KRITIK

Short Cut to Hollywood

Short Cut to Hollywood Gründlich misslungen ist den Autoren und Darstellern Jan Henrik Stahlberg und Marcus Mittermeier (Regie) der Film, den sie nun ihrer zum Kultfilm avancierte Ordnungswahn-Satire „Muxmäuschenstill“ folgen lassen. Es gilt eben: Gewollter Trash funktioniert nicht. Kritisches Ansinnen allein generiert noch keinen guten Film. Stahlberg spielt den singenden Vollversager Johannes, der zu Ruhm gelangen möchte und dafür mit zwei doku-filmenden Kumpels in die USA aufbricht.

Im gelobten Land kommt ihm nach einer Weile jene zündende Idee, die tatsächlich die Medien auf den Plan ruft: Er nennt sich fortan John Salinger und lässt sich aufmerksamkeitsökonomisch erst einen Finger, dann die Hand, den Arm, das Bein abschnippeln: Das ist der titelgebende „short cut“ nach Hollywood, wo er sich, endlich Star der Saison, in seiner „Salinger Show“ live das Leben nehmen will.

Mit dieser Idee hat es sich dann leider. Der Rest gleicht einer Parade des Peinsamen: schlechte Schlagermusik, mieses Schauspiel, ein unglaubwürdiges Liebestechtelmechtel und plattestmögliche Medienkritik, die man fatalerweise bald auf den Film selbst anwenden kann. Denn auch der bedient sich der kritisierten Mittel. Dass Stahlberg trotz „Mux“ nicht unbedingt zum Groß-Satiriker taugt, ist seit seiner gurkigen Politposse „Bye Bye Berlusconi“ bekannt. Sein neuer Versuch schmerzt sogar noch mehr.



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INHALT

John F. Salinger ist unzufrieden mit seinem Leben - mit nun 37 Jahren ist er von Ruhm und Unsterblichkeit immer noch weit entfernt. Da kommt ihm die rettende Idee: Mit seinen beiden besten Freunden macht er sich auf den Weg in die USA, um Popstar zu werden. Und tatsächlich: Das Unternehmen geht auf, und die drei werden weltberühmt. Doch der Preis für den Ruhm ist hoch, denn nur wer früh stirbt, lebt ewig in den Herzen des Publikums weiter.
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Eure Kritiken zu Short Cut to Hollywood

  1. JohnFitzgerald

    Eine sehr amüsante Komödie, lang Lebe Jan Henrik Stahlberg!

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