieler von Weltrang zur Verfügung standen – die allerdings ihre Film-Projekte in den vergangenen Jahren so qualitätsbewusst gewählt haben wie Ed Wood seine Kulissen.
Die von Dey intendierte Fernseh-Schelte läuft von Beginn an aufgrund halbherziger Spottlust ins Leere und tritt bald vollends hinter sattsam verbrauchte Buddy-Movie-Motive sowie eine haarsträubende Action-Story um Wunderwaffen-Schiebereien zurück. Zwar spielt der ständig zahnfleischbleckende Eddie Murphy nach heutigen Maßstäben oscarreif, um den müd-routinierten De Niro aber beginnt man sich zu sorgen. Patrick Wildermann



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INHALT

Detective Mitch Preston vom Los Angeles Police Department war der Kragen geplatzt. Während eines dank tatkräftiger Medien-Unterstützung verpatzten Undercover-Einsatzes zielt er ins Objektiv eines verschreckten Kameramanns und drückt ab. Nach einigem Skandalgeschrei wird Mitch dazu verdonnert, fortan für den TV-Sender des geschädigten Action-News-Reporters den Reality-Kasper zu geben. Ihm zur Seite stellt die erfolgshungrige Produzentin Chase Renzi aus Gründen des Minderheiten-Appeals den sprücheklopfenden Streifenpolizisten und Freizeit-Schauspieler Trey Sellars, der sich ins Bild zu setzen weiß und jedes Cop-Klischee freudig erfüllt. Patrol Officer Trey Sellars ist nur Polizist geworden, weil er als Schauspieler keinen Erfolg hat – viel lieber würde er einen Cop auf dem Bildschirm spielen. Für Mitch ist es ein Höllentrip. Für Trey geht ein Traum in Erfüllung..
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Eure Kritiken zu Showtime

  1. Bart

    EnttäuschungDer Film hielt nicht das, was er versprach.. De Niro kennt man so aus Meine Braut, mein Vater.. und Murphy spielt den Beverly Hills Cop. Eine bekannte und gleichermaßen müde Mischung. Echt enttäuschend!

  2. Udo

    Genre-KostDurchschnittliche Genre-Kost ohne Überraschungen liefert hier das ungleiche Duo De Niro/Murphy. Die Chemie stimmt zwar nicht, doch einige nette Gags haben beide, die sich hier nur selbst spielen muessen, schon auf Lager.

  3. Eliza

    Das passte irgendwie nichtRobert De Niro und Eddie Murphy sind kein gutes Team, denn Eddie geht einem nach 10 Minunten total auf die Nerven und Robert De Niro war auch schon besser in komischen Rollen. Schade, ich hatte mich auf den Film gefreut.

  4. Boyscout

    Nicht schlecht!Hey coole Seite! Ich hab mich bei diesem Film köstlich amüsiert. Nette Witze, gute Unterhaltung, gutes Zusammenspiel. So muss es sein!!

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