KRITIK

Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin

Shopaholic - Die Schnäppchenjägerin Kreisch! Die Gucci-Schuhe! Kreisch! Die Prada-Tasche! Nach allen Regeln des Hedonismus wohlfrisierter Großstadt-Girls (und vor allem auch nach den Regeln geschäftstüchtiger Produkt-Platzierer) geht es in P. J. Hogans Sophie-Kinsella-Verfilmung zu – das ganz kleine Bisschen Konsumkritik fällt dabei kaum weiter auf.

Die Vorgabe: Attraktive Jung-Journalistin braucht einen Mann, um glücklich zu werden. Bis es dazu aber kommt, muss sie erstmal von ihrem Irrweg abkommen. Und der heißt: Kaufsucht. Rebecca (Isla Fisher, „Vielleicht, vielleicht auch nicht“) kann nämlich keiner Markenmode widerstehen, ihre Kreditkarten glühen bis zum vollständigen Erlöschen, und der Schuldeneintreiber ist ihr stets auf den Fersen. Wo nur lockt ein lukrativer Job?

Zum Glück hat das Drehbuch von der Medienkrise nichts gehört, denn anstatt Printjournalisten zu entlassen, stellen die Verlage in New York eifrig neue Leute ein, sogar ungeachtet ihrer Qualifikationen. So findet selbst Shopping-Huhn Rebecca eine Anstellung, ausgerechnet bei einem Finanzblatt. Doch anstatt nun wenigstens hieraus ironische Funken zu schlagen, verlässt sich der Film lieber auf romantische Konventionen. Daran, dass der smart-nette Chefredakteur am Ende Rebeccas Ersatzbefriedigungen im Shopping-Rausch überflüssig macht, besteht jedenfalls überhaupt kein Zweifel.

Hogan war übrigens in den 1990er Jahren einmal ein recht bekannter Meister der romantischen Komödie („Muriels Hochzeit“), doch der Transfer seiner alten Methoden in die „Sex and the City“-Welt von heute misslingt: Der Film „Shopaholic“ ist also letztlich turbulent allein um der Turbulenz willen, und hinter seiner vorgeblichen Frechheit verbirgt sich ein erzkonservatives Wandlungsmärchen.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Dior oder Prada sind die besten Freunde von Rebecca Bloomwood. Regelmäßig besucht sie sie im Shopping-Paradies Manhattan, nimmt sie gerne auch nach Hause mit. Doch als alle Kreditkarten ausgeschöpft und die Schulden unüberschaubar sind, braucht Becky einen besser bezahlten Job. Sie findet ihn ausgerechnet bei einem Wirtschaftsmagazin - und dort in Chefredakteur Luke einen Mann, den sie nicht kaufen, aber erobern kann.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*