KRITIK

Schwester der Königin, Die

Schwester der Königin, Die Nichts, was ein König tut, ist privat, und das bekommen auch jene zu spüren, die sich ihm nähern. Nachdem Mary Boleyn (Scarlett Johansson) die erste Nacht als Mätresse Heinrichs VIII., König von England, verbracht hat, muss sie ihrem Onkel und ihrem Vater detailliert Auskunft erteilen. Für ihre Familie geht es um den gesellschaftlichen Aufstieg am Hofe des Tudor-Herrschers. Da zählt jede Kleinigkeit: Hatte der König Vergnügen? Wollte er öfter als einmal?

Ja, Sex ist Politik in Kreisen der gekrönten Häupter. Und Mary, von Scarlett Johansson als anmutig-stille, kaum selbstbewusste, vom Rampenlicht und dem Verlangen des Königs überrumpelte Schönheit gespielt, gibt pflichtschuldig Antwort.

Ihre Schwester Anne (Natalie Portman) aber rast vor Eifersucht. Sie war es doch, die dem Regenten – dessen Gemahlin Katharina von Aragón keinen Thronfolger gebären kann – als Geliebte untergeschoben werden sollte. Doch Heinrich VIII. (Eric Bana) wählt die blonde Schwester. Zunächst jedenfalls.

„Die Schwester der Königin“ ist ein prächtig ausstaffiertes, in den Hauptrollen großartig gespieltes Drama, das weniger auf historische Korrektheit versessen, als vielmehr an den verhängnisvollen Leidenschaften unter den Roben interessiert ist. Purer Gossip – aber im Gegensatz zum Königsklatsch der Gegenwart voll Eleganz. Ein Wühlen in den Laken des Herrschers – im Bewusstsein, dass über Aufstieg und Untergang ganzer Dynastien im Bett entschieden wird.

Bei Regisseur Justin Chadwick und seinem Drehbuchautor Peter Morgan („Die Queen“) steht im Mittelpunkt ganz die faszinierende Kabale, die Natalie Portman als herrschsüchtige Anne entfesselt. Die eigene Schwester stellt sie kalt, um Königin zu werden. Eine Ehe mit bekanntlich weit reichenden Folgen, darunter Heinrichs Zerwürfnis mit der Kirche.

Auch Anne wird Heinrich keinen Sohn schenken. Dafür die Tochter Elisabeth, später Englands mächtigste Königin.



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INHALT

Anfang des 16. Jahrhunderts buhlen die beiden bildschönen Schwestern Anne und Mary Boleyn um die Gunst des Königs von England, Heinrich VIII. Aufgestachelt durch den blinden Ehrgeiz ihrer Familie werden sie erbitterte Rivalinnen im Kampf um die Gunst des leidenschaftlichen Herrschers. Ihre Intrigen bringen sie zwar beide in Heinrichs Bett, doch nur eine von ihnen wird Königin.
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Eure Kritiken zu Schwester der Königin, Die

  1. Udo

    Was war das denn? ich sehe den Film ganz anders. Zu keinem Zeitpunkt baut der Film die oft zitierte athmosphärische Dichte auf. Die beiden herausragenden Darstellerinnen Natalie Portman und Scarlett Johansson sind hier nicht mehr als kleiderständer für opulente Gewänder, der Film will alles sein, ist aber de facto rein gar nichts. Eine Enttäuschung!

  2. RobbieTobbi

    Ein herausragender, spannender und sehr wohl atmosphörisch dichter Film. Natalie und Scralett brillieren auch hier und sind jeden Euro Wert.

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