KRITIK

Sherlock Holmes

Sherlock Holmes Sherlock Holmes ist ohne Zweifel eine zeitlose Figur. Drei typische Merkmale reichen aus, um den bekannten Detektiv zu umschreiben: Karo-Outfit, Pfeife und messerscharfer Verstand. Sir Arthur Conan Doyle hat den genialen Detektiv Ende des 19. Jahrhunderts erfunden: Durch eine Reihe von Geschichten und Romanen entwickelte er sich zu einer der nachhaltigsten Ikonen der Popkultur. Seine Abenteuer gehören zu den meistgelesenen der englischen Literatur. Jedes Kind in England kennt die Geschichte(n). Natürlich auch Guy Ritchie, Engländer, Regisseur und Ex-Ehemann von Madonna.

Ritchies „Spezialität“ ist die Krimikomödie. Und in fast allen seinen Filmen geht es um Männerfreundschaften. Als der Engländer Mitte der Neunziger als neuer Regisseur des 21. James Bond Abenteuers (`Casino Royal`) im Gespräch war und die Wahl auf den Neuseeländer Martin Campbell fiel, muss die Enttäuschung groß gewesen sein. Denn die Hauptfigur seines neuen Films fühlt sich an wie Bond, sieht fast so (athletisch) aus wie Bond, hat so viele Talente wie Bond – nur ist es Sherlock Holmes.

Weil sich der bekanntermaßen trinkfeste Brite bestens mit Männerfreundschaften und -abenteuern auskennt und ein Verfechter alter Traditionen ist, konnte mit seinem Reboot von Dr. Watson an der Seite von Sherlock Holmes gar nichts schief gehen. Ritchie, der auch an dem Drehbuch mitschrieb, wusste, dass er mit seiner Neu-Interpretation keinesfalls die bekannten Insignien vernachlässigen und die weltweite Fangemeinde verärgern durfte. Fans, die bis heute an die unerschütterlichen Traditionen und die Ordnung des Spätviktorianismus glauben und schätzen.

Doch wie lässt sich dies mit den Anforderungen an einen modernen Action-Film kombinieren? Hier kommen die herausragenden Darsteller, allen voran Robert Downey Jr. ins Spiel. Downey gelingt das Kunststück, Traditionalist, kühler Rechner, Charakterdarsteller und Actionfigur zugleich zu sein. Am besten wird dies in einer Szene in einem Kampfring deutlich. Zuerst sieht der Zuschauer in Zeitlupe, wie der kühle Stratege – wesentlich kleiner als sein Gegner – in einem scheinbar aussichtslosen Kampf den nächsten Schlag im Kopf visualisiert, um wenig später in einem Tempo loszuprügeln wie eine Actionfigur aus dem 21. Jahrhundert. Nicht zu vergessen, wir befinden uns im Jahr 1891!

Stets an seiner Seite und Holmes rechte Hand ist Dr. Watson. Ein weiterer Coup war es, die Figur mit dem nur sechs Jahre jüngeren Jude Law zu besetzen. Law überzeugt als (zurückhaltender) Mann der Tat und der Vernunft. Zusammen bilden Robert Downey Jr. und Jude Law ein überzeugendes Duo, ein bestens harmonierendes Paar, wie einst Roger Moore und Tony Curtis in „The Persuaders“ (hier bekannt unter: „Die Zwei“, 1971-1972) oder auch Walter Matthau und Jack Lemmon aus „The Odd Couple“ (hier: „Ein seltsames Paar“, 1968). Unter der Regie von Guy Ritchie, bestens vertraut mit der unterhaltsamen Inszenierung von Männerabenteuern und vor der Kamera des Oscar-preisgekrönten Kameramanns Philippe Rousselot („Aus der Mitte entspringt ein Fluss“) sowie in einem atemberaubenden Set von Produktionsdesignerin und Oscar-Kandidatin Sarah Greenwood („Abbitte“, „Stolz & Vorurteil“) gelingt der Reboot der Figur Sherlock Holmes bestens. Genugtuung für Guy Ritchie und zur Freude der Fans. Von diesem neuen Duo Watson-Holmes möchte man gerne mehr sehen.



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INHALT

Mit gewohnter Finesse und Intelligenz gelingt es Sherlock Holmes und Dr. Watson, den mysteriösen Lord Blackwood zur Strecke zu bringen. Und das noch bevor er in einer schwarzen Messe eine Jungfrau opfern kann. Vor seiner Hinrichtung kündigt Blackwood an, er werde von den Toten auferstehen. Tatsächlich geschehen merkwürdige Dinge im Umfeld Blackwood. Holmes wird gezwungen - die Trennung von Watson aufgrund dessen bevorstehender Heirat steht kurz bevor - sich dieser Taten rund um London anzunehmen. Als mit Irene Adler auch noch die raffinierte Betrügerin auftaucht, die ihm einst das Herz brach, ist der ganze Detektiv gefordert.
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Eure Kritiken zu Sherlock Holmes

  1. Sneaker

    Seitdem Guy Ritchie von seinen Fesseln (Ehe mit Madonna) befreit ist, läuft es wieder super- ein sehr unterhaltsamer Action-Film mit zwei überzeugenden Hausptdarstellern.

  2. Cinephiler

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