KRITIK

Shopping-Center King – Hier gilt mein Gesetz

Shopping-Center King - Hier gilt mein Gesetz Den Schauspieler Seth Rogen, den dicklichen jungen Mann mit Lockenkopf, kennt man aus diversen Komödien der Judd-Apatow-Manufaktur oder aus dem „Ananas-Express“: Darf man also wieder lachen über seinen Auftritt als „Shopping-Center-King“?

Man darf, kann aber nicht so recht. Wie Rogen hier, mit kurz geschorenem Haar, als Wächter im Einkaufszentrum herumfuhrwerkt – rassistisch, sexistisch, ein gewaltbereiter Vollversager unter lauter gescheitertem White Trash – das setzt sich genremäßig zwischen alle Stühle: Mit Kevin James harmlosen Aktionen als „Kaufhaus-Cop“ hat das nichts zu tun. Eher trifft hier ein Psycho-„Bad Lieutenant“ auf den Ekel-Humor schlimmer „Zickenterror“-Filme.

Jody Hills Werk heißt im Original „Observe and Report“. Denn Rogens Ronnie darf bloß „beobachten und melden“, obwohl er so gern ein echter Polizist wäre, ein schieß- und verhaftungsbefugter Held, besonders jetzt, wo ein Exhibitionist in der Mall sein Unwesen treibt. Doch ein tatsächlicher Cop (Ray Liotta) steht ihm ebenso im Weg wie sein eigener GrößenwahnHill scheint sich die zielbewusste Überschreitung aller Moral- und Schamgrenzen vorgenommen zu haben. Man weiß nicht recht, ob man diese Kompromisslosigkeit sympathisch finden soll (schließlich entstammt der Film Hollywood). Doch sympathisch ist hier andererseits niemand, weder Rogen selbst noch das „House Bunny“ Anna Faris, das einem in der Rolle einer schlamperten Verkäuferin fast leid tut. Auf jeden Fall bleibt die Warnung bestehen: Wer eine bloße, gängige Klamotte erwartet, wird zweifellos entgeistert zurückbleiben.



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INHALT

Ronnie Barnhardt hat sich einer Mission verschrieben: Niemand soll den Frieden im Einkaufszentrum stören, in dem er als Wachmann für Recht und Ordnung sorgt. Unglücklicherweise beschränkt sich sein Handlungsspielraum darauf, zu beobachten und zu berichten. Doch als eines Tages ein Exhibitionist im Einkaufsparadies auftaucht, geht der Ehrgeiz mit ihm durch: Mit einer Taschenlampe bewaffnet macht er sich daran, den Eindringling zur Strecke zu bringen - möglichst bevor die Polizei da ist und ihm seinen großen Auftritt vermiest.
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