KRITIK

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt Wer von Videospielen nichts hält, das Gepiepe, Geflirre und das (typo-)grafische Tohuwabohu aus Zeichen und Schriften für audiovisuelle Belästigung hält, wer auch Comics nicht mag, der sollte sich zum eigenen Schutze fern halten von „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“. Denn der neue Film von „Shaun of the Dead“-Regisseur Edgar Wright verwendet die Welt der digitalen Ac­tion-Bespaßung ganz affirmativ als ästhetisches Konzept. Allen anderen sei gesagt: Der Film macht schon Spaß.

Eine lächerlichere Handlung hat es freilich lange nicht mehr gegeben: Ein Nerd um die Zwanzig, Videospiel-Ass und Bassist in einer vorwiegend lauten Rockband, gespielt vom hauptamtlichen Nerd-Verkörperer Michael Cera („Superbad“), verknallt sich in die geheimnisvolle Ramona. Die würde ihn erhören, wenn er denn zuvor ihre sieben beinharten Ex-Freunde (und auch Ex-Freundinnen) im Kampf erledigt. Was er dann auch tut.

Ein Film als Abfolge von Game-Levels. Bis zum Schluss der Endboss (Jason Schwartzman) auftaucht, jagt Regisseur Edgar Wright sämtlich verfügbaren Elemente aus der Videospiel- und Comicwelt durch seine Postproduktion: Punktestandanzeigen und Extraleben rattern durchs Bild, Comic-Lautmalereien („Whack!“) werden ins Bild gestanzt, die Umgebung verliert sich im Surrealen, Figuren steigen von Bild zu Bild wie in den zugrunde liegenden „Graphic Novels“ von Bryan O`Malley, Sitcom-Gelächter mischt sich in die Dialoge. Keine Sekunde vergeht ohne Anspielungen auf die schöne digitale Welt der interaktiven Medien – ein wahres Eldorado für Action-Geeks.

Tatsächlich ist das über weite Strecken sehr unterhaltsam und dem Entdeckerdrang dienlich. Bis sich die im Actionspiel-Stil rasant durchinszenierten Kämpfe dann doch zu wiederholen beginnen. Anderen beim Spielen zuzusehen, ist dann doch weniger interessant, als mal selbst ins Geschehen eingreifen zu können.



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INHALT

Scott Pilgrim führt das Leben eines gewöhnlichen Teenagers. Er spielt in einer Rockband und tut sein Bestes, um möglichst cool zu sein. Da tritt eines Tages Ramona Flowers in sein Leben: Sie ist alles andere als gewöhnlich, was allein schon ihr Äußeres verrät. Scott verliebt sich auf den ersten Blick in sie, und das Interesse scheint erwidert zu werden. Doch dann stellt sich heraus: Um das Herz des Mädchens endgültig zu erobern, muss er erst gegen die sieben teuflischen Exfreunde antreten, die nur eines wollen: ihn töten.
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