KRITIK

Seitensprünge in New York

Seitensprünge in New York Edward Burns, der als Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Schauspieler in einer Person diese Komödie hervorgebracht hat, vermeidet in seiner Liebeserklärung an New York und das urbane Liebesleben die intellektuelle Konkurrenz mit Woody Allen, ohne jedoch in serienformatige Belanglosigkeit abzugleiten.
Um die einzelnen, ineinander verschränkten Beziehungsgeschichten zu gliedern, fügt er fiktive Interviews mit den Hauptfiguren ein; deren improvisiert wirkende Auskünfte scheinen durch die Handkameraoptik authentisch, greifen jedoch Handlungsfäden auf oder nehmen mögliche Zuschauerinterventionen vorweg.
In der Figurenkonstellation stellt Burns leichthändig ganz unterschiedliche Beziehungsmuster dar: die junge Kellnerin aus der Provinz und der alte, bigotte Macho; die undefinierte Affäre, in welche die zugleich vorsichtige und doch direkte Lehrerin und mit dem unbestimmbaren Tommy schlittert; die junge, große Liebe, nach der Rockstar-unüblich gesucht wird; die an der Treue des Ehemanns zweifelnde Ehefrau, die hin- und hergerissen ist zwischen Scheidung und Revitalisierung des Ehelebens und die vielen Freundinnen und Freunde mit ihren (un-moralischen) Ratschlägen.
Wenn Burns den Ort der Interviews hin und her wechselt, mag das zwar der Desillusion über den dokumentarischen Charakter dienen, scheint aber teilweise etwas zu willkürlich, wie auch die sprachlichen Unterschiede zwischen Darstellung und Dokumentation auffallen. Nichtsdestoweniger ist ihm ein amüsanter Film gelungen, der zwar weder außerordentlich innovativ, dafür aber auch nicht verstörend ist. Rainer Bach



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INHALT

„Als Junge habe ich mich immer im Bad eingeschlossen, Gitarre geübt und onaniert. Eigentlich hat sich daran nichts geändert“, offenbart Ben uns. Das hat er nicht einmal seiner Maria erzählt, mit der er vor einem Jahr noch verheiratet war und der er noch immer täglich nachstellt. Aber Ben hat kein Glück, die Lehrerin hat sich beim Videoausleihen in Tommy verguckt, der seinerseits von seiner bisherigen Freundin rausgeschmissen wurde und von einem väterlichen Machofreund dahin gedrängt wird, nicht nur eine neue Wohnung zu suchen, sondern auch sein Sexleben wieder auf Trab zu bringen.
Das würde auch Ben gerne, als er sich in die neunzehnjährige Kellnerin verliebt, mit der wiederum der doppelt so alte, arrogante Zahnarzt und Frauenheld Griffin seine Frau Annie betrügt. Ihr Liebesleben leidet stark unter den Auswärtsspielen ihres Ehemanns, so dass sie immer stärker daran denkt, ihrem obdachlosen Klienten, Tommy, nicht nur Wohnraum, sondern auch noch ein Schäferstündchen anzubieten.
Der New Yorker Liebesreigen gewinnt noch einmal an Geschwindigkeit als unbeabsichtigte und lang ausstehende Entscheidungen notwendig werden und sich Eindeutigkeit von Gefühlen und Beziehungen abzeichnen muss. Und irgendwie arrangieren sich die Figuren mit den Ergebnissen, die so vielfältig sind wie der melting pot am Hudson River...
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Eure Kritiken zu Seitensprünge in New York

  1. New Yorkerin

    hibin durch zufall auf diese Seite gestoßen und habe den film entdeckt. als großer new york fan frage ich mich jetzt, wo läuft der film denn?? da fange ich mal an zu suchen, nette seite dies, gruß

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