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Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Plakat zum Film Shape of Water mit Sally Hawkins und einem Monster im Wasserbassin.

Bild (c) 2017 Twentieth Century Fox Germany.

Bei seiner Dankesrede für den Golden Globe, den Guillermo del Toro Anfang 2018 für die beste Regie bei „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“ entgegennehmen durfte, räumte der Mexikaner ein, dass er von Kindesbeinen an eine Liebe für Monster hege. Sie würden symbolisch für unsere eigenen Unzulänglichkeiten stehen und uns vor Augen führen, dass niemand perfekt sei. Dieser Liebe hat er nun in seinem neuen Film, nach vielen vorangegangenen gelungenen Werken wie „Cronos“, „Hellboy“ oder „Pans Labyrinth„, abermals auf grandiose Weise Ausdruck verliehen. Del Toro ist ein Fan vergangener Zeiten, was sich hier zum einen in der Tatsache niederschlägt, dass er „Shape of Water“ in den 1950er Jahren angesiedelt hat. Dadurch kann er immer wieder popkulturelle Referenzen an jene Zeit einstreuen, sei es auf dem Soundtrack durch das Zitieren damaliger Charterfolge, sei es durch Ausschnitte aus seinerzeit beliebten Fernsehserien oder Kinofilmen, die sich die Protagonisten im Film ansehen. Zum anderen kann man das aber insbesondere an seinem Monster in diesem Film festmachen, das eine eindeutige Referenz an den Kiemenmann aus Jack Arnolds „Der Schrecken vom Amazonas“ ist. Dieser Ikone des fantastischen Films lässt del Toro hier nun eine bezaubernde Liebesgeschichte angedeihen.

Szene aus dem Film Shape of Water mit Sally Hawkins am Wasserbassin.Elisa (Sally Hawkins, „Happy Go Lucky„, „Paddington“) und Zelda (Octavia Spencer, „The Help„) arbeiten als Putzkräfte in einem streng geheimen Laboratorium. Dort wird eines Tages unter Bewachung des neuen Sicherheitschefs Strickland (Michael Shannon) eine seltsame Meereskreatur eingeliefert, die gefährlich zu sein scheint und von Strickland mit harten Bandagen angepackt wird. Die stumme Elisa geht heimlich aber völlig vorurteilsfrei auf den Kiemenmann zu und entdeckt dabei, dass er nicht nur intelligent ist, sondern auch Gefühle empfinden kann. Die politische Situation in Zeiten des Kalten Krieges spitzt sich aufgrund des Wettstreits mit der Sowjetunion immer weiter zu, weswegen Elisa bald einen Weg finden muss, um die Kreatur aus den Fängen der skrupellosen Wissenschaftler und Militärs zu retten.

Guillermo del Toro hat mit „Shape of Water“ in fantastischen nostalgischen Settings eine vergangene Ära zum Leben erweckt, um sie auf ebenso altmodische Weise als Hintergrund für eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zu nutzen. Außenseiter stehen bei ihm dabei in mehrfacher Hinsicht im Mittelpunkt der Ereignisse, neben dem schrägen Liebespaar sind das auch noch Octavia Spencer als nicht auf den Mund gefallene dunkelhäutige Kollegin und Richard Jenkins als missverstandener bester Freund. Für all diese Figuren schlägt das Herz des Filmemachers, der sich selbst als Seelenverwandten dieser Eigenbrötler versteht und sie deswegen auf die charmanteste Weise zu Helden seiner märchenhaften Monstergeschichte macht. Ein überaus intelligenter Film, der in seinen zahlreichen stimmungsvollen und aufrichtigen Details seine wahre Größe offenbart.

 

 

Kritikerspiegel Shape Of Water - Das Flüstern des Wassers



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
9/10 ★★★★★★★★★☆ 


Lida Bach
pressplay, etc.
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Frank Brenner
choices, FRESH, etc.
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Stefan Turiak
WIDESCREEN, playtime, etc.
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Durchschnitt
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Filmen findest Du bei uns im Kritikerspiegel.



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