KRITIK

Scoop – Der Knüller

Scoop - Der Knüller „Es gibt nichts Gutes am Altwerden“, hat der 70-jährige Woody Allen neulich in einem Interview festgestellt, „man verkümmert einfach und stirbt.“ Das klingt traurig und mag also wahr sein, doch ernsthaft sorgen muss man sich um den Gesundheitszustand des Regisseurs mit der nachlassenden Hörkraft vorerst nicht. Der New Yorker dreht nach wie vor verlässlich einen Film pro Jahr. Wenngleich er, das ist wirklich eine Überraschung, unter seinen mittlerweile 38 Werken selbst nur drei als geglückt gelten lässt: „The Purple Rose of Cairo“, „Ehemänner und Ehefrauen“ sowie „Match Point“.

Letzterer war in der Tat der beste Allen seit Jahren, eine grandios sinistre Upper-Class-Satire über die Macht des Zufalls und zugleich der erste Film, den der Manhattaner Stadtneurotiker in London inszeniert hat, wo er sich augenblicklich ins Regenwetter verliebte.

Weil Allen außerdem noch Gefallen an seiner „Match Point“-Darstellerin Scarlett Johansson fand, hat er ihr gleich einen weiteren, etwas größeren Part geschrieben, eine komische Rolle diesmal, die wiederum in die Niederungen der britischen High-Society führt.

Die durchaus schlagfertige Johansson gibt in „Scoop“ die amerikanische Nachwuchs-Journalistin Sondra Pransky, die es in London in die Zaubershow des Magiers Splendini verschlägt – von Allen selbst als wunderbar linkischer Westentaschen-Trickser spielt. Zuschauerin Pransky wird in die „Dematerialisierungsbox“ des großen Splendini, bürgerlich Sid Waterman, gebeten, wo ihr prompt Übersinnliches widerfährt. Der Geist des frisch verstorbenen Starjournalisten Joe Stromble (Ian McShane) taucht auf, um ihr Informationen über den „Tarotkarten-Mörder“ einzuflüstern, der in der Metropole sein Unwesen treibt.

Das folgende Detektivspiel von Pransky und Waterman in den höheren Kreisen und Sphären, eine Art „London Murder Mystery“, hat Allen zwar mit pointensicherer Souveränität und sarkastischem Grundton inszeniert, doch zur Virtuosität fehlen die Überraschungen. Kein Film für seine Liste.



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INHALT

Bei einer Zaubershow erscheint der jungen amerikanischen Journalismus-Studentin Sondra Pransky der Geist des jüngst verstorbenen britischen Journalisten Joe Strombel. Der war kurz vor seinem Tod dem berüchtigten Tarot Card Killer auf der Spur und verdächtigt den Aristokraten Peter Lyman. Begleitet vom neurotischen Zauberer Sid Waterman will sie den Mörder überführen. Doch es dauert nicht lange, bis sich Sondra in den charmanten und weltgewandten Lord Peter verliebt.
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Eure Kritiken zu Scoop – Der Knüller

  1. Kasch

    Woody Allen at its best, klasse Komödie. Wieder einmal herrlich gelacht im Kino. Lohnt sich…

  2. Manni

    Woody Allen wieder ungewohnt komödiantisch. Zusammen mit Jungstar Scarlett Johansson liefert sich der Altstar ein sehenswertes Schamützel. Klasse!

  3. Wolf

    Nette Krimikomödie, angenehme Unterhaltung für 98 Minuten, wenn an grauen Novembertagen das Laub auf nassen Straßen herumliegt und einem sonst nichts Besseres einfällt.

  4. Kasimir

    Ein guter Woody Allen, komisch, geistreich. Ein tolles Duo mit Johansson / Allen. Sehenswerter Film

  5. marisol

    ein toller Film! wie bei match point ein krimi mit scarlett johansson aber diesesmal auch noch sehr lustig!

  6. Heinrich

    Schlechter Film. Er reiht sinnlose Morde aneinander. Farbige werden weitgehend negativ dargestellt. James Bond sieht aus wie ein Arier. Unmögliche Foltermethoden die man hier nicht näher erklären will, sind ein nagatives Beispiel nicht nur für Jugendliche. Scheusslicher Film, der zwar spannend und aufregend ist, dem aber jeglicher Sinn fehlt. Das mehrstöckige Haus in Venedig, das zusammen sinkt, erinnert an die Ereignisse in New York. Alles bleibt ein destruktives Morden. Wer braucht solche Filme in einer kaputten Welt. H. Naumann

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