KRITIK

Sebastian und die Feuerretter

Bild (c) Neue Visionen.

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Vor zwei Jahren waren sie erstmals auf der großen Leinwand, im Kino zu bestaunen: Knirps Sebastian und seine Hirtenhündin Belle, frankophilen Zuschauern möglicherweise vertraut aus Cécile Aubrys Kinderbüchern und der auf diesen basierenden TV-Serie aus den Sechzigern. Nachgeborene kennen „Belle and Sebastian“ wohl eher vermittels der gleichnamigen schottischen Band, die sich nach der französischen Vorlage benannte.

Der erste Kinofilm hatte das Duo aus dem Alpendorf Saint-Martin in einem konkreten historischen Kontext verankert: 1943 halfen Belle und Sebastian mit, jüdische Flüchtlinge in die Schweiz zu schmuggeln. Das Sequel spielt nun kurz nach Kriegsende, und Regisseur Christian Duguay („The Art of War“) stürzt die Helden in ein existenzielles Abenteuer mit gleich zwei abstürzenden Flugzeugen.

Szene_Sebastian-FeuerretterZunächst crasht der Flieger, mit dem Sebastians Ziehmutter Angelina, eine Résistance-Kämpferin, aus dem Krieg zurückkehrt. Der 10-jährige Waisenjunge Sebastian (Félix Bossuet) und Angelinas Onkel (netter Haudegen: Tchéky Karyo) glauben allerdings nicht an ihren Tod. Als sich Belle und Sebastian in das zur Rettung eilende Flugzeug des mürrischen Piloten Pierre (Thierry Neuvic aus „Code: Unbekannt“) schmuggeln, kommt es zur nächsten Bruchlandung. Weil Sebastian kurz zuvor erfuhr, dass es sich bei Pierre um seinen Vater handelt, wird der hindernisreiche Weg von Mann, Kind und Hund in Richtung Angelina zur Kennenlerntour.

Duguay inszeniert die Rettungsaktion am von Waldbränden umzüngelten Absturzort als spannendes Actionkino für kleine Zuschauer, mit manchmal etwas ausuferndem Hang zur pathetischen Wallung. Die formelhafte Familienzusammenführung gerät im allgemeinen Aufruhr ohnehin ins Hintertreffen, wohingegen die tollen Aufnahmen aus der westalpinen Bergwelt auch erwachsene Begleiter hinreißen dürften.

 

 

Kritikerspiegel Sebastian und die Feuerretter



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Durchschnitt
6.5/10 ★★★★★★½☆☆☆ 





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INHALT

In dem Alpendorf Saint Martin lebt der 10-jährige Waisenjunge Sebastian. Anstatt in die Schule zu gehen, jagt er lieber mit seiner Berghündin Belle über die Wiesen. Am meisten freut sich Sebastian auf die Rückkehr seiner Tante Angelina. Doch als er sie mit seinem Großvater César abholen will, erfahren sie Schreckliches: Angelinas Flugzeug ist abgestürzt und hat den Wald in Brand gesetzt. Als einziger glaubt Sebastian daran, dass Angelina überlebt hat und gerettet werden muss. Jetzt kann nur noch der mürrische Pilot Pierre helfen. Versteckt in dessen Flugzeug wollen Sebastian und Belle sicher gehen, dass Pierre die Suche nach Angelina ernst nimmt. Als der die blinden Passagiere entdeckt, bricht Chaos aus, dicht gefolgt von einer schmetternden Bruchlandung. Das ungleiche Trio macht sich nun zu Fuß auf den Weg durch den brennenden Wald. Ihnen stehen nicht nur neue Freundschaften und aufregende Abenteuer bevor, sondern große Gefahren und ein noch größeres Geheimnis. (Text: Neue Visionen Filmverleih)
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