KRITIK

She A Chinese

She A Chinese Die Geschichte einer Bewegung, ins Offene ebenso wie in immer neue Abhängigkeiten: Li Mei lebt irgendwo in der chinesischen Provinz, ein gelangweiltes Mädchen. Nach einer Vergewaltigung landet sie in der Großstadt Chongqing, lernt einen Kleingangster kennen, der bald ermordet wird.

Mit seinem Geld fliegt sie nach London, wo sie zum Schein einen einsamen 70-jährigen Ex-Mathelehrer heiratet. Sie beginnt eine Affäre mit einem muslimischen Inder und verlässt den Ehemann. Doch der Inder vermisst seine Heimat. Regisseurin und Schriftstellerin Xiaolu Guo, die mit ihrem Film verdient den Hauptpreis in Locarno gewann, hat aus dieser trostlos wirkenden Geschichte einen ganz wunderbaren Film gemacht, der nichts erklären will und nichts umständlich psychologisiert.

Die junge Filmemacherin Guo Xiaolu bleibt auf Distanz, durch Zwischentitel, die die einzelnen, betont lose montierten Sequenzen ironisch-knapp zusammenfassen, und durch die ebenso mädchenhaft-schlaksige wie naiv-traumverlorene Lu Huang, die aus der Hauptfigur gekonnt jene Leerstelle formt, die schon der Titel andeutet.

Eine irritierende Reise zwischen China und Europa, die bis zum Schluss fesselt. Sehenswert.



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INHALT

Mei lebt in einem kleinen Dorf unweit der Dreimillionenstadt Chong qing. In der Nähe einer Imbissbude kümmert sie sich um mehrere Billardtische. Ständig streitet sie sich mit ihrer Mutter, nur widerwillig hilft sie dem Vater, der auf einer Müllhalde nach brauchbaren Gegenständen sucht. Gelangweilt vom Leben geht eines Tages plötzlich alles sehr schnell. Mei will raus, wird von einem Lkw-Fahrer vergewaltigt und nimmt in der Großstadt einen Job als Näherin in einer großen Fabrik an, um kurz darauf wieder entlassen zu werden. Kaum hat sie sich in einen zwielichtigen Gangster namens Spikey verliebt, bricht er, tödlich verletzt, in ihren Armen zusammen. „An easy trip to London“ verspricht ein Reklameschild, und schon ist Mei in der nächsten Szene mit Spikeys verstecktem Geld in England angelangt. Aber hier ist das Leben nicht besser als anderswo, Meis Schicksal wird weiterhin von den Männern bestimmt, die sie kennen lernt. Sie heiratet zum Schein einen pensionierten Mathematiklehrer. Nach kurzer Zeit beginnt sie, gelangweilt vom Ehealltag, eine Affäre mit dem indischen Einwanderer Rashid.
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