KRITIK

Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin

Shopaholic - Die Schnäppchenjägerin Im Englischen kennt man den schönen Ausdruck „shop until you drop“, was im wesentlichen Geldausgeben bis zum Umfallen meint, den puren, hemmungslosen Kaufrausch. Auf welchen unweigerlich der Kater folgt, meist in Form von Kreditkarten-Abrechnungen. Klar, kein Genuss ohne Reue. Aber wie bekämpft man dieses leere Gefühl? Mit noch mehr Shopping!

So ziemlich jedes menschliche Verhalten kann in die Abhängigkeit führen, und die Autorin Sophie Kinsella beschreibt in ihren Büchern „Die Schnäppchenjägerin“ und „Fast geschenkt“ die ultimative Luxusvariante des Junkietums, die unstillbare Gier nach Prada, Yves Saint Laurent und Gucci, die ihre Hauptfigur in den Griff zu bekommen versucht.

Was „Bridget Jones“ für die Übergewichtigen ist, das ist Rebecca Bloomwood für die Verschwendungssüchtigen – eine lustig-chaotische Single-Heldin, die man gerade wegen ihrer Unzulänglichkeiten mag. Regisseur P.J. Hogan, der Kinsellas literarische Boutiquen-Plündereien nun mit Isla Fisher in der Hauptrolle zu einer romantischen Komödie verschnitten hat, trifft mit dem Thema freilich den Nerv der Zeit: Aufs fröhliche Schuldenmachen ist schließlich die gesamte Finanzwelt gebaut.

Und es hat durchaus Witz, wie ausgerechnet Rebecca, eine bankrotte Journalistin, statt beim ersehnten Modemagazin bei einem Wirtschaftsblatt landet, wo sie der Leserschaft und sich selbst das Marktgeschehen anhand von Luxus-Schuhen und reduzierten Kashmir-Mänteln erklärt, während ihr der Inkasso-Fahnder im Nacken sitzt. Es ist nur schade, dass sich das alles doch schnell wieder in schönem Schein und Prinzessinnen-Märchen auflöst.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Dior oder Prada sind die besten Freunde von Rebecca Bloomwood. Regelmäßig besucht sie sie im Shopping-Paradies Manhattan, nimmt sie gerne auch nach Hause mit. Doch als alle Kreditkarten ausgeschöpft und die Schulden unüberschaubar sind, braucht Becky einen besser bezahlten Job. Sie findet ihn ausgerechnet bei einem Wirtschaftsmagazin - und dort in Chefredakteur Luke einen Mann, den sie nicht kaufen, aber erobern kann.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*