KRITIK

Severance

Severance Aus dem zynisch-niederträchtigen Horrorwerk „Hostel“ wissen wir, dass das Grauen nirgendwo so sadistisch wütet wie in der osteuropäischen Provinz. Und von den Grimms bzw. aus dem Hexenklassiker ,,Blair Witch Project“ ist bekannt, dass der Feind bevorzugt im Walde lauert. So weht von Anfang an der Odem des Unheimlichen über der Belegschaft des britischen Rüstungskonzerns „Palisade Defence“, die hier, als sei sie der Büroserie „The Office“ entsprungen, in eine abgetakelte Waldhütte irgendwo im Balkanischen ausrückt. Dort zickt und mobbt man sich zunächst gepflegt durch herkömmliche Betriebsausflugslangeweile, spielt ein wenig „Gotcha!“ im dunklen Forst und landet dann doch noch in der Hölle: Ehemalige Kunden ihrer Waffenfirma, sozialistische Söldner, treiben in der Region ihr Unwesen und schicken sich an, die biederen Schreibtischtäter mit ihrer eigenen Waffenware zu schlagen. Und zu zerhacken, zu zerstückeln oder auch mit dem Flammenwerfer niederzubrennen.

Splatter-Horror als grimmige Kapitalismuskritik: Regisseur Christopher Smith, der zuvor den vergessenswerten U-Bahn-Schocker „Creep“ drehte, verbindet Sado-Grusel auf aktuell gängigem Brutalitätsniveau mit britischem Humor. Dabei gelingen ihm gelungene satirische Seitenhiebe auf unmoralisches Profitdenken und kleinmütiges Konkurrenzgekabbel. Im Vergleich der neueren britischen Horrorparodien kommt „Severance“ aber an die schräge Zombie-Persiflage ,,Shaun of the Dead“ nicht heran. Denn dazu gleicht sich die Satire dem Standardhorror am Ende dann doch noch zu sehr an.​



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INHALT

Die Geschäftsleitung eines Rüstungskonzerns hat sich für seine Mitarbeiter etwas besonderes ausgedacht: ein Motivations-Wochenende in einer Firmen-Lodge im tiefsten Osteuropa. Schon die Anreise im Bus läuft schief, doch es kommt - natürlich - noch schlimmer. Die Immobilie mitten im finstersten Wald entpuppt sich als das Quartier durchgeknallter Kriegssöldner, die nicht begeistert vom unangemeldeten Besuch der Weicheier aus dem Westen und mit allen unfairen Mitteln Jagd auf die bleiche Beute machen.
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